Blockade der A3 - Widerstand gegen die A49 entert erneut die Straße

13.10.20
UmweltUmwelt, Bewegungen, Hessen, TopNews 

 

Von AktivistInnen für den Erhalt des Dannenröder Waldes

Wörsdorf/A3. Heute hat eine Gruppe von Menschen, die die Schnauze voll haben, die A3 aus Solidarität mit den durch den Bau der A49 gefährdeten Wäldern blockiert. Drei unersetzliche Wälder, der Dannenröder Wald, der Herrenwald und der Maulbacher Wald sollen für den Bau der Autobahn zerstört und zerschnitten werden. Um ein Zeichen gegen die Zerstörung zu setzen und den Aktivist*innen in und um den Wäldern beizustehen, wurde die A3 heute blockiert.

Der Widerstand des Waldes erstreckt sich über den Wald hinaus auf die Autobahn. Was in Hessen passieren soll  betrifft alle Menschen, nicht nur die heute durch die Blockade im Stau stehen, sondern jede einzelne Person die in dieser Gesellschaft lebt. „Dort wo jetzt in Deutschland Autobahnen stehen, waren vorher Wälder. Diese Orte, über die jetzt Blechkisten rasen, gehören dem Wald,“ fasst Luca Angela, eine Person die die Schnauze voll hat, zusammen. „Im Durchschnitt stehen Autofahrer*innen 5 Tage im Jahr im Stau. Diese Zeit wird verschwendet in einem Moment, in dem wir keine Zeit mehr zu verlieren haben, um die Klimakrise anzugehen.“

Der Dannenröder Wald steht symbolisch für den Kampf für eine gerechte Verkehrswende. Fakt ist, dass der Verkehrssektor in Deutschland der 3. Größte Verursacher an CO2 Emissionen ist. Gleichzeitig wird der auf fossilen Brennstoffen basierende Individualverkehr durch Subventionen gefördert und schädliche Infrastrukturen, wie die A49, gebaut, welche die Zerstörungsspirale weiter befeuern. Die Aktion richtet sich ausdrücklich nicht gegen die einzelnen Autofahrer*innen, sondern gegen dieses System, das sie zwingt täglich CO2 Emissionen in die Luft zu pumpen. Um eine gerechte Verkehrswende und den Erhalt der schützenswerten Ökosysteme durchzusetzen, haben viele Menschen und Gruppen begonnen, ihre Widerstandsaktionen gegen die A49 zu organisieren. Neben den öffentlichkeitswirksamen Formen wie die Waldbesetzungen gibt es viele Menschen, die im Hintergrund durch Organisation von legalen Demonstrationen, Aufrechterhalten von Campstrukturen und verschiedenen Arten von direkten Aktionen um für die Wälder zu kämpfen. Durch die Blockade nimmt die autonome Gruppe Teil an dem komplexen Kampf für Walderhalt und gegen die A49.

„Wenn wir nicht mit Vollgas in die Klimakatastrophe rasen wollen, dann müssen wir jetzt handeln. Wir brauchen neue Verkehrskonzepte, die nicht auf der Zerstörung unserer Lebensgrundlage basieren“ so Mika Trauber, ein Mensch der auch die Schnauze voll hat. Beispiele für zukunftsfähige Verkehrskonzepte sind der Nulltarif, die Verlegung des Güterverkehrs auf die Schiene und der sofortige Ausbau des ÖPNVs um insbesondere dörfliche Regionen besser anzuschließen.

Im Herrenwald und im Maulbacher Wald sind unter großem Protest die ersten Bäume gefallen. Aber die Menschen lassen sich nicht entmutigen und sind bereit weiterhin diverse Aktionsformen zu nutzen um für den Erhalt der Wälder einzustehen.

Auffahrunfall auf der A3

Es kam heute auf der A3 zu einem Auffahrunfall. Dabei wurde nach unseren Informationen eine Person schwer verletzt.

Es ist schrecklich, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist. Wir fühlen mit den Angehörigen und hoffen, dass die verunfallte Person sich gut erholt. Jeder Verkehrsunfall ist ein Schicksalsschlag, der gerade durch seine unerwartete Plötzlichkeit die Betroffenen tief erschüttern kann. Unsere Gedanken sind bei allen, die durch dieses Unglück in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Polizei bringt den Auffahrunfall in Zusammenhang mit einer Abseilblockade über der A3, mit der Aktivist*innen gegen die Rodungen für den Bau der umstrittenen A49 protestieren wollten.

Wir finden es geschmacklos, dass die Polizei schon innerhalb einer Viertelstunde nach dem Unfall über Twitter Anschuldigungen geäußert hat, während Auffahrunfälle bei Autobahnstaus ansonsten als trauriger Alltag akzeptiert werden.

Auf diese Anschuldigungen heute schon einzugehen, würde der Tragödie nicht gerecht werden. Heute wollen wir den Angehörigen die Ruhe lassen, mit diesem Schock umzugehen.

 

 







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