Tierschutz-Fahrplan für Frau Merkel


Zirkus-Elefant; Bild: PETA

01.10.09
UmweltUmwelt, TopNews 

 

Welttierschutztag: Pro Wildlife fordert besseren Schutz für Wildtiere

München, 1. Oktober 2009. Zum Welttierschutztag am 4. Oktober ruft die Artenschutzorganisation Pro Wildlife die künftige Bundesregierung dazu auf, die Vorschriften zum Schutz von Wildtieren zu verbessern. „Millionen von exotischen Tieren leiden, weil sie in Privathaushalten, Zirkussen und Zoos nicht artgerecht gehalten werden“, sagt Pro Wildlife-Sprecherin Daniela Freyer. „Wildtiere gehören weder in den Zirkus noch sind sie geeignete Heimtiere“. Pro Wildlife fordert die künftige Bundesregierung auf, Wildtiere in Zirkussen zu verbieten, ihre Importe zu stoppen und strengere Vorschriften für Zoos.

Born to be wild: Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer

Von Affen über Krokodile bis hin zu Haien: Der Trend zum exotischen Heimtier boomt. Millionen Wildtiere fristen ein erbärmliches Dasein in kleinen Käfigen, Terrarien oder Aquarien. Angebote im Internet oder auf Tierbörsen verleiten zu Spontankäufen, doch viele Halter wissen kaum etwas über die Bedürfnisse der Wildtiere. Viele Tiere sterben frühzeitig. Der Nachschub für den Heimtiermarkt kommt bei vielen Arten noch immer aus freier Wildbahn in Südamerika, Asien oder Afrika. Pro Wildlife fordert deshalb ein Importverbot für Wildfänge, ein Verbot von Wildtierbörsen und strenge Vorschriften für die Haltung exotischer Tiere.

Manege frei - von Wildtieren

„Noch immer müssen dressierte Elefanten, Giraffen, Tiger und Bären in Zirkusmanegen auftreten und unter miserablen Haltungsbedingungen leiden. Die behördlichen Vorgaben sind völlig unzureichend und werden zudem oft nicht umgesetzt“, kritisiert Freyer. Bereits 2003 verurteilte der Bundesrat die Haltung insbesondere von Elefanten, Bären und Affen in Zirkussen als tierschutzwidrig und empfahl der Bundesregierung, ein Haltungsverbot zu beschließen. Dies wurde jedoch bisher nicht umgesetzt.

Zoos in der Verantwortung

Immer wieder geraten Zoos wegen ihrer Zuchtpraxis in die Schlagzeilen: Sie züchten Wildtiere, weil Tierbabys die Kassen klingeln lassen. „Wenn der Nachwuchs nicht mehr ganz so niedlich ist, werden die Tiere nicht selten an drittklassige Tierparks abgeschoben oder eingeschläfert, weil in den Zoos kein Platz für sie ist“, kritisiert Freyer. Pro Wildlife fordert, dass Zoos eine lebenslange artgerechte Unterbringung für ihre Tiere garantieren müssen. Auch Sinn und Zweck der Zucht müssen dringend hinterfragt werden: „Zoos stellen sich selbst gerne als Arche Noah dar, dabei dient die Zucht lediglich dem Erhalt des Zoobestands, eine Auswilderung von Tieren in die Wildnis ist in den allermeisten Fällen weder vorgesehen noch möglich“, so die Biologin Freyer. Pro Wildlife appelliert an die Bundesregierung, die völlig veralteten Mindestanforderungen an die Haltung von Zootieren zu überarbeiten und einen Schlussstrich unter kleine, karge Käfige zu ziehen.

Der 4. Oktober ist der Todestag von Franz von Assisi. Da der Mönch als erster Tierschützer gilt, wurde ihm zu Ehren der Welttierschutztag auf den 4. Oktober gelegt.







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