Neueste Forderung nach Schweinefleischpreiserhöhung treibt die systemimmanente Tierquälerei auf die Spitze


19.08.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Wirtschaft, TopNews 

 

Statement von PETA: Bauernverband leidet unter Hitzestress

Die am höchsten durch EU, Bundes- und Landesregierungen subventionierte Wirtschaftsbranche, nämlich der tierproduzierende agrarindustrielle Komplex, treibt seine zerstörerische Produktionsweise auf die Spitze. U.a. wegen der eigentlich ab 2019 geltenden betäubungslosen Kastration der Ferkel fordert der Bauernverband eine Verdoppelung der Schweinepreise. Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler und Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA kommentiert die Forderung.

„Die Schweineproduzenten quälen seit Jahrzehnten systematisch jährlich ca. 60 Millionen Schweine (ohne Zuchttiere) schon durch die meist vor Dreck strotzende und extrem enge Haltungsform dieser Qualzuchtrassen. Ohne Betäubung kastrieren sie Ferkel und schneiden ihnen die Ringelschwänze ab sowie die Zähne kurz. Dieser, einer Zivilgesellschaft unwürdigen Form der Tierhaltung, soll nun noch eine weitere Steigerung der Tierquälerei hinzugefügt werden: Die Betäubung zur Ferkelkastration sollen die Tierquäler, also die Schweinehalter, noch selbst machen dürfen – entgegen massivster Proteste der Tierärzteschaft, der Wissenschaft und der Tierrechtsorganisationen. Und genau dafür soll der Verbraucher auch noch zahlen.

Das ist genau dasselbe Prinzip, nach dem auch wirtschaftskriminelle Branchen wie Teile der Autoindustrie arbeiten: Durch systemimmanenten, vorsätzlichen Betrug an den Abgasvorrichtungen wurden erhebliche ökologische Schäden angerichtet – und Menschen getötet: Und dafür soll der Staat und der Verbraucher jetzt auch noch zahlen – PETA stellt seit Jahren eine völlige Umkehrung des globalen Wertesystems hin zu extremer Ungerechtigkeit und Täterorientiertheit fest.“ Konstatiert PETA-Agrarwissenschaftler und Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung, Dr. Edmund Haferbeck.

Dabei sind die hinter den Kulissen seit Monaten erfolgten Bestrebungen der deutschen Agrarindustrie, die betäubungslose Kastration über viele weitere Jahre anhalten zu lassen, schon fast von Erfolg gekrönt: Die Inkraftsetzung des seit 2012 existierenden Gesetzes soll nicht 2019, sondern erst 2021 erfolgen, maßgebliche Bundesländer betätigen sich hier wieder als Steigbügelhalter der Agrarindustrie.

Im Übrigen sind die Pleiten der Schweinebauern, speziell der Sauenzüchter und Ferkelproduzenten, hausgemacht: Der Bauernverband und die ihm verbundene industriell ausgerichtete Tierproduktion treibt diese Landwirte durch ihre Exportorientiertheit und Billigfleisch-Philosophie in den Ruin

Die Massentierhaltung ist abzuschaffen, ähnlich kritisch sieht dies auch das hauseigene Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministerium von 2015, welches ein „Weiter so“ ablehnt.

PETAs Motto lautet in Teilen Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen.







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