Belgisches Risse-Atomkraftwerk (Tihange 2) gefährdet den "Aachener Freundschaftsvertrag"!


Bildmontage: HF

21.01.19
UmweltUmwelt, Internationales, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Offener Brief des „Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie“ an den Präsidenten von Frankreich Herrn Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Frau Merkel anlässlich der Unterzeichnung des „Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration“ (Vertrag von Aachen)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Präsident,

als „Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie" begrüßen wir jeden Friedens- und Freundschaftsvertrag zwischen Frankreich und Deutschland. Wir hoffen, dass dieser „Aachener Vertrag“ zum Wohl der Bevölkerung beider Nationen führen wird.

Leider steht den beschlossenen gemeinsamen Zielvereinbarungen für das Klima, die Umwelt, Gesundheit und Nachhaltigkeit sowie Frieden und Sicherheit eine völlig andere Realität gegenüber.

In Deutschland ist der Atomausstieg bis 2022 versprochen, während die Anreicherungsanlagen für Uran und die Brennelementefabrik in Lingen weiter betrieben werden. Frankreich wird bis 2050 weiter Atomkraft nutzen, ca. 30 neue AKW bauen und durch finanzielle Beteiligung an maroden Atomkraftanlagen in anderen Ländern deren Weiterbetrieb verantworten.

Dies führt zu einer doppelt absurden Situation:

Während in Deutschland nach 2022 keine AKW mehr betrieben werden, ermöglicht die Produktion und Lieferung von Atombrennelementen den Weiterbetrieb der maroden AKW in Belgien (insbesondere Tihange 2). Genau diese AKW sind im Mehrheitsbesitz des französischen Staates - und wahrscheinliche Unfälle liegen daher auch in der Verantwortung Frankreichs.

Unsere Länder haben sich im „Aachener Vertrag“ zu hohen Standards im Bereich Sicherheit und Umweltschutz verpflichtet (1). Deshalb fordern wir als Bürgerinitiative gegen Atomkraft und damit für die Bewohner*innen der Euregio, diese versprochenen Sicherheitsstandards auch tatsächlich umzusetzen.

Die Konsequenz ist die sofortige Schließung des hochgefährlichen belgischen AKW Tihange 2.

Dieser Schrottreaktor gefährdet das Leben von uns BürgerInnen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

Ein SuperGAU würde eine ökologische und ökonomische Katastrophe, Unfrieden, Chaos und den wirtschaftlichen Absturz eines bisher stabilen Wirtschaftsraumes nach sich ziehen.

Der „Aachener Vertrag“ wird seinem Anspruch nur gerecht, wenn er dem Schutz der Menschen dient und nicht den wirtschaftlichen Interessen großer Energiekonzerne!

Mit freundlichen Grüßen

Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie / Stop Tihange

(1) Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration vom 22.1.2019, Art.13, Absatz 3„Beide Staaten bleiben dem Erhalt hoher Standards in den Bereichen des Arbeitsrechts, der sozialen Sicherung, der Gesundheit und der Sicherheit sowie des Umweltschutzes verpflichtet“.







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