Vorbild Frankreich: PETA appelliert an Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Wildtiere in Zirkussen und Delfine in Zoos zu verbieten

25.10.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, TopNews 

 

Von PETA

Die französische Umweltministerin Barbara Pompili gab Ende September bekannt, dass in Frankreich sowohl die Wildtierhaltung in Wanderzirkussen als auch die Delfinhaltung in Zoos schrittweise beendet wird. Das bedeutet konkret: Kein Import, keine Zucht und in den nächsten zwei Jahren die Übergabe der gefangen gehaltenen Orcas an betreute Meeresbuchten; auch die anderen Delfine sollen umgesiedelt werden. Das Land erwägt sogar, selbst Meeresrefugien zu gründen, um die Abgabe der Delfine an andere Zoos zu verhindern. Zirkusunternehmen sollen bei der Umstellung auf ein Programm ohne Wildtiere unterstützt und ihre Mitarbeiter auf Wunsch umgeschult werden. Vor diesem Hintergrund wandte sich PETA vergangene Woche an Svenja Schulze. In ihrem Schreiben appellierte die Tierrechtsorganisation an die Umweltministerin, dem Beispiel ihrer französischen Amtskollegin zu folgen.

„Wir fordern Ministerin Schulze auf, nicht länger zuzulassen, dass Wildtiere wie Elefanten, Großkatzen und Meeressäuger für die Unterhaltung zahlender Besucher eingesperrt und zu Zirkusclowns degradiert werden“, so PETAs Biologinnen Dr. Tanja Breining und Dr. Yvonne Würz. „Deutschland gehört im Hinblick auf den Tierschutz bald zu den rückschrittlichen Ländern der EU – es wird Zeit, die Gefangenhaltung und Ausbeutung fühlender Lebewesen auch hierzulande endlich in die Geschichtsbücher zu verbannen.“

Die drei Delfinarien in Frankreich dürfen keine Delfine mehr aufnehmen und auch die Zucht ist untersagt. Zudem hat das Land angekündigt, dass die vier Orcas im Zoo Marineland in Antibes in ein Sanctuary umgesiedelt werden sollen. Sanctuaries sind betreute Meeresrefugien, in denen die Tiere in „Semi-Freiheit“ wieder möglichst artgerecht und selbstbestimmt leben können.

PETA setzt sich dafür ein, dass auch in Deutschland entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Repräsentativen Umfragen zufolge lehnt die Mehrheit der Deutschen Delfinarien ebenso ab wie die Wildtierhaltung im Zirkus. Doch trotz katastrophaler Enge in Duisburg, dem Lagunen-Desaster in Nürnberg und einer langen Sterbechronik in beiden Zoos dürfen die beiden letzten deutschen zoologischen Einrichtungen mit Delfinen die Tiere bis dato weiterhin für die Zucht missbrauchen und sie untereinander hin und her tauschen.

Während in den meisten europäischen Ländern bestimmte Tierarten in der Manege bereits verboten sind, werden in Deutschland weiterhin Elefanten, Giraffen, Primaten, Großkatzen und viele andere Tiere in Zirkusbetrieben auf Lkws von Stadt zu Stadt gekarrt. Da PETAs Einschätzung nach von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner keine großen Sprünge in Tierschutzfragen zu erwarten sind, wandte sich die Organisation nun an das Umweltministerium.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

 

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus-Hintergrundwissen

PETA.de/Delfinarien

PETA.de/Frankreich-Verbot-Nerzfarmen-Delfinarien-Wildtierdressuren

 







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