Zu Dr. Gero Jenner "Prof. Franz Hörmann – ein Fall von Fachblindheit..."

21.10.12
WirtschaftWirtschaft, Debatte, News 

 

von Markus Fengler

Gero Jenner sagt nicht, dass Banken ihrerseits Kredite aufnehmen, wenn sie ihr Privatkunden-Kreditgeschäft betreiben. Die Notenbank teilt den Sekundärbanken soviel Geld zu, wie sie Sicherheiten bieten können. Das bei der Noten- bank hinterlegte Eigenkapital, z.B. eine Staats- anleihe erlaubt ihnen dann Kredite im Wert von 100, oder sogar 1000 Staatsanleihen an ihre Kunden weiterzureichen.

Das erhöht natürlich die Geldmenge und damit zunächst die Aktivitäten innerhalb der ganzen Wirtschaft. Auf der anderen Seite erzeugt diese Geldvermehrung auch für eine Geldententwertung. Wachstum ohne Inflation, geht das überhaupt?

Die Geschäftsbanken bekommen riesige Probleme, wenn sie nicht regelmäßig das "aus dem Nichts" geschöpfte Geld wieder an die Notenbank zurückgeben und das virtuelle Geld auf diese Weise neutralisieren. Wenn aber die Kreditkunden der Banken keine Zinsen mehr bezahlen oder ganz Pleite gehen, dann ist Schluss mit dem ganzen Geldverleihen (siehe Lehmann-Crash)...

Wenn Hörman etwas anderes behauptet, oder sagt, dass Geldgeschäfte irgendwo auf der Welt ohne reale Deckung  gemacht werden können, dann hätte ich gerne eine Erklärung, wie das funktioniert. Natürlich geht eine Bank pleite, wenn die Kreditausfälle oder Pleite-Investments das als Sicherheit hinterlegte Eigenkapital übersteigen. Jeder Trader ist am Ende, wenn seine hinterlegten Sicherheiten aufgebraucht sind. Der vielbeachtete Hebel, der aus einem Euro 10 Euros macht, erzeugt rein virtuelles Geld, aus dem immer wieder REALE Gewinne oder REALE Verluste entstehen.

Die Höhe des Hebels ist nur dafür verantwortlich, wie groß die Gewinne oder die Verluste sind. Das Limit für Trader/Banken, eigentlich für jeden Kreditnehmer sind IMMER seine wirklich  vorhandenen Sicherheiten. Wird dieses Limit überschritten, ist Finito: Wird das Limit erheblich überschritten, etwa durch betrügerische Insolvenzver- schleppung, hat nicht nur der Pleitier, sondern auch sein Gläubiger Verluste gemacht. Es sei denn, ein solventer Bürge springt ein....

Vielleicht noch ein paar Worte zu dem Schwundgeld von Wörgl, das in der großen Depression, Anfang der 30er Jahre so segensreich für Tirol wirkte. Ist dieses Regionalgeld von damals aus dem Nichts geschaffen worden?  

Das "Wunder von Wörgel" findet seine Erklärung darin, dass der Bürgermeister nicht eintreibbare Steuerschulden als Sicherheit für sein neues Gemeindegeld erklärt hat. Aus nur buchhalterisch vorhandenen Aktiva machte er reales Geld. Offenbar hat dies die Menschen in der Region überzeugt. Sie akzeptierten dieses Schwundgeld als Tauschmittel.

Das ging relativ einfach, weil das Geld am Anfang ja nur an Gemeindemitarbeiter für erbrachte Arbeitsleistungen ausgezahlt wurde. Die monatliche Entwertung des Wörgler Geldes in Höhe von einem Prozent war in meinen Augen allerdings ein merkwürdiger Kniff, um die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und damit Wirtschaftsaktivitäten in der Region zu erhöhen. Hat das wirklich funktioniert?

Eine Art 'Reise-nach Jerusalem'-Spiel. Wer den Schein zuletzt in der Hand hat, muß ein Teil von dessen Wert abgeben, nur um mit dem Geld weiter bezahlen zu können. Dass sich die Wörgler diesen Sch(w)und gefallen ließen, tsss. Immerhin konnte durch die Zwangsentwertung/Inflationierung das Gehalt des Bürgermeister bezahlt werden ;-)


VON: MARKUS FENGLER


Prof. Franz Hörmann – ein Fall von Fachblindheit mit finaler Geistesverwirrung - 13-10-12 20:46




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