Nach „Ereignis“: BBU fordert sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen


Bildmontage: HF

18.05.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen 

 

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert erneut die sofortige Stilllegung der bundesweit einzigen Brennelementefabrik in Lingen (Emsland). Im BBU ist neben örtlichen Bürgerinitiativen wie dem Elternverein Restrisiko Emsland auch der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen organisiert.

Aktueller Anlass der Stilllegungs-Forderung ist das jüngste „meldepflichtige Ereignis“, das sich in der Lingener Nuklearfabrik ereignet hat. Nach wiederholten Störfällen und aus Protest gegen Brennelementelieferungen von Lingen u. a. für belgische Atomkraftwerke steht die Brennelementefabrik in Lingen immer wieder im Mittelpunkt der Kritik. Im Herbst 2016 hatten rund 700 Atomkraftgegnerinnen und Atomkraftgegner in Lingen für die sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik und des AKW Lingen 2, sowie für die Stilllegung aller AKW und Atomanlagen, demonstriert. Und am 10 Mai hat Greenpeace die Zufahrt zur Brennelementefabrik blockiert. Zudem wurde seitens der Ärzteorganisation IPPNW nachgewiesen, dass die Bundesregierung Brennelemente-Exporte von Lingen unterbinden kann.

https://www.ippnw.de/atomenergie/artikel/de/neue-stellungnahme-der-weg-zum-expo.html

Zum jüngsten Vorkommnis in der Lingener Brennelementefabrik schreibt das Niedersächsische Umweltministerium in einer Pressemitteilung vom

18.05.2017 u. a.: „Während des Betriebes der Trockenkonversionsanlage ist eine Undichtigkeit an einem Reaktionsbehälter durch einen Riss aufgetreten. Der betroffene Reaktionsbehälter ist außer Betrieb genommen worden. Die Ursachen werden mit zugezogenen Sachverständigen geprüft.

Weitere Maßnahmen werden nach Bewertung der Untersuchungsergebnisse festgelegt.“

Gab es Freisetzungen?

Der BBU kritisiert, dass nur schleierhaft über den Vorfall informiert wird. Der Verband betont, dass unklar bleibt, wann sich der Störfall ereignet hat und ob es radioaktive oder chemische Freisetzungen gab.

BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz bemängelt, dass das Umweltministerium in Hannover als verantwortliche Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde immer nach demselben Muster handelt: „Die Bevölkerung wird nur knapp informiert, Prüfungen werden angeordnet und letztlich darf der Areva-Konzern weiterhin Nuklearbrennstof für Atomkraftwerke in aller Welt herstellen. Niedersachsens Umweltminister Wenzel muss endlich der Atomindustrie in Niedersachsen Grenzen setzen. Schon vor Jahrzehnten wurden in Hessen gleich mehrere Brennelemeanlagen stillgelegt. Minister Wenzel muss endlich die Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen in Angriff nehmen.“

Die Forderung nach Stilllegung der Brennelementefabrik in Lingen sowie des AKW Lingen 2 wird überregional breit unterstützt. Schon weit über

200 Organisationen haben die Forderung mit der Unterzeichnung der „Lingen-Resolution“ unterstützt. Weitere Initiativen und Verbände können sich noch der Lingen-Resolution anschließen. Mehr dazu unter http://www.bbu-online.de. Direktlink:

http://www.bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%202017.pdf

Und der Protest auf der Straße reißt in Lingen nicht ab.

Anti-Atomkraft-Initiativen planen bereits für den 9. September 2017 – zwei Wochen vor der Bundestagswahl - die nächste Anti-Atomkraft-Demonstration in Lingen.







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