Globale Wirtschafts – und Finanzkrisen ! War der allgemeine Wohlstandsglaube nur eine Illusion?


Bildmontage: HF

19.02.09
WirtschaftWirtschaft, Debatte, Krisendebatte, TopNews 

 

UND, wie wird das Jahr 2009 ?

Von Klaus Remmler

„Fazit: Funktionierende Finanzmärkte sind für den Wohlstand entwickelter Volkswirtschaften eine wesentliche Voraussetzung. Sie erlauben eine optimale Kapital- und Risikoallokation,

Englisch: Risk Allocation
Definition: Zuordnung des Risikos auf dasjenige Wirtschaftssubjekt mit der geringsten Risikoaversion und mit der besten Möglichkeit, mit dem Risiko umzugehen. Die Zuordnung geschieht vielfach mittels Derivaten, wobei der Käufer zusätzliches Risiko eingeht und der Verkäufer sein Risiko verringert.
Verwandte Begriffe: Derivat, Risikoaversion

durch die Menge der möglichen Investitionen und damit kann auch der Wohlstand einer Gesellschaft gesteigert werden. Allerdings ist das Misstrauen den Finanzmärkten gegenüber groß, da Störungen des Marktprozesses gravierende Auswirkungen haben können – z. B. Verlust von (Vorsorge‐)Vermögen oder real wirtschaftliche Kontraktionen. Es liegt daher im Interesse aller Bürger, die Vorteile von Finanzmärkten möglichst weit auszuschöpfen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu minimieren. Dazu bedarf es jedoch wohl überlegter Regulierungen des Finanzmarktes, da andernfalls die Gefahr besteht, dass die Regulierungsmaßnahmen selbst zur Destabilisierung beitragen.

Auch wenn in der gegenwärtigen Lage auf den internationalen Finanzmärkten ordnungspolitische Argumente in der allgemeinen Aufregung untergehen, bleibt dennoch zu hoffen, dass die Politik auch die Nebenwirkungen ihrer Interventionen bedenkt. Grundsätzlich positiv zu bewerten ist, dass die Finanzmarktstabilität als internationale Aufgabe wahrgenommen wird. Insofern bietet auch diese Krise eine Chance – die Chance international sinnvolle Regeln zu implementieren, die zu einer Stärkung der Finanzmarktstabilität beitragen.“
Der obige Text wurde so übernommen aus einem Aufsatz „Finanzmarktregulierung -notwendig oder Übel?“ von Oliver Arentz, November 2008, Otto-Wolff-Institut Discussion Paper 7/2008

Was hier durch dem Autor Oliver Arentz als Fazit seines Beitrages zur Diskussion der Re -oder Deregulierung der Finanzmärkte dargestellt wird, ist im Kern die auch immer wieder durch die deutsche Bundesregierung und ihren Auftraggebern aus der nationalen und internationalen Finanzwirtschaft gemachte Darstellung, für einen Neuanfang aus der gegenwärtigen Krise, eine vorsichtige Regulierung der globalen Finanzmärkte durchsetzen zu wollen, ohne dabei, auch nicht im geringsten die Freiheit des Finanzmarktes selbst und seines globalen Handelns auch nur antasten zu wollen.
Interessanter ist ein im Team geschriebener Artikel vom 02.12.2008, an dem Oliver Arentz als Mitautor genannt ist und der sich betitelt „Reflexion zu sechzig Jahren Soziale Marktwirtschaft“.

Hier werden die Fragen der Zusammenhänge zwischen der persönlichen Freiheit der Individuen, der Sozialen Marktwirtschaft und des Staates als Sachwalter seiner Bürger relativ gut, sachlich und, wie es die Autoren mit dieser Arbeit scheinbar ausdrücken wollten, mit keynesianischen Grundlagen ins Licht gesetzt, ohne allerdings die wirtschaftliche Situation der letzten Jahre, auch nach den Grundsätzen einer „sozialen Marktwirtschaft“, gegenüber zu stellen oder dazu überhaupt Stellung zu beziehen.
Ein Manko, dass wohl eher einer devoten Verbeugung der Autoren zur gegenwärtigen neoliberalen Gesellschaftsordnung in einer globalen Welt der absoluten und freien Herrschaft des nationalen und internationalen Kapitals geschuldet sein dürfte.

