Urananreicherer Urenco zeigt keine Einsicht: Atomkraftwerke Tihange und Doel werden weiter beliefert

23.10.18
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, NRW, News 

 

Von BBU

Atomkraftgegner: Gesetzlicher Exportstopp jetzt unausweichlich "NRW-Ministerpräsident Laschet und Bundesumweltministerium müssen handeln"

Der internationale Urananreicherer Urenco wird weiterhin die belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel mit angereichertem Uran von seinen Standorten Gronau/Westfalen und Almelo/NL für die Brennelementefertigung beliefern. Dies teilte ein Unternehmenssprecher am Wochenende in zwei Antwort-Mails an einen belgischen Atomkraftgegner sowie das Umweltinstitut München mit. In beiden Schreiben heißt es gleichlautend:

"URENCO hat langjährige Verträge mit unseren belgischen Kunden, und in dieser Hinsicht erfüllen wir weiterhin unsere Verpflichtungen."

Erst Anfang Oktober hatte der Chef von Urenco Deutschland, Joachim Ohnemus, in Gronau gegenüber Bundestagsabgeordneten der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen bekundet, dass Urenco in Zukunft auf Uranlieferungen von Gronau nach Belgien "intern" verzichten wolle.

Gründe für den jetzigen Rückzieher nannte Urenco nicht.

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht und empört, dass Urenco auch weiterhin die gefährlichen Atomkraftwerke in Tihange und Doel mit angereichertem Uran aus Gronau und Almelo beliefern will. Offensichtlich will Urenco nicht verstehen, wie gefährlich diese Reaktoren wirklich sind – Profitinteressen sind hier anscheinend wichtiger als die Sicherheit der Bevölkerung," so Marc Alexander von der 11 maart-beweging aus dem belgischen Ravels, ca. 50 km östlich von Doel.

Ministerpräsident Laschet stellt sich bei Bundesratsinitiative für Exportstopp quer

In diesem Zusammenhang kritisieren die Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der zwar gerne die Stilllegung von Tihange und Doel sowie einen Exportstopp für Kernbrennstoffe aus Deutschland dorthin fordert. Doch nun lehnte er just eine Bundesratsinitiative von Baden-Württemberg ab, die genau einen solchen Exportstopp erreichen will. Auch hat Laschet bislang seine CDU-Parteifreunde in Berlin nicht von einem Exportstopp und Ausstieg aus der Urananreicherung und der Brennelementefertigung überzeugen können oder wollen.

"Es zeigt sich, wie wichtig und unerlässlich gesetzliche Beschränkungen für die Uran-Exporte sind. Wenn es nach dem Willen des Gronauer Urananreicherers Urenco und des Lingener Brennelementeherstellers Framatome geht, wird sich gar nichts ändern. Wir fordern deshalb von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie vom Bundesumweltministerium und vom Bundeswirtschaftsministerium einen sofortigen Exportstopp für angereichertes Uran und Brennelemente. Außerdem muss nach der Experten-Anhörung im Bundestag am letzten Mittwoch die Stilllegung der beiden Atomanlagen zügig angegangen werden," so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

 







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