Stop Fracking – Hier und weltweit!


12.10.17
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW 

 

Von Bürgerinitiative STOP Fracking Witten 

Die Wittener Bürgerinitiative STOP Fracking fordert anlässlich des Global FrackDown-Tags am 14.10.2017 alle Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf, sich für ein Ende von Fracking einzusetzen.

Hydraulic Fracturing (Fracking) zeichnet sich in vielerlei Hinsicht als das Umweltthema unserer Zeit ab. Es berührt jeden Aspekt unseres Lebens – das Wasser, welches wir trinken, die Luft, die wir atmen, und die Gesundheit der Menschen in unseren Städten und Gemeinden – während es außerdem das Weltklima bedroht.

Der großflächige Einsatz der Fracking-Technik (vornehmlich in den USA und Kanada) über mehr als eine Dekade hat gezeigt, wie schädlich und zerstörerisch diese Fördermethode sein kann. Dies wurde durch zahlreiche – von Fachleuten überprüfte – unabhängige wissenschaftliche Studien bestätigt.

Die Frackingindustrie verbraucht Fläche und Wasser im großen Maßstab. Durch die Herstellung eines Netzwerks von tausenden Bohrplätzen hat Fracking einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der betroffenen Regionen. Der Einsatz der Technik wirkt sich also zwangsläufig auf Siedlungen sowie kulturell sensible Regionen und Umweltschutzgebiete aus.

Im globalen Maßstab stellen die flüchtigen Methanemissionen aus der Erdgasproduktion ein sehr signifikantes, aber größtenteils ignoriertes Problem dar. Im Durchschnitt werden knapp vier Prozent der Gesamtproduktion aller Erdgasförderstellen in die Atmosphäre emittiert. Dies geschieht durch Leckagen und Ausblasen an den Förderstellen sowie während der Lagerung und beim Transport zum Verbraucher. Für gefrackte Erdgasbohrungen ist die Datenlage unklarer, doch sind deren Methan-Emissionen in etwa dreimal höher als bei der Förderung von Gas aus Gasblasen. Methan ist ein deutlich stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.

In der Klimavereinbarung von Paris soll der Anstieg der globalen Temperatur deutlich unter 2 Grad Celsius gehalten werden. Diese äußerst wichtige Festlegung von Paris lässt kaum Raum für Interpretation, denn wir haben nicht mehr viel Zeit, bevor diese Schwellenwerte erreicht werden. Im Jahr 2016 haben wir bereits die 1,1 Grad erreicht und die 1,5 Grad werden – mit den derzeitigen Emissionen – in weniger als 10 Jahren erreicht.

Deshalb stellen wir – als Teil einer geeinten und ständig wachsenden weltweiten Gemeinschaft – folgende Forderungen:

  • Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dieses Verbot soll unabhängig davon sein, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz von Chemikalien, hydraulisch oder auf andere Art und Weise erzeugt wird.
  • Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.
  • Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der unterirdischen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer aus der Förderung von Kohlenwasserstoffen.
  • Sofortige und erhebliche Anstrengungen für einen sozialverträglichen Übergang zu 100 % erneuerbarer Energie sowie ein deutliches Ankurbeln von Energieeffizienzmaßnahmen.

Wir müssen um der Zukunft Willen handeln. Der Zeitpunkt ist richtig und die Zeit dafür ist jetzt!







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