Richtig ist allerdings, dass eine funktionierende Geldwirtschaft, also die nationale und internationale Finanzwirtschaft, eine wesentliche Voraussetzung für eine nationale sowie internationale menschliche Gesellschaft ist, die für all ihre Mitglieder die Möglichkeiten bietet, ihr ganz individuelles Leben nach eigenem Wollen und in guter ökonomischer Sicherheit gestalten und in allen Lebenslagen führen zu können.
Dabei ist der Markt zunächst der eigentliche Mittler zwischen den Konsumenten und den Produzenten in einer Wirtschaftsordnung, in der Art und Umfang der Gütererzeugung, ihre Verteilung und ihr Verbrauch durch die sich am Markt bildenden Angebote und ihren Nachfragen und mit zu diesen Erfordernissen sich herausbildenden Preisen.

Ein so genannter „FREIER MARKT“, wie ihn eindeutig die „SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT“ als absolutistisch voraussetzt, in dem keinerlei staatliche, gesellschaftliche oder gesetzliche Regulierungen geduldet werden, hat bereits von dem eigentlichen gewollten Grundlagen her, nichts, aber auch absolut nichts mit dem aus dem Lateinischen kommenden Wort „sozial“ zu tun, im Gegenteil, dieser FREIE MARKT“ schließt eigentlich kategorisch eine soziale Komponente eines solchen „freien Marktes“ geradezu aus.
Hinzu kommt noch in der Jetztzeit der kapitalistischen Wirtschaft, dass sie in einer globalen neoliberalen menschlichen Gesellschaft handelnd, immer deutlicher ihre allseitige Handlungsmotivation zur Erreichung des immer auf höherer Stufe möglichen Profits zeigend, kennzeichnet ist und damit die motivierten Grundlagen bildet, um mit immer größeren Warenströmen, technisch-wissenschaftlich angewandter Innovationen in der Güterherstellung, eine riesige „Überproduktionslawine“ auslösen, die im besonderen auf den Binnenmärkten zu Zeiten größerer Krisenerscheinungen nicht nur zu „Waren-Bestandsblasen“ führt, sondern die Realisierung produktiver Wertschöpfung stark einzuschränken in der Lage ist.

Da dies aber auch und trotzdem die Güterherstellung und ihre Realisierung auf dem Markt erfordert und im ständigen kapitalistischen Konkurrenzkampfes um Marktanteile und um den zu erzielenden Profit auch begrenzt ist, wurde die PROFITGIER dieser Wirtschaft insgesamt durch neue und andere Arten der Profitmaximierung, den Maximalprofit allseitig und immer erreichen zu können, in der Finanzwirtschaft gesichert. Die neuen Investmentstrategien der weltweiten FINANZWIRTSCHAFT mit ihren ständigen Transfer von riesenhaften Geldströmen wurden damit zu einer „unbegrenzten“ Geldmaschine entwickelt und damit zu einer fast „unbegrenzten“ Wachstumsmaschinerie des damit zu erreichenden Profits ausgebaut.
Die Folgen einer solchen Entwicklung sind beileibe nicht unbekannt und schon seit Jahrhunderten bekannt und nachgewiesen, wurden aber gerade in der globalen Wirtschaft und im globalen Finanzwesen dieser Erde von den daran immer dreister partizipierenden Herrschenden aus den Chefetagen des Bankwesens, des Investmentbankings und der Großwirtschaft nicht nur ignoriert, sondern sogar zum virtuellen „Wertschöpfungsprozess“ bewusst genutzt.

Während im ausgehenden 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert das Geldvermögen der Wirtschaft, als Wert des produktiven Vermögens einer Volkswirtschaft, aus der realen Wertschöpfung durch Güterherstellung und ihrer Realisierung auf dem Markt fast lückenlos geschaffen wurde und die an den Börsen gehandelten Derivate als Aktien auch in den meisten Fällen den jeweiligen realen Wert ihrer Wirtschaftseinheiten repräsentierten, hat sich diese, auch in der Finanzwirtschaft reale Wertschöpfung, in der jetzigen Phase dieses Kapitalismus fast ins Gegenteil verkehrt.
Es ist keine Einmaligkeit aber auch für einen pragmatisch denkenden Menschen auch nicht nachvollziehbar, dass es in der Jetztzeit möglich oder sogar fast üblich ist, dass Wirtschaftseinheiten an den Börsen dieser Erde mit Werten gehandelt werden, die schon im dreistelligen Prozentbereich über die realen Werte liegen können und so im AUF und AB der virtuellen Geldströme vollkommen unabhängig von ihren realen Wertveränderungen auch riesenhafte Profite im luftleeren Raum, wie auch natürlich riesenhafte Verlust innerhalb wenigen Stunden zu schaffen in der Lage sind.
Während dabei bis zum frühen 20. Jahrhundert die jeweiligen Rendite aus dem eingesetzten Kapital einmal voll der Notwendigkeit für die Wirtschaftseinheiten in Maschinen, Anlagen und Arbeit zu investieren, entsprachen, sind es heute Rendite, die zu einem Großteil eigentlich nur „spekulatives Kapital oder Geld“ sind und nur in der globalen Finanzwirtschaft zu spekulativen Handeln eingesetzt sind. Aber das sind inzwischen nicht mehr nur „MILLIARDEN“, sondern heute muss man schon und fast nur noch von „BILLIONEN“ sprechen, die tagtäglich im globalen Finanztransfer im virtuellen Geldstrom rund um diese unsere Erde geschickt werden und immer in der Absicht, daraus binnen Kurzen immer mehr machen zu können.
Dränge sich dabei nicht ganz von alleine die Frage auf: „WAS IST GELD EIGENLICH HEUTE NOCH WERT ?“

Große, neue „Finanzdienstleister“, die Großbanken alter Herkunft und das Versicherungswesen schafften immer neue Möglichkeiten der regellosen Kreditvergabe, schafften immer neuer Derivate, die mit großer Risikobereitschaft verbunden sind, aber den neuen Herren der Finanzwirtschaft auch immer größere Profitchancen eröffneten.
Riesige neue Investmentstrusts, Hedgefonds, Mutual Fonds als neue Finanzinvestoren treten auf dem globalen Finanzmarkt auf und bestimmen heute mit einer relativ kleinen Führungsriege und in einer noch nie gekannten Konzentration die weltweite Finanzwirtschaft. Über 80 Prozent der nicht über Börsen abgewickelten Derivatgeschäfte werden von diesen so genannten „Finanzdienstleistern gemanagt, wobei über 70 Prozent der risikoreichen Hedgefonds dabei gehandelt werden und die Möglichkeit der Profitgier mit der Wettleidenschaft der Geldeliten zu vereinen. So werden fast im luftleeren Raum riesenhafte Spekulationsgewinne eingefahren, aber auch Zusammenbrüche mit riesenhaften Verlusten sind, wie bei französischen Société Générale, die allein durch Fehlspekulationen fast 7 Milliarden Euro so einfach dann „abschreiben“ musste, erleben musste. Dabei sind die Hedgefonds wohl die widerwärtigsten und spekulationswütigsten Derivate der „neuen Finanzdienstleister“ in der globalen Finanzwirtschaft. Sie haben Anlagegelder gesammelt, wie andere Briefmarken und allein im Jahre 2007 war ihr dadurch geschaffenes vermögen bereits über 3 Billionen Dollar angewachsen und hat sich seitdem weiter vermehrt. Der wettwütige Handel mit derlei Derivaten wird von etwa 9000 professionellen „Wettbuden“ überall auf dieser Erde getragen, wobei ständig diese Szene in Bewegung ist, neue Dienstleister hinzukommen und andere dagegen von Pleite überzogen aufgeben müssen. So muss dann insgesamt festgestellt werden, dass bis zu 60 Prozent dieser so genannten Wertanlagen zyklisch innerhalb von 3 Jahren verschwinden , um wieder durch neue ersetzt zu werden. Im Grunde genommen sind jedoch fast alle diese „Fonds“ weiter mit überhöhten Kreditaufnahmen überschuldet und das Verhältnis zwischen Fremd-und Eigenkapital beträgt sogar oftmals 1 : 40, wobei in der Realität in den meisten Fällen aus 1 Dollar Eigenkapital mindesten 30 Dollar Fremdkapital durch aufgenommene Kredite kommen können.

