AKW Lingen 2: Hofft RWE auf Laufzeitverlängerungen?


Bildmontage: HF

07.05.19
UmweltUmwelt, Wirtschaft, Bewegungen, Niedersachsen, TopNews 

 

Von BBU

Aufgrund von beunruhigenden Auskünften der RWE-Spitze während der RWE-Hauptversammlung am letzten Freitag in Essen warnen Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) vor einer drohenden Laufzeitverlängerung des von RWE betriebenen AKW Lingen 2 ("Emsland") und fordern dessen sofortige Stilllegung.

RWE will laut Konzernchef Rolf Martin Schmitz im AKW Lingen erst in 2022 den "letzten" Brennelementwechsel durchführen – nur wenige Monate vor dem Auslaufen der gesetzlichen Stilllegungsfrist zum 31. Dezember 2022.

Dies teilte Schmitz auf Nachfrage von AtomkraftgegnerInnen während der RWE-Hauptversammlung mit. Die Anti-Atomkraft-Initiativen befürchten nun, dass RWE mit diesem sehr späten Termin für den Brennelementewechsel die technischen Grundlagen für eine mögliche Laufzeitverlängerung des AKW-Betriebs legen will.

RWE weiterhin auf Atomkurs

"Erst durch Nachfragen von AtomkraftgegnerInnen kam auf der Hauptversammlung heraus, dass RWE sowohl bei den AKWs Lingen und Gundremmingen wie auch bei der Urananreicherung in Gronau weiter unbeirrt auf Atomkurs bleibt. Die Ankündigung eines weiteren Brennelementewechsels in Lingen für das Stilllegungsjahr 2022 lässt bei uns alle Alarmlampen anspringen. RWE sollte darauf dringend verzichten und stattdessen den Atomausstieg unumkehrbar und sofort umsetzen," so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Einen Präzendenzfall gibt es ebenfalls: 2015 verzichtete EON auf einen letzten noch möglichen Brennelementewechsel beim AKW Grafenrheinfeld und legte das AKW ein halbes Jahr vor dem gesetzlich spätest möglichen Termin still. RWE will diesen vernünftigen Weg anscheinend nicht gehen, zumal der RWE-Chef auf der Hauptversammlung kein eigenes konkretes Stilllegungsdatum benennen wollte. Er verwies nur fälschlicherweise darauf, dass der AKW-Betrieb bis Ende 2022 "gesetzlich vorgesehen" sei.

Hofft RWE auf eine politische Kehrtwende in Sachen Atomausstieg?

„Seit nunmehr einem halben Jahrhundert ist die Bevölkerung im Emsland und weit darüber hinaus den Gefahren der in Lingen ansässigen Atomindustrie unmittelbar ausgesetzt. Eine Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks mit den damit verbundenen Risiken ist nicht hinnehmbar.

Jeden Tag wird zudem weiterer Atommüll produziert, der hier in Lingen lagern soll und dessen Entsorgung noch immer ungeklärt ist. Wir müssen uns auf die Zusage der Bundesregierung zum Atomausstieg verlassen können. Das Atomkraftwerk Emsland muss sofort abgeschaltet werden, und zwar endgültig,“ forderte Alexander Vent vom „Bündnis AgiEL- AtomkraftgegnerInnen im Emsland“.







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