Schwimmen gegen Neckar-CASTOR: EnBW lässt Bevölkerung die Atommüll-Probleme ausbaden


Bildmontage: HF

11.10.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, Baden-Württemberg 

 

Von Robin Wood

Anti-Atom-AktivistInnen protestieren heute gegen den dritten CASTOR-Transport auf dem Neckar. In der Nähe der Schleuse Gundelsheim (Landkreis Heilbronn) haben sich am Morgen vier SchwimmerInnen ins Wasser begeben und dort ein „Stoppt CASTOR!“-Banner hochgehalten. ROBIN WOOD fordert den Energiekonzern EnBW sowie die Landesregierung auf, die unsinnige und gefährliche Atommüll-Verschieberei auf dem Neckar zu stoppen. Außerdem sollen sie die Produktion weiteren Atommülls unterlassen und ein schlüssiges Konzept für den Umgang mit den strahlenden Hinterlassenschaften der Atomindustrie vorlegen. Heute früh ist der dritte von insgesamt fünf geplanten Schiffstransporten mit hochradioaktivem Atommüll von Neckarwestheim nach Obrigheim gestartet.

Mit der Aktion unterstützen die AktivistInnen Proteste des Bündnisses Neckar castorfrei.

„Manche meinen, der Müll sei nun mal da und deshalb habe es keinen Sinn mehr, dagegen zu protestieren. Das halten wir für falsch. Proteste sind dringend nötig, um darauf aufmerksam zu machen, wie konzept- und verantwortungslos Konzerne und Politik mit dem lebensgefährlichen Müll umgehen“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Julian Smaluhn. „Es kann nicht sein, dass weiterhin Atommüll produziert wird, während die Allgemeinheit die Fehler der Atomwirtschaft ausbaden muss!“

Der Transport des Atommülls von Neckarwestheim ins Zwischenlager nach Obrigheim löst keinerlei Probleme. Die Atommüll-Verschieberei zeigt vielmehr, dass es keinen planvollen, sicheren Umgang mit diesem ewig strahlenden Müll gibt.

Das Konzept für die sogenannte Zwischenlagerung ist nicht schlüssig. Das zeigt sich bereits am Zeitplan. Alle Genehmigungen für Zwischenlager sind auf 40 Jahre begrenzt – für Gorleben läuft die erste im Jahr 2034 aus, für Neckarwestheim liegt die Deadline bei 2046. Die dauerhafte Unterbringung des Atommülls in „tiefen geologischen Formationen“ eines sogenannten Endlagers stellt der Gesetzgeber für frühestens 2050 in Aussicht ­– angesichts der Erfahrungen mit dem jahrzehntelangen Verschleppen des Problems eine unrealistische Prognose.

Für die bestehende zeitliche Lücke gibt es von Seiten der zuständigen Behörden keine Lösungsansätze. Auch für Reparaturarbeiten an den Behältern haben sie keinen Plan.

Trotzdem sind – über die Transporte auf dem Neckar hinaus – weitere geplant, etwa von Jülich und Garching sowie aus La Hague und Sellafield zurück nach Deutschland.

Die Risiken werden der Bevölkerung aufgebürdet – ohne das klar ist, wie lange der Müll am Zielort verbleiben kann, wie er dort sicher gelagert werden kann und wo er auf Dauer hin soll.

Angesichts dieses Atommüll-Desasters fordert ROBIN WOOD:

* Atommüllverschieberei sofort stoppen!

* Abschaltung sämtlicher noch laufender Atomanlagen, die zur Vergrößerung des Müllproblems beitragen!







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