Das alles und noch viel mehr, was heute noch gar nicht im vollen Umfang abzusehen oder auch bekannt ist, war und ist die Folge der mit allen Mitteln durchgesetzten „Deregulierungspolitik“ der im Auftrage und unter Kontrolle des nationalen und internationalen Kapitals ins Amt berufenen Regierungen, die, die in Großbritannien und in den USA traditionell vorhandenen gesetzlichen Trennungen zwischen den Investment – und Geschäftsbanken zum Schutze der kleinen privaten Kunden und ihrer Einlagen, aufhob und so erst die zügellose Finanzwirtschaft mit ihren jetzt sehr sichtbaren Folgen ermöglichte. In Deutschland hat man natürlich nach dem Muster des besonderen imperialen Freundes USA und ihrer politischen und ökonomischen Machthaber diese Trennung erst gar nicht fest installieren wollen. So aber brachte die gegenwärtige Finanzkrise nicht nur den Zusammenbruch führender US-Investmentbanken, sondern auch die Erkenntnis, zumindest in den USA, dass das weltweite Finanzsystem besser an die „Kette“ zu legen sei, um durch regulierende Maßnahmen und weltweit verbindlicher
Gesetze, solche Bankencrashs weitgehend vermieden werden können. Es wird abzuwarten sein, was wirklich daraus werden kann, denn, wenn schon diese Merkel lauthals verkündet, dass die „Freie Marktwirtschaft“ und der „Kapitalismus“ als Wirtschaftsform nicht angetastet werden sollen, wird es sicher auch fraglich sein, ob überhaupt gegen den Willen der machtvollen Finanzlobbys etwas zu ihrer eigenen und von ihnen immer wieder abgelehnten „Regulierung“ getan werden kann. Denn es ist doch auch jetzt in den Folgen der Wirtschafts-und Finanzkrisen klar abzusehen, dass nicht die Großen und Herrschenden dieser schon mehr mafiösen feinen Gesellschaft der weltweiten Finanzwirtschaft sie sind, die die Zeche zu bezahlen haben werden, sondern die vielen Millionen gutmütiger Steuerzahler, die mit ihren Steuergroschen herhalten müssen, um die angeschlagenen Banken und die humpelnde Wirtschaft, vor dem schlimmsten zu bewahren. Die schon insgesamt in die Billionen gehenden und geschnürten „Hilfspakete“ für die Not leidenden, sind dafür der Ausdruck, dass diese Gesellschaft eindeutig eine „STAATSMONOPOLISTISCHE ZWEIKLASSENGESELLSCHAFT“ geworden ist und schon deshalb der „alte Karl Marx“ in seinen Ausführungen (KAPITAL) gar nicht unrecht hatte und auch heute noch sehr ernst genommen werden sollte.
Der wohl als der widerwärtigste Banker unserer Zeit empfundene „Josef Ackermann als Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank“ tritt wieder einmal an die Mikrophone der Öffentlichkeit und verkündet, dass sein Institut sich jetzt mehr um die Privatkunden kümmern werde und so wissentlich zurück ruderte, von seinen jahrelang betriebenen Geschäften mit den neuen Finanzdienstleistungsmechanismen, wo er viele Milliarden an Profiten zu scheffeln in der Lage war, so viel, dass es die Deutsche Bank war, die die gesamte Postbank in folge der allgemeinen Finanzkrise sich auch noch einverleiben konnte. Dabei hat es dieser Mann in seiner eiskalten kapitalistischen Haltung gegenüber jeder Menschlichkeit einerseits und der Haltung gegenüber dem Bankwesen überhaupt, zu verantworten, dass es seine Bank war, deren Trader der ehemaligen deutschen Mittelstandsbank IKB den Schrott der „Asset Backed Securities“ auf schwatzen konnten und sie damit ins finanzielle Trudeln und schließlich ins AUS brachte.
Eine wahre Geschichte aus dem Horrorszenarium der kapitalistischen Wirtschaftskriege im inneren des Machtpoker der „Wirtschaftsführer“ dieser unseren Zeit.

