300 Meter lange Traverse zwischen dem Dannenröder und dem Herrenloswald gespannt

05.11.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hessen, TopNews 

 

Von AktivistInnen aus dem Danni

Zwischen dem Dannenröder Wald und dem verbleibenden Herrenwald haben Aktivist*innen heute eine 300 Meter lange Traverse1 zwischen Lehrbach und Niederklein über die B62 gespannt. Unter dem Motto „Danni and Herri against Ecocide“, das auf einem Banner über der Straße zu lesen ist, verbinden Aktivist*innen die beiden Wälder als Protest gegen den Bau der A49. Ziel der Aktion ist es, auf die dramatischen Auswirkungen des Biodiversitätsverlusts aufmerksam zu machen. Das gespannte Seil stehe dabei symbolisch für ein Wiederverbinden zweier durch Gewalt getrennter Ökosysteme.

Die Klimaschützer*innen machen mit ihrer Aktion auf den dramatischen Verlust von Biodiversität und dessen Konsequenzen aufmerksam. „Die industrialisierte Gesellschaft und ihr ewiges Streben nach Wachstum sind verantwortlich für die systematische Zerstörung von Ökosystemen und das sechste Massensterben der Arten, indem wir uns gerade befinden.“, erklärt die Aktivistin Sophie. „Der größte direkte Verursacher von Biodiversitätsverlust weltweit ist die Zerstörung und die Fragmentierung von Lebensräumen wie etwa bei dem Bau einer Autobahn wie der A49. Der Herrenloswald, ein FFH-Schutzgebiet, wurde in den letzten Wochen bereits durch die Rodung der Trasse zerteilt und das Leben bedrohter Arten massiv gefährdet. Die Rodungen für die A49 sind ein Verbrechen an der Natur und haben somit katastrophale Auswirkungen für uns alle, als Teil der Natur.“

Deutschland hat von den Biodiversitätszielen für die jetzige Dekade bis 2020 überhaupt nur 1 von 20 Zielen erreicht, während das Bundesamt für Naturschutz vor Kurzem bekannt gab, dass jede dritte Säugetierart in Deutschland gefährdet ist. Als einer der Hauptgründe wird neben der industriellen Landwirtschaft auch die Zerschneidung von Lebensräumen durch Straßen genannt.2 „Wenn wir Biodiversitätsverlust wirklich verhindern wollen, müssen wir uns allen Infrastrukturprojekten in den Weg stellen, die Ökosysteme gefährden. Wir fordern daher einen sofortigen Autobahnbaustopp in Deutschland.“, so Marianne.

Die Aktivist*innen erklären sich solidarisch mit Waldbesetzungen weltweit und den Protesten anlässlich der Castor-Transporte wie die Aktivistin Lynn deutlich macht: „Today we are reconnecting forests that once have been separated violently and we act in solidarity with the whole climate justice movement worldwide. Together we will fight the economic system that is destroying our lives because we are nature defending itself.” Das Banner “freethedanni11 #unnötigung“ macht dabei gleichzeitig auf die verhafteten Klima-Aktivist*innen der Protestaktionen gegen den Bau der A49 auf Brücken der A3, A5 und A661 aufmerksam und bildet einen Vorgeschmack auf den Aktionstag am morgigen Freitag.

 

 







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