22 Schiffe bei Elbblockade


10.05.13
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hamburg, TopNews 

 

von BBU

Heutige Elbblockade laut BBU ein deutliches Zeichen gegen das Kohlekraftwerk Moorburg

BBU-Vorstandsmitglied Regina Ludewig ist heute während der Elbblockade vor Ort unter Tel. 0160/91895672 erreichbar.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bezeichnet die Elbblockade bei den Landungsbrücken im Rahmen des Hamburger Hafengeburtstages, die sich im Moment formiert, als deutliches Zeichen gegen die drohende Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Moorburg bei Hamburg und gegen den Kohleabbau in Kolumbien.

Nach Angaben des BBU beteiligen sich 22 Schiffe an dem Protest auf der Elbe. Der ungewöhnliche Protest kommt bei der Bevölkerung gut an und wird auch am Ufer mit vielfältigen Aktionen unterstützt. Solidarität wird an Land auch mit einem 60 Meter langen Transparent gezeigt. Bei einer Kundgebung kommen zudem Mitglieder verschiedener Initiativen und Organisationen zu Wort, darunter auch Aktive aus Kolumbien und von der Kampagne “Unser Hamburg – Unser Netz”, die für den Tag der Bundestagswahl einen Volksentscheid über die zukünftige Energieversorgung in Hamburg vorbereitet.
www.unser-netz-hamburg.de

Organisiert wurde die Elbblockade von „gegenstrom13“, einem Zusammenschluss von Umweltschutz- und Menschrechtsorganisationen, Informationen über die Proteste zu Wasser und an Land findet man im Internet unter www.gegenstrom13.de. Dem Bündnis „gegenstrom13“ gehört auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz an. Der in vielen Bereichen engagierte BBU fordert den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausstieg aus der Kohlestromproduktion.

Der BBU verurteilt die geplante Inbetriebnahme des KKW Moorburg durch den Stromkonzern Vattenfall im nächsten Jahr scharf. Es darf nicht sein, dass Vattenfall mit einer Klage vor dem internationalen Schiedsgerichtshof die Umweltstandards für Moorburg verwässert, dass sie nicht mehr dem EEG entsprechen. Der Strom wird in Deutschland nicht benötigt, sondern vermutlich in die Niederlande exportiert werden. Die Gewinne gehen nach Schweden zum Konzernsitz.

Kohleabbau unter katastrophalen Bedingungen in Kolumbien

Die Kohle für das Kraftwerk wird unter katastrophalen ökologischen und menschenunwürdigen Bedingungen in Kolumbien abgebaut. 400.000 indigene BewohnerInnen der Wayuu sind in Nordkolumbien durch den Kohleabbau am härtesten betroffen. Landvertreibung durch Paramilitärs, Umweltzerstörung und Gewässerverschmutzung bedrohen ihre Lebensgrundlage. Viele werden schwer krank.

Die Gewerkschaft 'Sintracarbon' kämpft in Kolumbien für einen gerechten Lohn der Minenarbeiter und eine Anerkennung der schweren Gesundheitsschäden durch den Kohleabbau als Berufskrankheit. Ihr Streik konnte Anfang 2013 die Produktion der weltweit größten Kohlemine stilllegen. Viele Gewerkschafter werden mit dem Tode bedroht oder ermordet.

Das KKW Moorburg würde bei Volllastbetrieb 9 Mio Tonnen Co² jährlich ausstoßen. Feinstaub- und Schwermetallemissionen würden die angrenzenden Stadtteile wie Wilhelmsburg oder Billstedt schwer belasten und nach einer Greenpeace-Studie dort zu Lebensverkürzungen oder Toten führen.

Auch in der Bundesrepublik Deutschland lässt Vattenfall in der Lausitz unter verheerenden ökologischen Folgen Braunkohle abbauen. Grundwasserverseuchungen, Abholzung eines der letzten deutschen Urwälder und Vertreibung der örtlichen Bevölkerung aus jahrhundertealten Dörfern gehören auch dort zum Geschäft.

Der BBU lehnt eine Stromerzeugung, die dermaßen ignorant mit katastrophalen ökologischen Folgen und der Verletzung von Menschenrechten einhergeht, scharf ab. Stromerzeugung darf dauerhaft nur ökologisch vertretbar mit erneuerbaren Energien geschehen. Das sollte in einer Bürgergesellschaft, in einer Demokratie, eigentlich selbstverständlich sein. Und das sollte auch zu den ethischen Wirtschaftsstandards eines Stromkonzerns gehören.

www.bbu-online.de




VON: BBU






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