Wie unterstützt das Land NRW zukünftig das Gronauer Rockmuseum?

16.07.08
UmweltUmwelt, Kultur, NRW, TopNews 

 

Landesbauminister Wittke soll sich gegen die Gronauer Uranfabrik und gegen hochgefährliche Urantransporte engagieren

Bei einem Besuch im Gronauer Rockmuseum hat ein Vertreter der GAL-Fraktion (Grün Alternative Liste) im Rat der Stadt Gronau Landesbau- und Verkehrsminister Wittke (CDU) einen offenen Brief überreicht. In dem Schreiben der GAL-Fraktion werden die Kosten des Rockmuseums und die Gefahren der Gronauer Urananreicherungsanlage thematisiert. Es wird nach finanziellen Unterstützungen durch das Land NRW für das Museum gefragt und Minister Wittke wird ersucht, sich gegen die Gronauer Uranfabrik und gegen die Urantransporte von und nach Gronau zu engagieren.

In dem Schreiben weist die GAL-Fraktion darauf hin, dass der Unterhalt des Rockmuseums „eine nicht unbeträchtliche Belastung für den Gronauer Haushalt darstellt. Immer wieder werden Stimmen laut die besagen, dass die erforderlichen Mittel vorrangig im sozialen Bereich eingesetzt werden sollten. Auch in unserer GAL-Fraktion wurde wiederholt darüber diskutiert, welche Belastungen durch das Museum für die Gronauer Bevölkerung zumutbar sind. Daher bitten wir Sie zu prüfen, welche Unterstützung seitens des Landes NRW für den Unterhalt des Museums zukünftig realisierbar wäre.“

Die GAL-Fraktion erinnert daran, dass sich bei der Eröffnung des Rockmuseums Udo Lindenberg vor dem Rockmuseum mit Aktiven des Widerstandes gegen die einzige deutsche Urananreicherungsanlage solidarisiert hat. Die Anlage steht in Gronau, wenige Kilometer vom Rockmuseum entfernt.     

Der GAL-Fraktion ist sich darüber bewusst, dass Minister Wittke nicht direkt für den Betrieb der Urananreicherungsanlage zuständig zu sein scheint. Die GAL-Fraktion ist dennoch der Auffassung, dass der Betrieb und Ausbau der Anlage die Arbeitsbereiche des Ministers betrifft. Letztlich ist auch er als Teil der NRW-Landesregierung für den Betrieb der Anlage mit verantwortlich.

Konkret schreibt die GAL-Fraktion zum Thema Urananreicherungsanlage: „Hinsichtlich des Baubereiches ersuchen wir Sie hiermit zu prüfen, wie sich ein Unfall, wie jüngst in der Uranverarbeitung in Tricastin, in Gronau auswirken würde. Und wir ersuchen Sie uns mitzuteilen, wie Sie als NRW-Verkehrsminister die Transportsicherheit der ständigen Urantransporte von und nach Gronau garantieren. Die Transporte erfolgen mit Bahn- und LKW-Transporten und gefährden zahllose Menschen. Selbst scheinbare „Leerbehälter“ strahlen beträchtlich.

Bei einem Unfall mit entsprechenden Freisetzungen in der Anlage oder bei den Transporten müsste im Umkreis von mehr als 5 km sofort (!) evakuiert werden. Das wäre unmöglich! Die Anlage setzt bereits im sogenannten Normalbetrieb Radioaktivität frei, die alles andere als gesundheitsförderlich ist. Jetzt droht auch die Inbetriebnahme der Ausbaustufe auf 4500t UTA/a – damit der Urenco-Konzern Uran für AKW in aller Welt anreichern kann. Die Gronauer Bevölkerung trägt das Risiko – und das, obwohl sich rund 3000 Bürgerinnen und Bürger für ein Bürgerbegehren ausgesprochen hatten. Weiterhin droht jetzt auch noch der (bereits genehmigte) Bau einer Atommüllhalle für rund 60.000 Tonnen (!!) Uranoxid in Gronau. Und das Alles bei fehlendem, entsprechendem Versicherungsschutz!

Die GAL-Fraktion im Rat der Stadt Gronau, Bürgerinitiativen, Umweltverbände u. a. m. (bis hin zum „Entsorgungsland“ Russland), und auch der BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), fordern zum Schutz der Bevölkerung die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage und das Verbot der Urantransporte.
 
Nehmen Sie die Interessen der besorgten Bevölkerung ernst und unterstützen Sie unsere Forderungen.“

Die GAL-Fraktion sieht Minister Wittke’s zugesagter Antwort mit großem Interesse entgegen.

Weitere Informationen zur Gronauer Urananreicherungsanlage unter www.aku-gronau.de







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