NABU: Mehr Raum für naturnahe Flussgebiete

20.08.21
UmweltUmwelt, Brandenburg, TopNews 

 

Von NABU

Krüger/Lemke: Renaturierte Untere Havel zeigt wie Widerstandskraft gegen Klimafolgen gestärkt werden kann

Die Anpassung von Landschaften an den Klimawandel ist eine politische Kernaufgabe für den Schutz von Menschen, Natur und Wirtschaftsgütern. Die Wiederherstellung von naturnahen Flussläufen und Auen ist dabei von zentraler Bedeutung. Wie das gelingen kann, zeigt das europaweit größte Projekt zur Renaturierung eines Flusses und seiner Aue "Untere Havelniederung" des NABU. Der einstmals stark ausgebaute Fluss wird bis spätestens 2033 renaturiert und wieder in ein Naturparadies verwandelt. Altarme und Hochflutrinnen werden wieder angeschlossen und Auenwälder angepflanzt. Deichabschnitte werden zurückgebaut und so Überflutungsflächen für den Hochwasserschutz gewonnen.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: "Das Wasser in Flüssen versorgt die Natur mit Nährstoffen. Flüsse sind zugleich ein natürlicher Lebensraum und historisch bevorzugter Siedlungsraum. Durch Begradigung und Umgestaltung haben die Menschen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen versucht, Wasserläufe zu optimieren. Das rechnet sich aber spätestens dann nicht mehr, wenn nach Starkregen Hochwasser Siedlungsgebiete erreicht und dabei großes Leid auslösen. Naturnahe Flussläufe sind hingegen in der Lage, solche Folgen stark abzumildern. Um unsere Gewässer und andere Ökosysteme wieder widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen, fordern wir einen Renaturierungsfonds mit einem Volumen von 500 Millionen Euro pro Jahr."

Die Havel-Renaturierung zeigt eindrucksvoll, wie durch naturnahe Gestaltung von Gewässern der gesamtheitliche Nutzen zunimmt - für Mensch und Natur.

Das bestätigt auch die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke (Bündnis90/Die Grünen) bei einer Tour auf der Havel: „Flüsse sind Lebensadern unserer Landschaft – das gilt insbesondere für die Untere Havel. Was wir hier sehen, begeistert Menschen für Natur und Renaturierung, bringt es doch das Wiederbeleben natürlicher Lebensräume und Erholung zusammen. Der Schutz unserer Natur und auch die Wiederherstellung zerstörter Lebensräume gewinnen an Bedeutung, um das Klimaziel von Paris zu erreichen. Auch können gesunde Ökosysteme extreme Wetterereignissen und Klimaschwankungen besser ausgleichen. Bei Dürre und starkem Regen kann so Wasser in der Landschaft gehalten werden. Gleichzeitig gewinnt hier die Biodiversität eindeutig. Dieses Projekt kann in Zukunft Vorbild sein für weitere Landschaften. Was hier passiert, sollte an vielen Orten passieren. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt deshalb ein Programm Natürlicher Klimaschutz und Renaturierung vor und wirbt dafür um Unterstützung für die nächste Wahlperiode."







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