Landesregierung hält weiterhin an Umsetzung der Baupläne für die A49 fest – Massives Polizeiaufgebot im Dannenröder Wald!

10.11.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hessen, TopNews 

 

Von Bündnis "Wald statt Asphalt"

Dannenrod, den 10. November 2020. Am heutigen Dienstag startete im mittelhessischen Dannenröder Wald ein sich bereits seit Wochen abzeichnender Polizeieinsatz. Einheiten aus verschiedenen Bundesländern wurden dort zusammengezogen und sollen die von Klimaschützer*innen errichteten Baumhausdörfer im Dannenröder Wald räumen. Dies war zuvor bereits in angrenzenden Waldstücken geschehen, um die Rodungsarbeiten für den Bau des geplanten Neubaus einer Teilstrecke der Autobahn A49 zu ermöglichen.

Gegen die jahrzehntealten Baupläne gibt es breiten Widerstand, sowohl lokale Bürger*innen-Initiativen als auch klimaaktivistische Gruppen rufen immer wieder zu Protesten gegen das Vorhaben der hessischen schwarz-grünen Landesregierung auf.

„Die jüngsten Entwicklungen sind ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die hier vor Ort zum Teil seit Jahrzehnten gegen dieses zerstörerische Projekt kämpfen. Die Durchsetzung dieses urzeitlichen Bauvorhabens entgegen jeder ökologischen Vernunft und unter Missachtung z.B. wasserschutzrechtlicher Gutachten zu erzwingen, indem in Zeiten rasant steigender Infektionszahlen tausende Polizeibeamt*innen verheizt werden, ist absolut unverantwortlich. Besonders die Enttäuschung über die Beteiligung der Grünen an diesem Wahnsinn ist für viele Leute inzwischen enorm“, äußert sich Frida Blume vom „Wald-statt-Asphalt“-Bündnis.

Während viele Menschen aus der direkten Umgebung der geplanten Autobahn von Beginn an dagegen vorgehen, ist der Kampf um den Dannenröder Wald in den vergangenen Monaten auch zunehmend in den Fokus der Klimabewegung gerückt. Unter dem Namen Wald statt Asphalt schloss sich eine Vielzahl von Gruppen zusammen, um gemeinsame Erklärungen zu veröffentlichen oder Pressekonferenzen abzuhalten. Zuletzt rief das Bündnis zu Aktionstagen auf, an denen sich Aktivist*innen an vielen Orten in ganz Deutschland beteiligten. Zu den Forderungen gehört neben einem sofortigen Baustopp der A49 auch ein radikales Umdenken in der nationalen Verkehrspolitik.

Stellvertretend erklärt Charlie Linde für das „Wald-statt-Asphalt“ Bündnis: „Wenn wir sehen, wie nicht nur hier im Dannenröder Wald veraltete Infrastrukturprojekte mit aller Gewalt durchgedrückt werden, dann verwundert es nicht, dass die Emissionen im deutschen Verkehrssektor immer weiter steigen. Politik und Konzerne haben kein Interesse daran, mit klimafreundlichen und gemeinschaftlich nutzbaren Verkehrsmitteln für eine gerechte und zukunftsfähige Mobilität zu sorgen. Stattdessen wird die Verkehrslandschaft weiterhin so gestaltet, dass alles auf motorisierten Güter- und Individualverkehr ausgelegt ist. Der Weg zu ernsthafter Klimapolitik kann jedoch nur über eine echt Verkehrswende inklusive der sozial-ökologischen Umgestaltung der Automobilindustrie führen – der Bau neuer Autobahnen steht dabei für das exakte Gegenteil!“

 

Das „Wald statt Asphalt“ Bündnis besteht aus: Aktion Schlagloch, Attac, Bürger*innen-Initiative Keine A49, Ende Gelände, Extinction Rebellion, Fridays For Future , Koala Kollektiv, Robin Wood, Sand im Getriebe und Menschen aus der Waldbesetzung

 







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