Die Bundesregierung weitet Niedriglohnsektor und Altersarmut aus

26.10.12
WirtschaftWirtschaft, Soziales, Feminismus, News 

 

von Reinhold Schramm (Bereitstellung)

„Statt den Niedriglohnsektor einzudämmen, will die Koalition ihn auch noch ausweiten“, kritisierte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied.

„Die Anhebung der Minijob-Grenze auf 450 Euro zeigt, dass diese Bundesregierung weder willens noch in der Lage ist, das Minijob-Problem anzupacken. Statt den Niedriglohnsektor einzudämmen, will die Koalition ihn auch noch ausweiten. Wegen der niedrigen Löhne und der mangelnden sozialen Absicherung sind die Minijobberinnen und Minijobber schon jetzt akut armutsgefährdet und sie gehören zu den Hauptrisikogruppen für spätere Altersarmut.

Geradezu absurd ist die Vorstellung, man würde die Situation der Betroffenen durch diese Anhebung verbessern. Das durchschnittliche Einkommen bei den Minijobs beträgt 260 Euro. Das heißt: die Anhebung der Minijob-Grenze auf 450 Euro bringt den meisten überhaupt nichts, weil sie schon die 400-Euro-Grenze gar nicht erreichen.“ (Vgl.) [1]

Mehr als zwei Drittel der „Minijobber/innen“ sind Frauen

Der Umstieg auf sozialversicherte Beschäftigung ist fast unerreichbar. Frauen, die mit Familienaufgaben arbeiten müssen, werden in Miniarbeit gedrängt. Die dominiertende Branche ist der Groß- und Einzelhandel mit 1,2 Millionen sog. „Minijobs“. Es folgen Gebäudereinigung, Grundstücks- und Wohnungswesen mit 782.000, Gastronomie mit 670.000 und Gesundheitswesen mit 420.000 Beschäftigten. In diesen vier Bereichen arbeiten über 42 Prozent aller Miniarbeiter/Innen. (Vgl.)

„Minijob“ = Minirente = Altersarmut

Die Beitrags-Pauschalen für Miniarbeiter/innen an die Sozialversicherung sichern keine vollwertigen Ansprüche in der Gesetzlichen Renten-, der Kranken- und der Arbeitslosenversicherung. Die mangelnde soziale Sicherung hat bei Arbeitslosigkeit und im Alter negative Folgen. Miniarbeiter/innen, die ein Jahr lang tätig sind, erwerben, nach aktuellen Rechnungen des zuständigen Bundesministeriums, nur eine monatliche Rente von 3,11 Euro. Nach 45 Versicherungsjahren betrage der gesetzliche Rentenanspruch (auf der Grundlage heutiger Berechnungswerte) 139,95 Euro. Damit ist Altersarmut vorprogrammiert! (Vgl.)

Quelle:
[1] DGB - Bundesvorstand, 25.10.2012 | »Minijobs: Bundesregierung weitet Niedriglohnsektor aus«
http://www.dgb.de/themen/++co++8a5f5cbe-19d5-11e2-977d-00188b4dc422
Vgl. DGB: »Minijobs - unsere Positionen auf einen Blick« *

“Raus aus der Armutsfalle - DGB-Reformkonzept Minijobs“ [?]

 


VON: REINHOLD SCHRAMM (BEREITSTELLUNG)






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