Die Leihkeule – unabhängige Zeitung für Leiharbeiter

29.07.17
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Von "Die Leihkeule"

„Über 50.000 Sklavenhändler verleihen inzwischen rund eine Million Arbeitskräfte, so viele, wie noch nie. Migranten steht auf dem Arbeitsmarkt fast nur der Niedriglohnsektor offen. Die Bundesregierung beschloss eine Ausnahmeregelung für Zugewanderte, um für sie den Mindestlohn unterschreiten zu können, wenn ein ausländischer Berufsabschluss nachqualifiziert wird.

Der Niedriglohnsektor ist ein geschlossener Arbeitsmarkt, in dem die Beschäftigten kaum eine Chance haben, jemals eine Anstellung mit besseren Bedingungen zu erhalten. Viele hangeln sich von einem miesen Job zum nächsten, gelegentlich unterbrochen von Arbeitslosigkeit, bis man in der nächsten trostlosen Klitsche wieder anfängt.

Es gab noch nie so viel Arbeitnehmerüberlassung wie heute. Je mehr die DGB Gewerkschaften die Leiharbeit fairer gestalten und regulieren wollten, desto mehr breitete sich die Pest der Leiharbeit aus.

Wir haben uns bisher ziemlich zurück gehalten mit der Kritik an dieser Gewerkschaftspolitik. Wir kennen recht sympathische gewerkschaftliche Initiativen für Leiharbeiter, wie auch viele aktive Gewerkschaftsmitglieder, die wir schätzen. Doch sie sind ein Feigenblatt für die Gewerkschaften. Gewerkschaftspolitik, die wir erleben, ist  eine Politik im Interesse der Wirtschaft.

Die IG Metall hätte einfach nichts zu tun brauchen und ein „Equal Pay”, also die gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und der Stammbelegschaft, wäre automatisch in Kraft getreten. Die IGM hat ohne Not einen neuen Tarifvertrag unterschrieben und uns damit in die Pfanne gehauen. Damit gibt es kein automatisches Equal Pay.

Wir brauchen nicht alle Ausnahmeregelungen und Schweinereien in der „Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes” aufzulisten, denn es ist klar: Diese Reform nutzt der Wirtschaft und ist nicht in unserem Interesse.

Im Vergleich zu den Rekordgewinnen deutscher Unternehmen stagnieren die Löhne in den letzten Jahren nahezu und gerade bei den Geringverdienern geht es eher bergab. Jegliche Sicherheit ist flöten gegangen und man soll seine Lebensplanung ganz flexibel den Anforderungen der jeweiligen Auftragslage anpassen.

Der Niedriglohnsektor ist ein geschlossener Arbeitsmarkt, in dem die Beschäftigten kaum eine Chance haben, jemals eine Anstellung mit besseren Bedingungen zu erhalten. Viele hangeln sich von einem miesen Job zum nächsten, gelegentlich unterbrochen von Arbeitslosigkeit, bis man in der nächsten trostlosen Klitsche wieder anfängt.

Irgendwann ist aber das Ende der Fahnenstange erreicht. Es reicht. Wenn die Gewerkschaft nicht auf unserer Seite steht, müssen wir eben selbst für unsere Interessen einstehen. Wir sind sauer. Stinksauer. Wir wollen in dieser Ausgabe die momentane Situation in der Leiharbeit beschreiben und wir wollen dazu beitragen, einen breiten Widerstand zu erzeugen gegen Leiharbeit und Lohndumping“.

 

Aus Leihkeule Nr. 5: http://www.chefduzen.de/leihkeule/leihkeule5leseversion.pdf

 

 







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