Kriegsgeflüchtete und Tiere leiden unter Silvester-Böllerei: PETA fordert Politik und Unternehmen auf, Feuerwerkskörper zu verbieten

17.11.22
UmweltUmwelt, Soziales, Bewegungen, TopNews 

 

Von PETA

Rücksicht statt Raketen: Mehrere Hunderttausend geflüchtete Menschen fanden in den vergangenen Jahren in Deutschland Schutz vor Bomben und Artilleriegeschossen. Die an Silvester eingesetzten Böller und Raketen können Kriegstraumata wieder hervorrufen und sind ebenso eine lebensgefährliche Bedrohung für Wild- und „Heimtiere“. Daher fordert PETA die Politik – insbesondere Innenministerin Nancy Faeser – sowie den Einzelhandel nun schriftlich auf, Feuerwerkskörper komplett zu verbannen. Für den Fall, dass zum Jahreswechsel dennoch Böller und Raketen im Handel erhältlich sind, appelliert die Tierrechtsorganisation an die Bevölkerung, aus Rücksichtnahme auf Mensch und Tier von Kauf und Nutzung der Feuerwerkskörper abzusehen.

„Die Böllerei verwandelt die Innenstädte akustisch in Kriegsschauplätze“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wenn die Politik und die Einzelhandelsunternehmen nicht endlich Verantwortung übernehmen, werden an Silvester zahlreiche geflüchtete Menschen erneut Traumata durchleben. Viele Wildtiere wie Vögel und Rehe werden außerdem wieder getötet, weil sie panisch gegen Hindernisse prallen oder im Straßenverkehr Unfälle verursachen. Wie jedes Jahr werden auch Tausende Hunde, Katzen und andere Tiere aus Panik vor dem Lärm davonlaufen oder tagelang Angstzustände durchleben. Zahlreiche Brände, die Feinstaubbelastung und Verbrennungen werden zudem vielen weiteren Menschen und Tieren Schaden zufügen. Ein Böllerverbot ist längst überfällig.“

Bevölkerung unterstützt Verbot mehrheitlich

Mehr als die Hälfte aller Deutschen würde laut einer von PETA beauftragten GfK-Umfrage (2018) gerne auf knallendes Feuerwerk in der Silvesternacht verzichten. 58,2 Prozent der Befragten sprachen sich für einen Jahresausklang ohne lautes Feuerwerk aus, bei den befragten Frauen waren es sogar 65 Prozent. Mehrere große Baumarktketten wie Hornbach, Globus Baumärkte, Obi und Bauhaus gingen mit gutem Beispiel voran und haben Silvesterfeuerwerk bereits ausgelistet.

Hintergrundinformationen

Insbesondere Wildtiere leiden aufgrund der lauten Feuerwerkskörper unter massivem Stress. Sie reagieren besonders empfindlich auf die extreme Geräuschkulisse. Bei drohender Gefahr flüchten sie in der Regel. Der außergewöhnliche Stress kann die Tiere im schlimmsten Fall so schwächen, dass sie die Wintermonate nicht überleben. Zudem verlieren viele von ihnen auf der Flucht die Orientierung. Es dauert häufig Tage oder sogar Wochen, bis sie sich von diesem Schock erholt haben.

Auch Hunde, Katzen, Vögel und viele andere tierische Mitbewohner sind beim Jahreswechsel häufig großem Stress ausgesetzt. Jedes Jahr verzeichnen Tierkliniken zahlreiche Fälle von Tieren, die während der Silvesternacht behandelt werden müssen. Infolge der Angst und Fluchtversuche verletzen sie sich die Gliedmaßen, brechen sich die Knochen oder ziehen sich andere Verletzungen zu. Zudem führen die lauten Feuerwerkskörper immer wieder zu zahlreichen Unfällen. So liefen in den vergangenen Jahren beispielsweise oftmals Pferde auf Straßen. Panische Kraniche und Gänse flogen in Autos, weil sie die Orientierung verloren hatten.

Auch die Umwelt leidet unter den Feuerwerkskörpern. Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaub-Konzentration vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Die Folgen für die menschliche Gesundheit reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Feuerwerk-Verbot-Petition
PETA.de/Feuerwerksverkauf
PETA.de/Zoo-Krefeld-Brand







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