Neue Discounter - Labels setzen kein Zeichen für mehr Tierwohl


13.06.18
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Baden-Württemberg 

 

Statement von MENSCHEN FÜR TIERRECHTE - Tierversuchsgegner Baden-Württemberg e.V.

Mit eigenen Herkunftssiegeln werben die Discounter Lidl und Netto für mehr Transparenz und bessere Tierhaltung. Dadurch sollen die Kunden selbst entscheiden können, aus welcher Tierhaltung ihr Fleisch stammen soll. Lidl nennt sein neues Label “Haltungskompass”, bei Netto nennt man es “Haltungszeugnis”. Beiden gemein ist, sie orientieren sich an gängigen Kennzeichnungen und kategorisieren in vier Stufen. Einen Kommentar zu den neuen Labels gibt Stephanie Kowalski, Tierärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Verein Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Baden-Württemberg:

„Mit den Kennzeichnungen für Fleisch haben Lidl und Netto zwei weitere Labels im großen “Label-Dschungel” geschaffen. Nach wie vor gibt es keine einheitliche Regelung und auch der Bundesregierung gelang es bis heute nicht, ein konsequentes Vorgehen zu finden.
Die Discounter wollen dem Kunden die Möglichkeit geben mitzuentscheiden, unter welchen Bedingungen “ihr Stück Fleisch” produziert wurde. Recherchen (1) haben gezeigt, dass in vielen Filialen jedoch überwiegend Fleisch der Stufe 1, also aus Massentierhaltung, angeboten wird. Eine freie Entscheidungsmacht hat der Verbraucher daher nicht. Zumal Tierwohl keine Frage des Geldbeutels sein darf. Die Labels sind vor allem eines: eine Marketing-Strategie. Dem Verbraucher verhilft es, scheinbar ruhigen Gewissens zum Frischfleisch Stufe 2 bis 4 greifen zu können, ohne sich weitere Gedanken über die Tiere und deren Leid machen zu müssen. Denn unabhängig von Label und Einstufung steckt hinter jeder Fleischware ein Leben, das vorzeitig beendet wurde. Von Tierwohl kann daher nicht die Rede sein.“







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