Wenig Kaffee und ganz viel Müll

06.09.14
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von Deutsche Umwelthilfe e.V.

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Hersteller von Kaffee-Kapseln: Schlecht für die Um- welt: Trend zu immer kleineren Verpackun- gen, die immer mehr Abfall erzeugen

Anlässlich des heute in Schwerin eröffneten neuen Kaffeekapselwerks des Schweizer Lebens- mittelkonzerns Nestlé weist die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) auf die Umweltschädlichkeit des abfallintensiven und ressourcenineffizienten Verpackungssystems hin.

Nach Auffassung der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation sollten Verpackungs- mengen durch intelligente Öko-Design-Konzepte verringert werden. Der Trend in der Nahrungsmittelindustrie geht jedoch zunehmend dahin, Produkte in immer kleinere Verpackungen zu portionieren und dadurch immer mehr Abfall zu erzeugen.

„Im neuen Schweriner Nestlé-Werk sollen jährlich bis zu zwei Milliarden Kaffee-Kapseln produziert werden. Auf sechs Gramm Kaffee kommen circa drei Gramm Plastik- oder Aluminiumabfall. So unscheinbar eine einzelne Kaffee-Kapsel wirkt, umso größer sind deren Umweltauswirkungen in der Gesamtheit. Würde man die in 2013 verbrauchte Menge an Kaffee in einzelnen Kapseln anstatt in 500-Gramm-Großverpackungen ver- kaufen, so entstünden mehr als 150.000 Tonnen zusätzlicher Plastikabfall“, kritisiert der DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer.

Besonders absurd sei es, so Fischer, wenn neben der Kaffee-Kapsel auch noch eine Milchkapsel zur Zubereitung benötigt wird. Auf die Weise verdopple sich die Verpack- ungsmenge. Dabei sollten Verpackungen grundsätzlich so gestaltet sein, dass die Verpackungsmenge in einem optimalen Verhältnis zum Füllgut steht.

Je kleiner die Verpackung, desto ungünstiger ist das Verhältnis. Thomas Fischer: „Die Materialbilanz kleiner Kaffee-Kapseln ist verheerend, weil deutlich mehr Verpackungs- material für die gleiche Inhaltsmenge eingesetzt werden muss.“

Nach Einschätzung der DUH belastet der Einsatz von Kaffee-Kapseln nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des Verbrauchers, der deutlich höhere Preise bezahlen muss als für herkömmlichen Kaffee. Selbst die günstigsten Kaffee-Kapsel-Varianten kosten 19 Cent pro Stück.

Bei etwa 6 Gramm Kaffee ergibt das einen Kilopreis von über 30 Euro. Das ist mehr als drei Mal so teuer wie normaler Kaffee aus der Großverpackung.
Thomas Fischer empfiehlt deshalb: „Wer als Kunde auf die Umwelt und den Geldbeutel achten möchte, der sollte klassische Kaffee- oder Espressomaschinen benutzen.“

Kontakt:

Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)
Fritz-Reichle-Ring
478315 Radolfzell
Tel.: 07732-9995-0

www.duh.de

www.journal.chemie-in-lebensmitteln.de/AfA_naturkost/20788.php


VON: DEUTSCHE UMWELTHILFE E.V.






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