Bündnis „Wurzeln im Beton“ protestiert gegen HeidelbergCement

07.08.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Baden-Württemberg, Wirtschaft, TopNews 

 

Von Bündnis „Wurzeln im Beton“

„Wir packen die Bauwende an den Wurzeln!“

Das klimaaktivistische Bündnis „Wurzeln im Beton“ protestiert seit heute Morgen 6 Uhr mittels zivilen Ungehorsams gegen das Heidelberger Unternehmen
HeidelbergCement. Vor dem Gebäude der Hauptzentrale haben sich Aktivist*innen die Füße einbetoniert und bestiegen die Vordächer. Einen Tag lang soll somit der Haupteingang des Gebäudes blockiert werden, um auf die Klimakrise und auf das neokoloniale Handeln HeidelbergCements hinzuweisen.
Wäre die Zementindustrie ein Staat, wäre sie die Nation mit den dritthöchsten
Emissionen weltweit. Eine Tonne Zementklinker herzustellen, verursacht 800 kg CO2.

HeidelbergCement ist der zweitgrößte Zementhersteller weltweit. Von allen Dax
Unternehmen, zu denen auch BMW, Daimler, VW und die Lufthansa gehören, ist
HeidelbergCement das Unternehmen mit dem bilanziell höchsten CO2 Ausstoß - und damit ein massiver Anheizer des Klimawandels. Die Baubranche selbst ist für noch deutlich mehr Emissionen verantwortlich. Stahl, Beton und Zement verschlingen Unmengen an Energie. "Aus diesem Grund protestieren wir hier heute gegen den Klimakiller Zement. Besonders europäische Zementriesen wie LafargeHolcim und HeidelbergCement tragen eine maßgebliche Verantwortung für die Klimakrise", betont die Pressesprecherin Luca Holz. Mit ihrem Protest reihen sich die Aktivist*innen in die Aktionstage "Aufstand mit Abstand!" der Gruppe "Zucker im Tank" (ZimT).

"Die Zementherstellung sorgt nicht nur für die globale Klimakatastrophe,
sondern auch für lokale Zerstörung an Abbaustandorte im globalen Süden. In
Indonesien, Ghana, Togo, der Westsahara sowie im Westjordanland handelt
HeidelbergCement unverantwortlich gegenüber Menschen und Umwelt“, so Luca Holz.

Die Protestform des Füße Einbetonierens stammt von indonesischen Aktivistinnen und wird aus Solidarität vor dem Hauptverwaltungsgebäude ausgeübt. In Indonesien plant eine Tochterfirma ein Zementwerk und den Kalksteinabbau im Kendeng-Gebirge. Der Abbau würde das Ökosystem des Karstgebirges, seinen Wasserhaushalt und seine hohe Artenvielfalt zerstören und die Existenzgrundlage der Kleinbauern in der Region
vernichten.

Der globale Bauboom steigert den Bedarf nach Zement, heute wird jährlich
dreimal so viel Zement hergestellt als noch vor 20 Jahren. Grund ist der Mythos von Wirtschaftswachstum, der Entwicklung und Fortschritt verspricht, aber im Gegenteil zu Umweltzerstörung und Entwurzlung der Menschen vor Ort führt. "Die Klimakrise zeigt, dass Kapitalismus und unendliches Wachstum nicht zukunftsfähig sind. Wir zerstören mit diesem Wirtschaftssystem uns selbst und unseren Planeten. Noch können wir eine bessere Zukunft aufbauen, in der Menschen mehr zählen als die Gewinne von Konzernen", so Luca Holz. Die Aktivist*innen von Wurzeln im Beton fordern eine grundlegende Bauwende. "Es reicht nicht, effizientere Zementproduktion zu erforschen. Wir müssen Bauen und Wohnen radikal umdenken. Statt immer mehr zu bauen, müssen wir uns die Frage stellen, wie wir gesamtgesellschaftlich Wohnen organisieren wollen", so die Pressesprecherin des Bündnisses.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz