Atomwirtschaft: 5 Verletzte bei Explosion in niederländischer Zentrifugenfabrik

24.07.08
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Verzögert der Vorfall die Inbetriebnahme der erweiterten Uranfabrik in Gronau?

In der Explosion, die sich am Mittwoch in einer niederländischen Zentrifugenfabrik in Almelo ereignet hat, sieht die Bürgerinitiative „Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau“ einen bemerkenswerten Vorfall. Offenbar wurden mindestens 5 Arbeiter verletzt. Das Zentrifugenwerk befindet sich in unmittelbarer Nähe der niederländischen Urananreicherungsanlage.

Vgl.: http://www.rtl.nl/(/actueel/rtlnieuws/binnenland/articleview/)/components/actueel/rtlnieuws/2008/07_juli/24/binnenland/0724_0515_chemisch_incident.xml.

Die Zentrifugen, die in der Anlage gebaut werden, kommen in Urananreicherungsanlagen, wie zum Beispiel in Gronau, zum Einsatz. „Urananreicherungsanlagen sind an sich schon höchst gefährliche Anlagen. Dass schon bei der Zentrifugenproduktion Chaos herrscht und scheinbar verschiedene Chemikalien zusammen gelangen, die nicht zusammen gelangen dürfen, ist überaus besorgniserregend“, so der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, dessen Mitglieder sich fragen, ob bei der Zentrifugenproduktion auch schon früher Probleme aufgetreten sind.

Schon seit Jahren kritisiert der AKU Gronau den Betrieb der drei Urananreicherungsanlagen des Urenco-Konzerns in Gronau (D), Almelo (NL) und Capenhurst (GB) und deren Zulieferindustrien. Der AKU weist immer wieder auf Sicherheitsprobleme hin und betont, dass die Entsorgung des Atommülls der Urananreicherungsanlagen nicht gewährleistet ist. Der AKU Gronau erklärt, dass sich der gestrige Unfall scheinbar in keinem nuklearen Anlagenbereich ereignet hat. Dennoch wird deutlich, so der AKU, „dass auch im Umfeld der Urananreicherung Gefahren lauern. Von einer sauberen und sicheren Atomtechnik kann keine Rede sein.“ Und im Zusammenhang mit der aktuellen Klima- und Energiedebatte erklärt der AKU, dass Atomanlagen nicht CO2-neutral laufen. „Das Uran, dass im Niger und anderswo aus den Uranminen für den Betrieb der Uranfabriken und Atomkraftwerke in aller Welt abgebaut wird, wird durch den Einsatz von Strom aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken abgebaut. Von sauberer Atomenergie kann, auch vor dem Hintergrund des Wasserreinbruchs beim Atommülllager Asse, absolut keine Rede sein“, so der AKU. Die Bürgerinitiative fordert daher die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen und einen verstärkten Ausbau umweltfreundlicherer Energiequellen.

Mit Blick auf die Explosion in der niederländischen Zentrifugenfabrik fragt sich der AKU, ob der Vorfall Auswirkungen auf die drohende Inbetriebnahme der erweiterten Urananreicherungsanlage in Gronau hat. AKU: „Vielleicht fehlen jetzt Zentrifugen für die Inbetriebnahme?“ Der AKU wäre nicht böse darüber …







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