So war es eben auch die Deutsche Bank eines Herren Ackermann, die mit geholfen hat, dass die internationalen Spekulationsblasen der virtuellen Finanzwirtschaft letztlich doch zum platzen kamen und die nunmehr weiter gehenden Folgen der allgemeinen kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzkrisen mit zu verantworten haben wird.
Heute kann man damit auch feststellen, dass es die bisher größte „Geldvernichtungsmaschinerie“ in der Geschichte des Kapitalismus gegeben hat, die bis jetzt und soweit öffentlich gemacht, immerhin mindestens 116 Milliarden Dollar in den Abguss des Vergessens gespült hat, so ganz einfach in der Öffentlichkeit als „abgeschriebene Verluste“ hingestellt. Dabei ist es aber ebenso interessant zu wissen, dass Insider des deutschen Finanzwesens auch noch davon ausgehen, dass in deutschen Großbanken noch um die 300 Milliarden Euro an faulen und nicht mehr realisierbaren Krediten in den Büchern schlummern, die natürlich auch irgendwann in den Strudel des allgemeinen Geldvernichtens eingeschleust sein wollen und die Krise nur noch weiter zu verschärfen in der Lage sein werden, wenn sie nicht bereits für die nächsten Jahren schon eine neue zyklische Krise programmieren werden.

Noch ein letzter Aspekt zu dieser Problematik.
Die inzwischen fast vollendete Privatisierung und die damit natürlich auch beabsichtigte Deregulierungen in der „Altersversorgung“ auch in diesem Deutschland hat wiederum eine neue „Finanzdienstleistung“, die so genannten „PENSIONSFONDS“ hervorgebracht, die es zukünftig sehr leicht ermöglichen werden, die zukünftigen Renten der gesetzlich Versicherten so zu gestalten, dass sie ausschließlich den Stimmungen der Finanzmärkte zu folgen haben, mit Folgen für die Millionen zukünftiger Altersrentner, dass sie zu Zeiten, in die sie in ihre Altersversorgung einzahlen, bis zum Eintritt des Rentenalters nicht kalkulieren können, in welche tatsächlichen Höhen sie die persönliche Rente eigentlich erhalten können. Eine Rentenpolitik, die zweifellos diesem Staat der Reichen und Schönen alle Ehre zu machen in der Lage ist und die These von der staatsmonopolkapitalistischen Zweiklassengesellschaft nur noch deutlicher werden lässt. Allein diese „Pensionskassen“ verfügten schon im Jahre 2005 über Einlagen in Höhe von über 17 Billionen Dollar, wobei die wirklichen Zahlen aber auch unterschiedlich interpretiert sind und von unterschiedlichen Größen ausgehen. Jedenfalls stecken in diesen Gesamtzahlen allein mindestens 10 Billionen Dollar aus den US-amerikanischen und britischen Pensionsfonds.

So geht der TANZ AUF DEM VULKAN in dieser neoliberalen Gesellschaftsordnung ums „Goldene Kalb“, dem Geld und dem Profit, auch in diesem neuen, noch jungem Jahr mit unverminderter und ständig weiter ausgebauten Horrormeldungen einerseits und andererseits mit immer neuen Durchhalteparolen und Schönquatschereien der verantwortlichen Politiker und ihrer Auftraggeber aus der herrschenden Wirtschaft weiter und die Menschen merken eigentlich in dem so fein gesponnenen Netz an psychologischer Verdummungs- und Ablenkungsmaschinerie gar nicht mehr, wie sie tagtäglich über den Tisch gezogen werden, um dieser Gesellschaft auch noch mit ihren gefragten Stimmen im „Superwahljahr 2009“ so genannte demokratische Bestätigungen zu liefern und die Herrschaft der Minderheit der Besitzenden über die große Mehrheit der Nichtbesitzenden weiter scheinbar mit einem „Volkswillen“ zu legitimieren.

