Mindestens 120 Spremberger Kälber im Mutterleib erstickt:

07.05.20
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Veterinäramt leitet nach PETA-Anzeige wegen Tötung schwangerer Kühe Bußgeldverfahren ein

Organisation fordert, Töten werdender Kuhmütter bundesweit zu verbieten

Von PETA

Ein Whistleblower meldete PETA Ende 2019, dass im August nach der Schließung eines Milchbetriebs im brandenburgischen Spremberg 600 Kühe verkauft und einige von ihnen ins Schlachthaus gebracht und getötet wurden. Viele der Tiere waren nachweislich schwanger, sodass bei der Tötung mindestens 120 ungeborene Kälber qualvoll im Mutterleib erstickten. Da der Transport hochschwangerer Rinder verboten ist, erstattete PETA im Februar bei der Staatsanwaltschaft Cottbus Strafanzeige gegen die Verantwortlichen (Az.: 1700 Js 11630/20 und 1700 Js 7625/20). Das zuständige Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße hat nun ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Tierrechtsorganisation fordert, dass die Hintergründe der gesetzeswidrigen Transporte lückenlos aufgeklärt und sämtliche an dem Spremberger Fall Beteiligten angemessen bestraft werden Zudem appelliert PETA an die Bundesregierung, das Töten schwangerer Kühe deutschlandweit zu untersagen.

„Die Verantwortlichen haben wissentlich in Kauf genommen, dass Kälber im Mutterleib einen minutenlangen Erstickungskampf durchlebten, während ihre Mütter am Schlachterhaken ausbluteten“, so Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Es wird höchste Zeit, dass nicht nur der Transport, sondern auch das Töten schwangerer Kühe bundesweit verboten wird. Doch auch jeder Einzelne muss seinen Konsum überdenken, denn Milch ist immer ein Tierqualprodukt – nur eine vegane Lebensweise schützt Kühe und ihre Kinder vor der systematischen Ausbeutung in der landwirtschaftlichen Tierhaltung.“

Transport der schwangeren Kühe war illegal

PETA weist darauf hin, dass es seit September 2017 durch das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz untersagt ist, schwangere Kühe und Schweine ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft zu transportieren. In Deutschland muss jedes Rind spätestens ab dem siebten Lebenstag im „Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere“ – der HIT-Datenbank – gemeldet werden. Die Daten der verkauften Rinder aus Spremberg – die auch aufzeigen, in welchem Schwangerschaftsstadium sich die Tiere befanden – liegen PETA vor. Sie beweisen, dass der Transport der meisten Tiere illegal war und es somit nicht zur Tötung der schwangeren Kühe hätte kommen dürfen.

Milch und Milchprodukte unweigerlich mit immensem Tierleid verbunden

Die Tierrechtsorganisation ruft Verbraucher dazu auf, den Konsum von Fleisch sowie Milch und Milchprodukten zu überdenken und beim Einkauf stattdessen zu pflanzlichen Produkten zu greifen. Genau wie Frauen sind Kühe neun Monate lang schwanger und geben nur Milch, wenn sie ein Kind zur Welt bringen. Kuhmutter und -kind haben eine enge Bindung zueinander, die ein Leben lang bleibt; Kühe erkennen ihr Kalb sogar allein am Geruch. Sie kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs und lecken die Jungtiere nicht nur nach der Geburt, sondern auch in den Tagen darauf ab. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung wird ihnen dieses natürliche Bedürfnis jedoch verwehrt. Kühe werden immer wieder „künstlich befruchtet“, um den Milchfluss konstant hoch zu halten. Die Milch soll jedoch anschließend in den Supermarktregalen landen oder zu anderen Produkten verarbeitet werden. Daher wird das Neugeborene seiner Mutter bereits kurz nach der Geburt entrissen – oft schreien die beiden tagelang nacheinander

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:

PETA.de/Schwangere-Kuehe-getoetet
PETA.de/Schlachtung-schwangerer-Kuehe







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