"Es ist nicht verrückt, Bäume zu schützen. Es wäre verrückt es nicht zu tun."

22.02.21
UmweltUmwelt, Bewegungen, Schleswig-Holstein, Debatte, TopNews 

 

Kommentar von Katrine Hoop

Ich bin erschöpft, enttäuscht und traurig. Traurig, weil ein innerstädtisches Biotop unwiederbringlich zerstört ist. Enttäuscht, weil das eigenmächtige Vorgehen der Investoren mit einer Räumung belohnt wird. Erschöpft, weil ich heute furchtbare Angst gehabt habe um das Leben der jungen Klimaaktivist*innen in den Bäumen.

Klimagerechtigkeit bedeutet nicht nur, die weltweiten Proteste zu loben. Wir müssen dafür auch hier vor Ort einen Schalter im Kopf umlegen: Es ist nicht verrückt, Bäume zu schützen. Es wäre verrückt es nicht zu tun.

Die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements bedeutet nicht nur, geordnete Bürger*innenbeteiligungsverfahren zu entwickeln. Wir müssen ungeordnete, spontane Bewegungen ernst nehmen, Impulse aufgreifen und im Dialog bleiben.

Ich wünsche mir eine Stadt mit Luftschlossfabriken, Kulturprojekten, Sportplätzen, Wagenleben, Fledermäusen, Bäumen und bunten Aufklebern in der Norderstraße. Ich will Räume schaffen, wo ein Blick auf in eine bessere Welt möglich ist, wo Utopie erprobt werden kann.

In Flensburg entstehen immer wieder solche Orte, wo unterschiedlichste Menschen zusammen wirken und ein Moment der Hoffnung entsteht. Den Wald hat es leider nicht gerettet. Und im Moment rast die Wut und Verzweiflung. Ich hoffe, dass wir uns davon nicht entmutigen lassen, sondern weiter streiten für eine lebenswerte Stadt.


Katrine Hoop

Designierte Kandidatin für den
Deutschen Bundestag für DIE LINKE
Wahlkreis 1 Flensburg / Schleswig-Flensburg







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz