Landwirtschaft am Scheideweg:

16.04.08
UmweltUmwelt, Saarland, Rheinland-Pfalz, News 

 

Bauern-, Verbraucher- und Dritte Welt -Verbände für gentechnikfreie Landwirtschaft

Mainz, den 16.April 08. In den Beweggründen unterschiedlich, aber in der Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft einig, so präsentierte sich Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V., Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland sowie die "Aktion 3.Welt Saar" und die Bürgerinitiative "BürgerInnen sagen NEIN zur AgroGentechnik im Landkreis Cochem-Zell", anlässlich einer Pressekonferenz in Mainz.
"Es gibt kein Recht der Gentechnikindustrie, unsere Felder systematisch zu verunreinigen. Die konventionell und biologisch wirtschaftenden Betriebe haben aber das Recht, gentechnikfrei zu erzeugen und dieses Recht lassen wir uns nicht nehmen", so Ralf Wey, Landesvorsitzender der AbL und Getreideanbauer in Moselsürsch. Roland Röder, Geschäftsführer der "Aktion 3.Welt Saar, kritisierte die "Heilsbotschaft", dass Gentechnik zur Lösung des Hungerproblems benötigt werde. "So wie die Befürworter der Atomenergie zunächst die Lösung des Energieproblems versprachen, verkünden die Protagonisten der Gentechnik die Lösung des Hungerproblems. Dabei wissen wir, dass Menschen verhungern, obwohl genügend Nahrungsmittel vorhanden sind. Der Grund liegt an der gewollt ungerechten Verteilung der Nahrungsmittel", so Röder. "Wenn durch die Gentechnik unsere Lebensmittel verunreinigt sind, dann wird es auch keine Wahlfreiheit mehr geben", so Marie-Luise Volk, Sprecherin der BI gegen AgroGentechnik im Landkreis Cochem -Zell. Frau Volk kritisierte die fehlerhaften Zulassungsverfahren, weil Studien der Industrie sich auf viel zu kurze Untersuchungszeit-räume beziehen. Auch das Argument - Gentechnik sei doch schon überall - lässt die AbL nicht durchgehen. "Wenn die Industrie von 114 Millionen Hektar spricht, auf denen in der Welt Gentechnikpflanzen wachsen, dann sind das noch nicht einmal 8 Prozent der Weltackerfläche - wir haben also noch viel zu verteidigen, gerade in Europa, Afrika und Asien", so Annemarie Volling, Gentechnikexpertin des AbL-Bundesverbandes. Sie verwies auf die inhaltlich fundierten Proteste der gentechnikfreien Bewegung, die dazu geführt haben, dass BASF die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel "Amflora" doch nicht, wie geplant in diesem Jahr, kommerziell anbauen darf. Die AbL ruft dazu auf, weiter gentechnikfreie Regionen zu gründen, um Bäuerinnen und Bauern zu schützen. "Bislang gibt es 180 gentechnikfreie Regionen im Bundesgebiet. Schon 28.600 Bauern haben eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben, sie bewirtschaften über 1 Millionen Hektar Fläche", so Annemarie Volling, die die Gentechnikfreien Regionen bundesweit berät. "Unsere Kunden, Verarbeitungsunternehmen und Lebensmittelketten wollen gesunde Lebensmittel ohne Gentechnik- warum sollen wir gegen den Markt wirtschaften?", so Georg Janßen, Bundesgeschäfts-führer der AbL. Er forderte das Verbot des gentechnisch veränderten Bt Mais MON 810, der in Kürze auf circa 4.000 Hektar im Bundesgebiet ausgesät werden soll und dessen Anbau mehrere EU-Staaten (u.a. Frankreich, Österreich, Ungarn) wegen unkalkulierbarer Risiken untersagt haben. Janßen kündigte an, die internationale Zusammenarbeit zu verstärken. Anlässlich der bevorstehenden großen UNO-Konferenz in Bonn zur Biologischen Vielfalt veranstaltet am Pfingstmontag ein breites Bündnis von Bauern und Verbrauchern (über 80 Organisationen) eine internationale Demonstration, ein kulturelles Festival der Vielfalt sowie vom 13.-15. Mai einen internationalen Kongress zur Zukunft von Lebensmitteln und Landwirtschaft. Das Motto: "Für Biologische Vielfalt: regional, fair und gentechnikfrei." (www.planet-diversity.org)







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