EU-Deutschland: Reallöhne sinken -

12.10.09
WirtschaftWirtschaft, TopNews 

 

und Abiturienten haben besonders schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Von Reinhold Schramm  

Das Statistische Bundesamt misst alle drei Monate den Reallohnindex. Als Datengrundlage dienen die Bruttomonatsbezüge von Vollzeitbeschäftigten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.

Der Bruttomonatsverdienst (inklusive Sonderzahlungen) von Vollzeitbeschäftigten sank in diesen Branchen um:

 Verarbeitendes Gewerbe

minus 5,0 Prozent 

 Metallerzeugung und
 -bearbeitung

 -  12 %

 Finanz- und
 Versicherungsdienstleistungen

 -  4,1 % 

 Grundstücks- und
 Wohnungswesen

 -  0,2 %

 Automobilbau

 -  8,8 Prozent 



Der Bruttomonatsverdienst (inklusive Sonderzahlungen) von Vollzeitbeschäftigten 'stieg' in diesen Branchen:

 Gastgewerbe

 plus 0,6 Prozent 

 Erbringung von 'freiberuflichen' Dienstleistungen

 +  0,8 % 

 Verkehr und Lagerei

 +  0,9 % 

 Wasserversorgung

 +  1,3 % 

 Baugewerbe

 +  1,8 % 

 Information und  Kommunikation

 +  2,1 % 

 Energieversorgung

 +  2,4 %

 Öffentliche Verwaltung,
 'Verteidigung',
 Sozialversicherung

 +  7,4 % 

 Vermietung von beweglichen
 Sachen

 +  5,3 % 

 "Vermittlung und 
  Überlassung von 
  Arbeitskräften"  

 +  5,3 Prozent 

Quelle: Destatis / t-online.de


Abiturienten haben zur Zeit besonders schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Dies hat eine DGB-Auswertung der 'offiziellen' Arbeitsmarktstatistik ergeben. Demnach liegt die Zahl der Menschen mit Fach- und Hochschulreife, die eine Lohnarbeit suchen, um ein Viertel höher als im Jahr 2008.

Laut DGB hat sich die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Fach- oder Hochschulreife im ersten Krisenjahr um ein Viertel erhöht und ist damit zwei- bis viermal so stark gestiegen, wie bei anderen Personengruppen. Zur Gruppe der Arbeitslosen mit den höchsten Schulabschlüssen zählen z. Z. rund 480.000 Menschen. Auch eine gute schulische Ausbildung schützt nicht immer vor Arbeitslosigkeit, so der DGB. In Westdeutschland haben bereits 15,8 Prozent der Arbeitslosen eine Fachhochschul- oder Hochschulreife und in Ostdeutschland 13,8 Prozent der Arbeitslosen.
Bei den Menschen mit Fach- und Hochschulreife hat sich die Arbeitslosigkeit im System der Arbeitslosenversicherung wie im "Hartz IV"-System überdurchschnittlich erhöht. Gut 200.000 Arbeitskräfte mit Fach- und Hochschulreife sind zwischenzeitlich verarmt und auf "Hartz IV" angewiesen. Hier hat sich innerhalb von 12 Monaten ihre Zahl um 13,9 Prozent erhöht. - In der aktuellen Wirtschafts- und Gesellschaftskrise [?] hat sich auch das Risiko für jene Menschen deutlich erhöht, die erfolgreich das Abitur abgeschlossen haben oder einen äquivalenten Abschluss erworben haben. Auch ein hohes formales Bildungsniveau schützt nicht vor Arbeitslosigkeit und auch nicht vor Armut. "Hartz IV"-Empfänger dürfen keinesfalls immer mit geringqualifizierten Langzeitarbeitslosen gleich gesetzt werden, so der DGB.

Rund 200.000 arbeitslose "Hartz IV-Empfänger" haben Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss. In keiner anderen Personengruppe ist die Hilfsbedürftigkeit so stark gestiegen wie bei jenen Menschen mit höherem Bildungsabschluss. Besonders betroffen sind dabei die Altersgruppen der 25- bis 34-Jährigen. 

Quelle: DGB-Bundesvorstand, Bereich Arbeitsmarktpolitik, Oktober 2009:  "Arbeitslosigkeit steigt bei Abiturienten überdurchschnittlich".
Siehe: DGB http://www.dgb.de/index_html?-C=  
Hier auch: Arbeitslosigkeit Abiturienten - Download PDF

 







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