Stahlarbeiter bereiten Warnstreiks vor

15.06.14
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von IG-Metall NRW

IG Metall-Tarifkommission macht Druck

Ab 1. Juli ist in der nordwestdeutschen Stahl- industrie mit Warnstreiks zu rechnen. Nach der ergebnislosen zweiten Tarifverhandlung gestern in Gelsenkirchen beschloss die IG Metall-Tarif- kommission heute am selben Ort, den Druck auf den Arbeitgeberverband zu erhöhen.

Sollte es auch in der dritten Runde am 30. Juni in Düsseldorf kein tragfähiges Angebot geben, wird in allen Werken die Arbeit niedergelegt.

Die IG Metall fordert für die 75.000 Beschäftigten in Bremen, Niedersachsen und Nord- rhein-Westfalen fünf Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung ab 1. Juni für zwölf Monate. Zudem sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, zur Beschäftigungssich- erung und zur unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten verlängert und eine Einstieg in die tarifliche Regelung von Werkverträgen geschafft werden.

Ein Angebot zur Tariferhöhung wollen die Arbeitgeber erst machen, wenn sie wissen, "was uns die anderen Forderungen kosten". Nach Auffassung der IG Metall nichts. "Es kommen keinen zusätzlichen Kosten auf die Betriebe zu", sagte IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler. Deshalb gebe es auch "nichts zu verrechnen".

Stahlnachrichten hier:
www.igmetall-nrw.de/uploads/media/2014_06_16_Stahl_stahlnachrichten.pdf 

Beschäftigte der Firma Whitesell kämpfen um ihre Arbeitsplätze!
Kundgebung: Samstag, 07.06. 11:00 Uhr Rathausplatz Neuss, ab 10:00 Uhr Demonstrationszug ab Werkgelände Zufuhrstraße zum Marktplatz.

Seit der Übernahme der Firma 'Ruia Global Fasteners' durch den amerikanischen Unter- nehmer 'Whitesell' im Januar 2014 geht es stetig bergab. Langfristige Kundenbindungen mit 'Keyplayern' der Automobilindustrie gingen in die Brüche. Nun sind die Arbeitsplätze des mehr als 140 Jahre alten Traditionsunternehmens akut in Gefahr, da immer mehr Aufträge nicht mehr produziert werden. Die Beschäftigten haben entschieden, öffentlich für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen. 'Whitesell' hat mittlerweile angekündigt, Arbeitsplätze abbauen zu müssen.
Heiko Reese, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss: „ Da ist richtig Druck auf dem Kessel. Die Beschäftigten sind mehr als sauer, dass durch ein zweifelhaftes Geschäftsmodell ihre Arbeitsplätze vernichtet werden.“

Am Samstag, 07.06.2014 wird ein Demonstrationszug durch die Neusser Innenstadt zum Marktplatz vor dem Rathaus führen. Dort findet ab 11:00 Uhr eine Kundgebung statt. Der Demonstrationszug startet um 10:00 Uhr am Werksgelände auf der Zufuhrstraße in Neuss.
Heiko Reese: „Es muss Schluss sein mit 'Whitesell'. Er hat von Anfang an darauf abgezielt Geld abzuschöpfen, ohne Rücksicht auf die Arbeitsplätze. Wir fordern Whitesell auf sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. Es muss gerettet werden, was noch zu retten ist.“

Zwölfter Bericht zur Arbeitnehmerüberlassung: Anzahl der Leiharbeitnehmer steigt

Die Leiharbeitsbranche wächst wieder. Wie aus dem 12. Bericht der Bundesregierung zur Entwicklung der Arbeitnehmerüberlassung hervorgeht, ist die Zahl der Leiharbeitskräfte in den Jahren 2009 bis 2012 um 29 Prozent von rund 625.000 auf 878.000 gestiegen. Der absolute Höchststand war im August 2011 mit knapp über 927.000 Leiharbeitern erreicht. Auch die Zahl der Firmen mit einer Lizenz zur Überlassung von Arbeitnehmern nahm in dieser Zeit zu.

Weiter bei:
www.gleichearbeit-gleichesgeld.de

Der Arbeitsmarkt in Deutschland - Zeitarbeit - Aktuelle Entwicklungen

Die Bundesagentur für Arbeit hat ihren neuen Halbjahresbericht veröffentlicht: (hier klicken)

"Die Beschäftigungsentwicklung in der Zeitarbeit hat zuletzt stagniert, der Arbeitskräf- tebedarf der Branche stabilisiert sich. Die Zeitarbeit stellt eine Beschäftigungsperspek- tive für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer dar: Jeder zehnte Leiharbeitnehmer war zuvor noch nie beschäftigt. Sie zeichnet sich aber auch durch eine überdurchschnittlich hohe Dynamik und Fluktuation aus: 14 Prozent der Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt erfolgen aus Zeitarbeit."

"Dynamik und Fluktuation" sind kein Wunder: Erleben wir doch Tag für Tag die Abmel- dung von KollegInnen in Leiharbeit aus den klassischen Kundenbetrieben der Verleih- branche. Dort werden dann "Arbeitspakete" geschnürt und über Werkverträge outgesourct.


VON: IG-METALL NRW






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