ROBIN WOOD-Protest gegen Kahlschlag im Querumer Forst für Braunschweiger Flughafen-Piste

01.10.09
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

ROBIN WOOD-AktivistInnen sind heute früh auf Bäume im Querumer Forst in Braunschweig geklettert und haben quer über die Tiefe Straße ein Transparent mit der Aufschrift „Sinnlose Infrastruktur zerstört Natur“ aufgespannt. Damit unterstützen sie den Protest von AnwohnerInnen, lokalen Bürgerinitiativen und dem NABU gegen die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg in ein EU-Vogelschutzgebiet hinein. ROBIN WOOD lehnt das Ausbauvorhaben ab, weil es unnötig ist, Natur zerstört und den Flugverkehr trotz seiner extremen Klimaschädlichkeit weiter fördert.

Der Regionalflughafen soll ausgebaut werden, damit der von Volkswagen erworbene Airbus A319 auch für Langstrecken- und Interkontinentalflüge voll getankt in Braunschweig starten kann. Dabei liegt der nicht ausgelastete Flughafen Hannover-Langenhagen nur 40 Autominuten von Wolfsburg entfernt. Zusätzlich könnten nach einer Startbahnverlängerung einige wenige A320-Testflüge des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig durchgeführt werden, die aber auch problemlos am bestehenden Flughafen des DLR-Standorts in Oberpfaffenhofen laufen könnten.

Für die Pistenverlängerung müsste ein 90 Hektar großes Waldgebiet – das entspricht der Fläche von 126 Fußballfeldern – mit etwa 60.000, zum Teil über 200 Jahre alten Bäumen kahl geschlagen bzw. in der Höhe gekappt werden, was gerade viele alte und hohe Bäume nicht überleben würden. Zerstört würde dadurch ein ökologisch wertvolles EU-Vogelschutzgebiet und ein wichtiger Naherholungsraum.

„90 Hektar Wald sollen den Interessen der Luftfahrt- und Autoindustrie geopfert werden. Wir wehren uns dagegen, dass der Naturschutz zurückstehen soll, sobald mächtige wirtschaftliche Interessen und regionalpolitische Eitelkeiten im Spiel sind“, sagt Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD.

Obwohl der Rechtsstreit um den Ausbau noch läuft, wollte die Flughafengesellschaft sofort mit der Rodung beginnen. Er wolle nicht länger warten, hatte kürzlich Reinhard Manlik, Ratsherr der Stadt Braunschweig und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft Braunschweig/Wolfsburg im Rat der Stadt angekündigt. Ab dem 1. Oktober sind mit dem Ende der Vegetationsperiode Fällungen wieder möglich. Das Bundesverwaltungsgericht hat dies gestern in letzter Minute durch einen so genannten Hängebeschluss vorerst verhindert. Demnach darf es keine Rodungsarbeiten geben, bis das Gericht endgültig darüber entschieden hat, ob in dem Rechtsstreit eine Revision erlaubt ist. „Es ist für die Flughafengesellschaft beschämend, dass sie erst durch das Bundesverwaltungsgericht davon abgehalten werden konnte, während eines laufenden Rechtsstreits nicht zu korrigierende Tatsachen zu schaffen“, sagt Thomas Erbe von ROBIN WOOD Braunschweig.







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