Julia Klöckners Aussagen zum Klimaschutz sind Heuchelei

31.07.18
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Internationales, TopNews 

 

Statement von PETA zum Ausgang des G20-Gipfels der Agrarminister in Argentinien

Die Agrarminister der G20-Staaten tagten vergangene Woche in Buenos Aires, Themen waren unter anderem die Ernährung der Weltbevölkerung sowie ökologische Tierhaltung. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hob anschließend die Rolle der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel hervor. Den Ausgang des Agrarministertreffens und die Behauptungen der Ministerin kommentiert Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. 

„Weiß man um die Nähe der CDU-Politikerin Julia Klöckner zum Deutschen Bauernverband, so erkennt man ihre Äußerungen zum Klimaschutz und zur Rolle der Landwirtschaft als reine Stimmungsmache. Sie bezeichnet die Ergebnisse des G20-Gipfels der Agrarminister als Durchbruch und möchte nun für mehr Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sorgen. Gleichzeitig setzt sich Klöckner jedoch für ein die Verbraucher täuschendes und absolut klimaschädliches ‚staatliches Tierwohllabel‘ in Deutschland ein. Dieses soll lediglich das Image der Fleischindustrie verbessern, die Anforderungen sind nämlich so minimal, dass sie kaum eine Verbesserung für die Tiere oder die Umwelt darstellen. Klöckners Nähe zum tier- und umweltverachtenden Bauernverband führt außerdem dazu, dass sie Tierschützer kriminalisieren möchte, die das Leid der Tiere in der Landwirtschaft immer wieder aufdecken. Ihre Aussagen beim G20-Gipfel wirken heuchlerisch. Denn um die Agrarindustrie wirklich in den Kampf gegen den Klimawandel einzubeziehen, müsste die Politikerin berücksichtigen, dass Studien klar zeigen, dass die tierhaltende Landwirtschaft maßgeblich verantwortlich für Klimawandel [1] und Welthunger [2,3] ist. Die Auswirkungen erleben wir im Moment auch in Deutschland: Durch die anhaltende Hitze ist die Nahrung für sogenannte Nutztiere knapp, weshalb vermehrt Rinder frühzeitig im Schlachthof getötet werden. Aber auch Wildtiere und Insekten leiden – eine Bedrohung für die Artenvielfalt. Wenn die Bundeslandwirtschaftsministerin den Worten in Argentinien tatsächlich Taten folgen lassen will, dann muss sie längst überfällige Weichen für eine bio-vegane Landwirtschaft stellen. Denn nur diese ist tatsächlich nachhaltig für zukünftige Generationen und verhindert immenses Tierleid.“

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

 

[1] http://science.sciencemag.org/content/360/6392/987

[2] Worldwatch Institute 2004: Meat, now it’s not personal

[3] The Guardian 2002: Why vegans were right all along







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