IAA-Proteste: Klimagerechte Mobilität für alle – Autokonzerne entmachten


Bildmontage: HF

09.09.19
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Von Sand im Getriebe

Bisher konnten sich die Autokonzerne bei der Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt ausgiebig selbst feiern. Damit ist es vorbei. Mehrere Bündnisse, Gruppen und Organisationen rufen für diese Woche zu Protesten gegen die IAA auf.

Sprecherinnen und Sprecher von „Sand im Getriebe“ und Attac Deutschland haben bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag in Frankfurt einen Überblick über die geplanten Gegenaktivitäten zur IAA geben und begründet, warum echter Klimaschutz nur gegen die Autokonzerne durchsetzbar ist.

Tina Velo von Sand im Getriebe sagte: „Auf der IAA werden das deutsche Autoverkaufsministerium und die Spitzen von VW, Daimler, BMW und Co.

sich und ihre zerstörerischen Blechkisten feiern. Kein Wunder: Die Auto-Industrie gehört zu den mächtigsten Fraktionen der deutschen Wirtschaft und bildet das Fundament des deutschen Export-Modells – mit seinen verheerenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen weltweit. Dabei haben wir den Klimawandel in diesem Jahr auch hier deutlich erlebt. Wir müssen jetzt handeln. Und weil Politik und Konzerne sich gegen diesen Wandel zur klimaneutralen Gesellschaft sträuben, beginnen wir ihn nun selbst. Es ist höchste Zeit, dem Automobilismus Sand ins Getriebe zu streuen!“

Mit friedlichen Blockaden wird das Bündnis „Sand im Getriebe“ am Sonntag Zugänge zum Messegelände blockieren und so den Ablauf der IAA stören.

Achim Heier vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac ergänzte: „Das Fenster der Möglichkeiten für eine sozial-ökologische Verkehrswende steht offen. Es ist an uns allen, die Chance jetzt nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Das wird nur möglich sein, wenn alle relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure an einem Strang ziehen. Einen Anfang machen wir mit den IAA-Protesten. Für eine sozial gerechte und ökologisch tragfähige Mobilität der Zukunft müssen wir den Wachstumszwang einer auf Konkurrenz und Profit aufgebauten Wirtschaft überwinden: weg vom System Auto hin zu einer öffentlich organisierten Mobilität für alle. Die können wir nicht den Konzernen überlassen.“

Bei einer Podiumsdiskussion „Verkehrswende gemeinsam durchsetzen“ am Freitag in Frankfurt bringt Attac wichtige zivilgesellschaftliche Akteure für eine Verkehrswende an einen Tisch: BUND, VCD, Greenpeace, Gewerkschaften, „Sand im Getriebe“ und „Bahn für alle“. Attac beteiligt sich an der Demo des Bündnisses „Aussteigen“ und den friedlichen Blockaden von „Sand im Getriebe“.

Den Auftakt der IAA-Gegenaktivitäten macht der Streik der Fridays-for-Future-Bewegung am Freitag. Für den Abend desselben Tages lädt Attac zur Podiumsdiskussion "Verkehrswende gemeinsam durchsetzen" ein. Am Samstag führen eine Demo und Fahrradsternfahrt des Bündnisses „Aussteigen“ vor die Messetore, und am Sonntag stört „Sand im Getriebe" den Ablauf der IAA.







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