Zeitarbeit und Leiharbeit, Mindestlohn und Altersarmut - und „Reform“ im Kapitalismus?

02.02.11
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Der DGB fordert mehr Sicherheit für die Arbeitskraft am Arbeitsmarkt.

von Reinhold Schramm

Der DGB fordert mehr Verwertungssicherheit für den Verkauf der unsicheren und differenzierten Lohnarbeit am kapitalistischen Arbeitsmarkt - bzw. in der „Sozialen Marktwirtschaft“.*

DGB-Vorstand Buntenbach sagte am Dienstag in Berlin unter anderem: „Der Aufschwung steht auf dünnem Eis“, und „findet vor allem in der unsicheren Leiharbeit statt.“ - Für die boomenden Leiharbeitsverhältnisse wird in diesem Jahr „die 1-Million-Schallmauer voraussichtlich durchbrochen.“
Unbefristete Stellen werden „immer mehr zum Auslaufmodell.“ - Und der DGB- Vorstand erwartet „von der Bundesregierung einen echten Fortschritt für mehr Sicherheit am Arbeitsmarkt.“ Und man fordert die „Gleichbehandlung von Leiharbeitern“, und „einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von“...? =  Anmerkung: Hier fehlte die letzte DGB-Forderung von „8,50 Euro“. -

Diese DGB-Forderung beinhaltet - auch nach mehr als 40-Vollzeit-Arbeitsjahren - eine Armutsrente. Bei der Realisierung dieser „8,50 Euro“ befinden sich die zukünftigen Armutsrentner unterhalb der geringen gesetzlichen Grundsicherung bzw. auf dem Niveau der vormaligen Sozialhilfe - oder analog: in der geringen gesetzlichen „Hartz-IV-Regelleistung“ - und damit im offenen Hartz-IV-Vollzug. -

Um aus der drohenden Altersarmut für Geringverdiener heraus zu kommen, wäre ein 12-Euro- Std.- Lohn (- aufwärts) notwendig. Zugleich müsste bei mehr als 30-Vollzeit-Arbeitsjahren - in abhängiger Lohnarbeit - der geringe Rentenanspruch zusätzlich zur gesetzlichen Grundsicherung als Altersrente gezahlt werden.
Wie bei einer ‘menschenwürdigen’ Regelleistung und einem ‘auskömmlichen’ Mindestlohn und Altersrente, ist die Finanzierung über die Wert- und Mehrwertschöpfung aus der realen Produktivitätsentwicklung der deutschen Wirtschaft zu finanzieren.
Diese Finanzierung erfolgt unter Einbeziehung aller privaten Vermögens- und Eigentumsverhältnisse. - Anmerkung hierzu: Die Beteiligung der Kapital- und Vermögenseigentümer wäre eine "Reform" im Kapitalismus, - und noch keine materielle Aufhebung und Überwindung der bestehenden spätbürgerlichen und imperialistischen Gesellschafts- und Eigentumsordnung in der Bundesrepublik Deutschland und EU-Europa!

Anm.
zur sozialen „Reform“ und Realität in der kapitalistischen Bundesrepublik: Die regierende Großbourgeoisie und Administration (- einschließlich ihrer postfaschistischen Kleinbürger) könnte eine von den sozialdemokratischen Gewerkschaften mitgetragene „Reform“ unter Einsatz ihrer gesamten freiheitsfeindlichen und demokratiefeindlichen Staatsgewalt in Deutschland beenden.

Siehe, die aktuelle DGB-Forderung zur „Sicherheit am Arbeitsmarkt“ - an die BDI- BDA- Lobby- Regierung und Parlamentsmehrheit - bei der Kapitalverwertung der menschlichen Arbeitskraft: [1]

Quelle: [1] DGB - PM 014 - 01.02.2011: „DGB fordert mehr Sicherheit am Arbeitsmarkt“.
Zu den Ausführungen von DGB-Vorstand Annelie Buntenbach:
http://www.dgb.de/presse/++co++0e64558c-2dfb-11e0-783d-00188b4dc422

*) Erinnerung: 

Frank Walter Steinmeier (SPD und DGB) mit Michael Sommer (DGB und SPD) im Gespräch:
Steinmeier: „Wer Vollzeit arbeitet, soll sich und seine Familie gut ernähren können, (...) Deshalb kämpfen wir Sozialdemokraten für einen realistischen Mindestlohn für alle. 7,50 Euro (Brutto) sind die Richtmarke, die wir gesetzt haben.“

Auf die DGB-Frage: „Ist die soziale Marktwirtschaft [offensichtlich ist der Kapitalismus gemeint?] mit Niedriglöhnen vereinbar?“
Frank-Walter Steinmeier (und „Soziale Marktwirtschaft“): „Sie ist nicht vereinbar mit unanständig niedrigen Löhnen, von denen Arbeitnehmer [?] nicht leben können. Sittenwidrige Löhne sind verboten.“ Siehe: [2]

Quelle:
[2] DGB: „Deutschland braucht den“ -Niedriglohn- „Mindestlohn“.
„Neues aus dem Bus: Im Gespräch mit Frank-Walter Steinmeier (SPD)“

http://www.mindestlohn.de/meinung/interviews/frank-walter-steinmeier/

Keine Empfehlung: Lohnverzicht reduziert Altersrente.
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/verzicht.pdf

Merke: Verzicht auf Arbeitslohn und reformistischen Lohnkampf reduziert die Altersrente und erhöht die Kapital- und Privatvermögen der deutschen Bourgeoisie, Aktionäre, Erbengemeinschaft und ‘harmonischen’ Administration.

 


VON: REINHOLD SCHRAMM






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