Giftgas geht auch an Garath vorbei


16.11.07
UmweltUmwelt, Düsseldorf 

 

Informationsveranstaltung in der Freizeitstätte

Die von der Firma Bayer geplante Kohlenmonoxid-Verbindung zwischen den Standorten Dormagen und Krefeld-Uerdingen führt dicht im Süden von Düsseldorf dicht am Stadtbezirk 9 vorbei. Die „Düsseldorfer Initiative gegen die Bayer-Giftgas-Pipeline" informierte dazu in einer öffentlichen Veranstaltung in der Freizeitstätte Garath. Referent war der Diplom-Kaufmann Axel Köhler-Schnura von der weltweit arbeiteten Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG).

Köhler-Schnura stellte neben der Konzern-Geschichte und seiner aggressiven Strategie die Gefahren in Produktion und Logistik dar: Kohlenmonoxid (CO) ist ein auch in geringer Dosierung tödlich wirkendes Gas. Es ist geruchlos, farblos und geschmacklos. Nach einer Studie der Stadt Ratingen ist bei einem Vollbruch der Pipeline von 140.000 Toten auszugehen. Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei verfügen über keine wirksamen Rettungspläne. Die Entgiftungsstationen der umliegenden Krankenhäuser sind nicht in der Lage, auch nur einen Bruchteil der kontaminierten Patienten aufzunehmen.

Die deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) schreibt dazu: „Die CO-Pipeline der Fa. Bayer bietet (nicht nur auf dem Gebiet des Kreises Mettmann) unzählige Angriffspunkte. Weder die Ventilstationen, noch die gesamte Pipeline-Streckenführung kann von der Polizei gegen mögliche Attentäter geschützt oder bewacht werden. Selbst wenn tausende Polizisten eingestellt werden würden, die dann zu ‚Grenzgängern’ herangezogen würden, wäre eine lückenlose Sicherheit nicht zu gewährleisten. Selbst wenn die Feuerwehren verkünden, dass sie bei einem Schadensfall nicht helfen könnten, was sollte dann die Polizei ausrichten, die ebenfalls immer als ‚erste am Ort’ ist?"

Der Erkrather Facharzt für Innere Medizin Dr. Reinhard Müller führt dazu aus: „Wenn sich CO an unsere Blutkörperchen bindet, kommt es zur ‚inneren Erstickung’ zum Zelltod. CO ist geruchlos, das macht seine Heimtücke aus, so dass man ahnungslos davon überfallen’ wird und je nach Stärke der Luftkonzentration nicht einmal mehr Zeit hat, mit seinem Handy Hilfe zu holen. Neben der Geruchlosigkeit ist es auch ein Problem, das CO je nach Umgebungstemperatur dieselbe oder sogar höhere Dichte als Luft hat, so dass es sich horizontal ausbreitet und sich leicht in den benachbarten Wohngebieten verteilt."

Uwe Koopmann, der die DKP im Rathaus des ebenfalls betroffenen Düsseldorfer Stadtbezirks Gerresheim vertritt, und die „Düsseldorfer Initiative gegen die Bayer-Giftgas-Pipeline" vertraten daher die Auffassung, dass eine Verlegung der CO-Leitung in andere Gebiete, etwa auch mit einer kürzeren Strecke durch das linksrheinische Meerbusch, keine Lösung darstellt. Ebenso plädierten die Bezirksvertreter der Linken Liste Düsseldorf (LLD), Renate Gebel und Henning Kroymann, dafür, Kohlenmonoxid in hermetisch geschlossenen Kreisläufen nur an den jeweiligen Produktionsstandorten einzusetzen.


VON: GERRY KUSS






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