10-Punkteplan für Kakao-Sektor ist viel zu lau


Foto: Südwind

24.01.19
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Internationales, Bewegungen, TopNews 

 

Von Robin Wood

ROBIN WOOD fordert verbindliche Rechtsvorschriften, um Entwaldung für Lebensmittel zu stoppen

ROBIN WOOD kritisiert den „10-Punkteplan für nachhaltigen Kakao“ als unzureichend und viel zu zaghaft. Den Plan hatten Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestern im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin öffentlich vorgestellt.

Insbesondere fehlt darin ein klares Bekenntnis zu verbindlichen gesetzlichen Regelungen auf europäischer Ebene. Vielmehr lässt der Plan explizit die Option für Nachhaltigkeits-Standards auf freiwilliger Basis offen.

Freiwillige Ansätze und Zertifizierungsinitiativen sind im Kakao-Sektor mittlerweile weit verbreitet, haben bisher aber kaum spürbare Verbesserungen in den Anbaugebieten erbracht. „Die Zeit der Experimente und leeren Versprechungen ist abgelaufen. Wir brauchen nun endlich verbindliche rechtliche Regelungen, die den Import von Kakao aus Entwaldung sowie Kinderarbeit und unmenschliche Arbeitsbedingungen sicher ausschließen“, sagt Tina Lutz, Tropenwaldreferentin bei ROBIN WOOD.

ROBIN WOOD fordert die Bundesregierung auf, sich im Rahmen des derzeit in der EU diskutierten Aktionsplans gegen Entwaldung für eine verbindliche rechtliche Regelung auf EU-Ebene einzusetzen. Diese Regelung muss für alle Agrargüter mit einem hohen Entwaldungsrisiko gelten. Sie muss zusätzlich zur Entwaldung u.a. auch Kinderarbeit und die Verletzung von Arbeitsschutzbestimmungen sicher ausschließen.

Untersuchungen der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO zeigen, dass der Anbau von Agrarprodukten wie Soja, Fleisch, Palmöl, Kaffee, Kakao und Kautschuk für rund 80 Prozent aller Entwaldungen weltweit ursächlich ist. Die EU trägt hier als wichtiger Importeur dieser Güter eine besonders große Verantwortung.







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