NRW-Landesregierung soll Forderung unterstützen: Kein Atommüll von Garching nach Ahaus!

19.01.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) unterstützt die Forderung der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ nach der endgültigen Abschaltung des Forschungsreaktors FRM II in Garching bei München. Und ebenso wie die Bürgerinitiative lehnt der BBU den drohenden Transport von Atommüll von Garching nach Ahaus ab. „Auch die NRW-Landesregierung muss die Forderungen der Bürgerinitiative unterstützen“ betont BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Die Bürgerinitiative ist eine Mitgliedsorganisation des BBU.

Im FRM II hatte sich am 14. Mai 2020 ein meldepflichtiger Störfall ereignet. Das meldepflichtige Ereignis war zunächst in die Stufe 0 der „International Nuclear Event Scale“ INES eingeordnet worden. Jetzt wurde bekannt, dass der Störfall gravierender war als zunächst angegeben und dass er in Stufe 1 eingestuft wurde.

Am 18. Januar 2021 hat die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ folgende Pressemitteilung veröffentlicht, um die Bevölkerung zu informieren:

Vorfall im Reaktor Garching gravierender als bisher bekannt

Der Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München ist mittlerweile seit 10 Monaten außer Betrieb. Ursprünglich erfolgte der Stillstand (angeblich?) wegen Corona-Beschränkungen, kurz darauf wurde aber auch bekannt, dass radioaktives Gas ausgetreten und ein Grenzwert überschritten worden war.

Anfangs wurde dieser Vorfall als „sicherheitstechnisch unbedeutend“ verharmlost. Wie der bayrische Rundfunk am 15.01.21 meldete, musste der Vorfall jetzt jedoch schärfer bewertet und als „Störung“ eingestuft werden. Wann der Reaktor wieder hochgefahren wird, sei weiter offen, hänge aber im Wesentlichen von der Bewertung des TÜV ab, so der BR. Nach Auffassung der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ muss der FRM II endgültig abgeschaltet bleiben, denn sein Betrieb ist spätestens seit Ende 2018 illegal: Der FRM II arbeitet mit hochangereichertem und damit waffenfähigen Uran. Selbst die ausgedienten Brennelemente haben noch einen Anreicherungsgrad von ca. 88%. Die Betreiber erhielten in der Betriebsgenehmigung von 2003 die Auflage, den Reaktor spätestens bis Ende 2010 auf niedrig angereicherten Brennstoff umzurüsten. Dies ist nicht geschehen. Darauf wurde die Frist noch einmal bis Ende 2018 verlängert – wieder ohne dass die Betreiber etwas unternommen hätten! Dass die bayrischen Aufsichtsbehörden dies bis heute stillschweigend geduldet haben, ist ein Skandal. Gänzlich inakzeptabel ist unter diesen Voraussetzungen, dass der Atommüll aus Garching wie geplant nach Ahaus gebracht werden soll: Das Atommüll-Lager Ahaus ist von Anfang an konzipiert und genehmigt für Atommüll aus Anlagen, die mit niedrig angereichertem Material für die zivile Nutzung arbeiten (3 – 5% Anreicherungsgrad). Von hochangereichertem Material war niemals die Rede. Mit der Einlagerung hochangereicherten Atommülls würde Ahaus zu einem interessanten Ziel für Terroranschläge aller Art. Dafür ist das Lager sicherungstechnisch nicht ausgelegt.

Quelle und weitere Informationen: https://www.bi-ahaus.de







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