Kritik an gefährlichem Atomtransport


Bild: BBU

17.06.19
UmweltUmwelt, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

Proteste der Anti-Atomkraft-Bewegung

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisiert, dass am Montag (17. Juni 2019) erneut ein Sonderzug die Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) verlassen hat, der vermutlich Atommüll quer durch NRW und Rheinland-Pfalz nach Frankreich transportiert. Der Betrieb der bundesweit einzigartigen Atomfabrik in Gronau ist mit zahlreichen Atomtransporten von und nach Gronau verbunden, die in der Regel geheim und ohne Ankündigungen durchgeführt werden. Die Transporte erfolgen mit LKW und mit der Bahn. Der BBU, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sowie viele weitere Initiativen und Verbände fordern generell die sofortige Stilllegung der Gronauer Uranfabrik. So war die Anlage auch Karfreitag wieder das Ziel eines Ostermarsches der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung.

Hinsichtlich der Uranhexafluoridransporte wird befürchtet, dass bei einem Unfall Uran austreten und Flusssäure entstehen kann.

Gegen 11 Uhr hat am Montag der aktuelle Sonderzug die Gronauer Urananreicherungsanlage verlassen. 12 Planenwaggons wurden von einer roten Lokomotive Richtung Münster gezogen. Der Zug passierte 11.31 Uhr den Bahnhof von Burgsteinfurt (Kreis Steinfurt, zwischen Gronau und Münster) und fuhr Richtung Münster weiter.

Regierungen sind verantwortlich

Udo Buchholz vom Vorstand des BBU vermutet, dass der Zug abgereichertes Uranhexafluorid, also Atommüll, über die Route Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz und Trier zur Weiterverarbeitung nach Frankreich transportiert.

„Die Anti-Atomkraft-Bewegung fordert schon lange das Verbot der hochgefährlichen Transporte“, betont Buchholz und weist darauf hin, dass die NRW-Landesregierung in Düsseldorf sowie die Bundesregierung für den Betrieb der Anlage in Gronau und für den Transport der Uran- und Atommülltransporte von und nach Gronau zuständig und verantwortlich sind.

Proteste

Örtliche Anti-Atomkraft-Initiativen planen mit Unterstützung des BBU bereits jetzt für den 4. August eine Kundgebung an der Urananreicherungsanlage. Zwei Tage vor dem Hiroshima-Jahrestag soll mit der Kundgebung verdeutlicht werden, dass Urananreicherungsanlagen brisante Schnittstellen zwischen der sogenannten zivilen und der militärischen Atomenergienutzung darstellen.

Auch kurzfristig gehen die Aktivitäten der Anti-Atomkraft-Bewegung in und um Gronau unvermindert weiter. Nachdem sich die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ u. a. mit Unterstützung des BBU Anfang Juni bei einem Erörterungstermin gegen die geplante längere Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Atommüll in Ahaus zur Wehr gesetzt hat, ist die Ahauser Bürgerinitiative in den nächsten Tagen gemeinsam mit weiteren Anti-Atomkraft-Organisationen mit Informationsständen beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund vertreten. Am 28. Juni findet vor dem Atomkraftwerk Lingen 2 eine Protestkundgebung statt und am 7. Juli treffen sich wie an jedem ersten Sonntag im Monat wieder Mitgliederverschiedener Friedens- und Umweltschutzorganisationen zum Sonntagsspaziergang an der Gronauer Urananreicherungsanlage.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Terminen unter https://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm







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