Ein ganz neuer Aspekt in der Regierung der Bundesrepublik Deutschland, in dem zu Ende gegangenen Jahr 2008 und dem neuen Jahr 2009, ist nicht nur die allgemeine Nervosität des meist überstürzten Handelns mit Auswirkungen auf bisherigen Lebensgestaltungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, ihrer weitgehenden Einschränkungen, wie im Zweiklassen-Gesundheitswesen und in der allseitigen Überwachung der Bürger und Mitarbeiter der Konzerne, mehr als nur deutlich geworden ist, sondern auch die Tatsache, dass ein Wirtschaftsminister, der Herr Glose, der mit Elan abgetreten war, diese neoliberale Gesellschaft mit seinen Ministerium weiter politisch und wirtschaftlich in das Leben der Menschen zu integrieren, jetzt plötzlich kalte Füße bekommt und zurücktreten will, weil er angeblich keine „Lust“ mehr hat.
Ein klarer und direkter Einblick in den eigentlichen Zustand dieser Regierung von Personen, die es nur ihrem Parteibuch und nicht ihrer wirklichen Sachkompetenz zu verdanken haben, dass sie dieser Regierung einer Frau Merkel als besondere Karrieristen angehören können.

Zur Wirkungsweise der weltweiten Krisenerscheinungen im Jahre 2009 dürfte die Wertung der bisherigen Entwicklungen im realen Wertzuwachs des globalen Sozialproduktes zu den Entwicklungen der Finanzmärkte von einiger Bedeutung sein und sollten nicht vernachlässigt werden, etwa durch die „Schönrederei“, der Merkel, dass Deutschland schon ganz andere Schwierigkeiten gemeistert hätte, oder durch die „Verniedlichungen“ so genannter Wirtschaftsexperten oder solche , die sich dafür halten mögen, dass die Krisen gar nicht so schlimm und zu überwinden seien.
Deshalb sollten die eigenen öffentlichen Daten der Entwicklungen von 1990 an bis zur Jetztzeit nicht nur sehr ernst genommen werden, sondern auch klare Rückschlüsse für die kommenden Zeiten möglich machen.
Die globalen Finanzmärkte haben besonders in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts enorme Zuwächse melden können, während die Realzuwächse des Sozialproduktes im Durchschnitt immer bei 3 – 4 Prozent lagen. Die Finanzmärkte dagegen haben Zuwachsraten von bis zu 25 Prozent erreicht. Fast alle gehandelten Derivate haben sich in dieser Zeit fast verdoppelt, wobei sich die „blasenbehafte Kluft“ zwischen Realwirtschaft und Finanzwirtschaft immer weiter vergrößerte , die auch nach der Jahrtausendwende lustig weiter ging. In den Jahren 2004 bis 2007 stiegen die Umsätze am globalen Devisenmarkt z.B. auch noch einmal um weitere 70 Prozent. Der in den Börsen dieser Welt gehandelte Derivatenhandel ist dabei auch von täglich 2-3 Billionen Dollar im Jahre 2001 auf über 6 Billionen Dollar täglich im Jahre 2007 explodiert.
Das sind Zahlen, die eine absolute Schieflage der Weltwirtschaft zu der tatsächlich vorhandenen
Wertschöpfung in der wirklich vorhandenen Güterproduktion nicht nur zeigen, sondern damit auch eindeutig den eigentlichen Wertverfall, hektische inflationäre Entwicklungen, Deflationen, Preisexplosionen und Preisverfall, sowie auch den absoluten Geldverfall prognostizieren.
Sollte global hier ohne klare Regulierungen nicht konsequent entgegen gesteuert werden – und das sieht tatsächlich genau so aus -, dann werden diese schwelenden Wirtschafts – und Finanzkrisen ein neues Szenarium des weltweiten Zusammenbruchs der Wirtschaft und des Finanzwesens schon in ihrem Bauch großziehen.

Man darf deshalb sehr gespannt sein, was den Menschen dieser unseren Erde das JAHR 2009 noch zu bringen in der Lage sein wird, wenn diese Krisen und ihre noch gar nicht mal geplatzten Blasen in der globalen Finanzwelt sich weiter entwickeln und bestimmt keine „friedliche“ Beilegung der vielen Unstimmigkeiten in dieser staatsmonopolistischen Wirtschaft der kapitalistischen Gegenwart zu erwarten sein dürften.


ESA, den 10. 02. 2009
Klaus Remmler







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