Bundesregierung muss Apothekensterben nach Pleite des Abrechnungszentrums AvP verhindern

28.09.20
WirtschaftWirtschaft, Politik, News 

 

"Das Abrechnungszentrum AvP hat an mehr als 3000 Apotheken im Durchschnitt jeweils über 100.000 Euro nicht ausgezahlt. Dadurch ist deren Existenz akut bedroht. Hier muss die Bundesregierung schnell helfen, damit eine möglicherweise betrügerische Insolvenz nicht Tausende von Arbeitsplätzen und die Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung gefährdet!" fordert Sylvia Gabelmann, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte bei der Fraktion DIE LINKE. Im Bundestag. Gabelmann weiter:

"Ich sehe hier ganz klar die öffentliche Hand in der Pflicht. Schließlich sind die Apotheken durch ein Bundesgesetz dazu verpflichtet dazu, die Abrechnung mit den Krankenkassen über Rechenzentren laufen zu lassen. Und eine Bundesanstalt – nämlich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) – hat die Aufsicht über die Rechenzentren auszuüben und somit sicherzustellen, dass die Apotheken auch vertrauensvoll an ihr Geld kommen.

Würde es sich um Banken handeln, dann hätte der Finanzminister gewiss längst einen Schutzschirm aufgespannt. Aber es geht ja "nur" um ein paar tausend Apotheken sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...

Ich fordere die Bundesregierung auf, den geschädigten Apothekerinnen und Apothekern akut und schnell mit zinslosen Krediten unter die Arme zu greifen. Und je nachdem wie das Insolvenzverfahren ausgeht, ist zu schauen, ob die Apotheken diese Kredite später zurückzahlen müssen oder erlassen bekommen.

Für die Zukunft muss die Bundesregierung verhindern, dass sich ähnliches wiederholt. Dazu muss sie entweder die Aufsicht durch die Bundesanstalt verbessern oder aber das Abrechnungswesen privaten, gewinnorientierten Firmen entziehen. Würde für die Apotheken eine Möglichkeit geschaffen, dass die Abrechnungen mit den Krankenkassen über einen öffentlichen Träger mit staatlicher Garantie laufen können, dann hätte die jetzige bedrohliche Situation gar nicht eintreten können. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Krankenhäuser, die Heilmittelerbringer und andere Gesundheitsdienstleiter."







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