Ratsmitglied der GAL erinnert an Verstrahlung in der Urananreicherungsanlage vor neun Jahren


Bildmontage: HF

21.01.19
UmweltUmwelt, Wirtschaft, NRW, TopNews 

 

Von GAL Gronau

Mit einer Pressemitteilung hat Udo Buchholz, Ratsmitglied der Grün Alternativen Liste (GAL) Gronau, an den bisher schwersten Störfall in der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) erinnert. Bei dem Störfall wurde am 21. Januar 2010 erstmals ein Beschäftigter in der Urananreicherungsanlage verstrahlt. Der Betroffene wurde in das Gronauer Antonius-Krankenhaus und von dort in drei weitere Krankenhäuser in anderen Städten gebracht. Udo Buchholz, der grundsätzlich die sofortige Stilllegung der Anlage fordert, fragt: „Wo hätte man die ganzen Menschen behandelt, wenn nicht nur eine Person, sondern Dutzende oder Hunderte verstrahlt worden wären?“

Zu der Verstrahlung konnte es kommen, weil im Eingangsbereich der Urananreicherungsanlage nicht festgestellt wurde, dass in einem vermeintlich leeren Urancontainer noch Uranhexafluoridreste enthalten waren. Diese traten beim Öffnen des Containers aus und führten zur Verseuchung. Buchholz kritisiert, dass aus dem Vorfall offenbar nicht viel gelernt wurde. Und so wurde im Sommer 2018 bekannt, dass ein Mitarbeiter der Urananreicherungsanlage Waffenteile in die Anlage geschmuggelt hatte. „Erneut haben die Kontrollen versagt“, so Buchholz.

Und Udo Buchholz fragt sich auch, ob es in der Urananreicherungsanlage zu einem vergleichbaren Brand wie im Dezember 2018 in der Brennelementefabrik in Lingen kommen kann. Am Abend des Nikolaustages waren dort rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Situation in den Griff zu bekommen. Bemerkenswert findet es Buchholz vor diesem Hintergrund, dass der Urenco-Konzern, der die Gronauer Urananlage betreibt, in diesem Jahr der Gronauer Feuerwehr bereits zweimal mit Sachspenden bedacht hat: Mit einem Elektro-Hochleistungslüfter, auch Überdruckbelüfter genannt, sowie mit „Kinderfindern“ in Form von Aufklebern, die an Kinderzimmertüren angebracht werden und das Auffinden von Kindern im Brandfall erleichtern.

Buchholz betont, dass der Lüfter und die Rettungsaufkleber sicherlich sinnvolle Sachen sind. „Die Ausstattung von Feuerwehren sollte aber nicht vom Wohlwollen von Nuklearfirmen abhängen. Die zuständigen Behörden und Ministerien müssen dafür Sorge tragen, dass die Feuerwehren in Gronau und in anderen Kommunen bestmöglich ausgestattet werden“, so Udo Buchholz.

Die ersten Anlagenteile der Gronauer Urananreicherungsanlage sind seit 1985 in Betrieb und es gab immer wieder Störfälle in der Anlage. Auch in der technisch vergleichbaren Urananreicherungsanlage in Almelo (NL) gab es Störfälle. Auf dem Dach der niederländischen Uranfabrik wurde 2015 erhöhte Radioaktivität gemessen. Unklar ist, wo der Atommüll dauerhaft gelagert werden soll, der beim Betrieb der Urananreicherungsanlagen in großen Mengen anfällt. Umweltverbände, Bürgerinitiativen und auch die Grün Alternative Liste (GAL) Gronau setzen sich gemeinsam grenzüberschreitend für die sofortige Stilllegung der Uranfabriken in Gronau und Almelo ein.

 

Weitere Informationen: https://bbu-online.de, https://www.laka.org, http://galgronau.de

 







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