Schafe sind keine Sportgeräte: PETA übt scharfe Kritik an Deutscher Schafschurmeisterschaft in Wüsting


Bei Schafschurwettbewerben sind Schnittverletzungen keine Seltenheit. / © PETA Deutschland e.V.

23.08.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, TopNews 

 

Von PETA

Ausgebeutet zur Steigerung des Egos: Vom 23. bis 25. August werden bei den 17. Deutschen Schafschurmeisterschaften auf der Messe LandTageNord in Wüsting über 1.200 Schafe geschoren. PETA kritisiert die Veranstaltung scharf, denn zugespielte Aufnahmen vergangener Schafschurwettbewerbe belegen, dass die Schur unter Wettkampfbedingungen vielfach zu erheblichen Schnittverletzungen bei den Schafen führt. Zudem bedeuten die laute Geräuschkulisse und Menschenmassen massiven Stress für die sensiblen Fluchttiere. Die Tierrechtsorganisation ruft potenzielle Besucher zum Boykott der Meisterschaften auf, um die Misshandlung der Tiere zu Wettkampfzwecken nicht zu unterstützen.

„Schlimm genug, dass Tiere ohne natürlichen Fellwechsel noch immer gezüchtet werden. Dass ihnen bei Schafschurmeisterschaften das Fell unter Wettbewerbsbedingungen vom Körper geschnitten wird, ist eine Zumutung“, so Johanna Fuoß, PETA-Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. „Häufig tragen die Schafe blutige Schnittwunden davon. Sie strampeln, zappeln und versuchen, der Situation zu entkommen. Wir hoffen, dass potenzielle Besucher dieses traurige Spektakel nicht unterstützen.“

Wettbewerb unweigerlich mit Tierleid verbunden

Auf die Fluchtversuche der Tiere reagierten die Teilnehmer bei früheren Wettbewerbern lediglich, indem sie die Schafe grob und gewaltsam wieder in die „richtige“ Position für die Schur zwangen. Die Veranstalter der Deutschen Schafschurmeisterschaft – der Verein Deutscher Schafscherer und der Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems – warnen bei grober Schur und Verletzungen zwar jedes Jahr vor Disqualifikation. PETA weist jedoch darauf hin, dass Wettbewerbe wie dieser immer unweigerlich mit einem rohen Umgang verbunden und Schnittverletzungen keine Seltenheit sind. Zudem sind die Schafe auf der Bühne durch lauten Applaus, die Anfeuerungsrufe des Publikums und lautstarke Kommentare des Moderators vermeidbarem Stress ausgesetzt.

PETA erstattete bereits Anzeige

PETA erstattete schon 2016 Strafanzeige gegen die Veranstalter. Obwohl die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe anerkannte, dass die Tiere während der Schur zahlreiche Schnittwunden erlitten, wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt. PETA hält daran fest, dass die Schur unter den Bedingungen eines sportlichen Wettbewerbs gegen das Tierschutzgesetz verstößt, da sie Schafe unnötigem Leid und Stress aussetzt. Daher setzt sich die Tierrechtsorganisation auch weiterhin für das Ende der Deutschen Schafschurmeisterschaft ein.

Tierqualprodukt Wolle

In der intensiven Schafzucht in Deutschland werden Lämmern die Ohren zur Markierung durchstochen, die Schwänze vieler Jungtiere auf äußerst schmerzhafte Weise mit einem Gummiring gekürzt und männliche Lämmer kastriert – all das meist ohne Betäubung oder die Gabe von Schmerzmitteln. Bei Großherden werden Schafscherer gewöhnlich nach der Anzahl der geschorenen Schafe entlohnt, nicht nach dem Zeitaufwand. Infolgedessen erfolgt die Schur oft regelrecht im Akkord und ohne Rücksicht auf das Wohlbefinden der Schafe. PETA bittet daher alle Menschen, auf tierfreundliche Materialien wie Lyocell, Baumwolle, Viskose, Polyester und Polyacryl zurückzugreifen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.







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