Zwei Vorkommnisse im November in der Brennelementefabrik Lingen


Mahnwache in Lingen am 13.9.17; Foto: BBU

06.12.18
UmweltUmwelt, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

BBU fordert Konsequenzen

Von BBU

Nach dem zweiten Vorkommnis innerhalb weniger Wochen in der Brennelementefabrik in Lingen (Emsland / Niedersachsen) fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) Konsequenzen. Aus Sicht des BBU ist der Anlagenbetrieb nicht länger hinnehmbar, die sofortige Stilllegung der bundesweit einzigartigen Atomfabrik ist erforderlich. Der BBU kritisiert, dass die Landesregierung in Hannover in der Vergangenheit nicht angemessen gehandelt hat, obwohl es immer wieder zu Pannen und Störfällen in der umstrittenen Anlage kam und kommt. Nach vielfältigen Protesten aus dem In- und Ausland befasst sich derzeit immerhin auch der Bundestag mit der Zukunft der Atomfabrik in Lingen, in der auch Nuklearbrennstoff für Atomkraftwerke in Belgien, in der Schweiz und in anderen Ländern hergestellt wird. Im Oktober hat in Berlin eine Anhörung des Umweltausschusses des Bundestages über die Zukunft der Uranfabriken in Gronau und Lingen stattgefunden.

 

Hintergrund des jüngsten meldepflichtigen Ereignisses in der Brennelementefabrik sind Risse, die an einem Reaktionsbehälter in der Trockenkonversionsanlage festgestellt wurden. Dies gab das Niedersächsische Umweltministerium am 4. Dezember 2018 bekannt.

http://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldepflichtiges-ereignis-in-der-brennelementfertigungsanlage-in-lingen-171902.html

In einem Betriebsbericht (veröffentlicht in einer Anzeige in der Lingener Tagespost) teilten die Anlagenbetreiber mit, dass die Risse am 27. November 2018 festgestellt wurden.

Schon Anfang November 2018 wurde festgestellt, dass es in der Trockenkonversionsanlage zu Feuchtigkeitsansammlungen gekommen war. Udo Buchholz vom Vorstand des BBU fragt sich, ob die jetzt festgestellten Risse nicht schon spätestens Anfang November hätten auffallen müssen.

Der BBU kritisiert, dass die Landesregierung in Hannover nicht aktivwird, um den Betrieb der Lingener Atomfabrik zu stoppen. Für den engagierten Umweltverband, in dem auch der Elternverein Restrisiko Emsland organisiert ist, ist der weitere Betrieb der Anlage nicht hinnehmbar. „Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies müssen endlich die Stilllegung der Anlage sowie eine Absicherung der dort Beschäftigten einleiten“, fordert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

Die Atomfabrik der Framatome-Tochter Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) arbeit mit verschiedenen Urankomponenten und fertigt in Lingen Uran-Brennelemente für Druckwasser- und Siedewasserreaktoren. Damit garantiert das französische Unternehmen mit dem Anlagenbetrieb in Lingen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und ist direkt verantwortlich für den stetig wachsenden Atommüllberg.

Der BBU, der Elternverein Restrisiko Emsland und weitere regionale Akteure wie der Arbeitskreis Umwelt Schüttorf, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen werden mit ihrer Forderung nach sofortiger Stilllegung der Brennelementefabrik – und auch des AKW Lingen 2 – breit unterstützt. Die „Lingen-Resolution“, in der die sofortige Stilllegung des AKW „Emsland“ und der Brennelementefabrik Lingen gefordert wird, wird inzwischen von mehr als 350 Initiativen und Verbänden unterstützt.

Weitere Initiativen und Verbände können die Resolution noch mitunterschreiben.

Direktlink zur Resolution:

https://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%2018.pdf  







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