Stillstand statt Impulse – NRW-Landesregierung plant den Klimaschutz im Gebäudebereich auszubremsen

22.11.17
UmweltUmwelt, NRW, News 

 

Von DUH

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Antrag der CDU- und FDP-Fraktion auf Aussetzen der Energieeinsparverordnung – DUH stellt „6-Punkte-Sofortprogramm für sozialverträglichen Klimaschutz im Gebäudebereich“ vor

Die Fraktionen von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen haben einen Antrag gestellt, der die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 für drei Jahre aussetzen soll. Für den Klimaschutz wäre dies aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) fatal. Das Vorhaben kommentiert Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH:

„Mit dem Antrag offenbart die nordrheinwestfälische Landesregierung ihren fehlenden Sachverstand. Mit hanebüchenen Begründungen wird versucht, die energetischen Standards herabzusetzen. Damit werden die Klimaziele im Gebäudebereich bewusst aufs Spiel gesetzt.

Die Regierung in Nordrhein-Westfalen hängt dem Irrglauben an, dass abgeschwächte Energieeffizienzstandards automatisch zu zusätzlichem Wohnraum und zu sinkenden Mieten führen würden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Preise werden von Angebot und Nachfrage bestimmt. Im Neubaubereich fallen andere Kostentreiber sehr viel stärker ins Gewicht als Energieeffizienzstandards. Anstatt wirklich sinnvolle Lösungen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu erarbeiten, werden sogenannte „Bauexperten“ und die „Fachwelt“ zitiert und längst widerlegte Argumente wieder aus der Schublade geholt.

Mit dem Antrag setzt die Landesregierung keine Impulse, sondern sie schadet der gesamten Debatte. Anstatt die EnEV immer wieder in Frage zu stellen und damit die Akteure zu verunsichern, braucht es berechenbare und langfristige Ziele und Rahmenbedingungen, um die Umsetzung planbar zu machen. Wer den Klimaschutz ernst nimmt, der muss die Relevanz von Energieeffizienzstandards anerkennen.“







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