DGB Westpfalz: Leiharbeit in Rheinland-Pfalz um 18% gestiegen


Bildmontage: HF

15.11.08
WirtschaftWirtschaft, Rheinland-Pfalz, News 

 

Leiharbeit führt selten zu festen Jobs

Kaiserslautern (sg) - Leiharbeit ist in Deutschland eine der Branchen mit hohen Zuwächsen. Die Entspan­nung auf dem Arbeitsmarkt in 2007 und 2008 sei nicht zuletzt auf den Anstieg von Leiharbeit zurückzuführen. Oft seien LeiharbeitnehmerInnen aber Beschäftigte zweiter Klasse, so der rheinland-pfälzische DGB Landesvorsitzende, Dietmar Muscheid.

In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit fast 25.000 Beschäftigte, die in Leiharbeitsverhält­nissen beschäftigt sind, das sind rd. 18% mehr als im Jahr 2007. In jedem siebten bis achten Betrieb, der Leiharbeit nutzt, sind bereits mehr als 20% der Beschäftigten Leiharbeitskräfte. Am stärksten ist Leiharbeit in der Metall- und Elektroindustrie sowie in der Dienstleistungsbranche vertreten. Zunehmend werden auch Fachleute im Rahmen von Leiharbeit eingesetzt. Leiharbeit, diente ursprünglich dazu, Auftrags­spitzen in Unternehmen abzufedern. Zwischenzeitlich droht Leiharbeit immer mehr Stammbeschäftigte zu verdrängen.

Muscheid: "Leiharbeit schafft kaum Jobs mit Perspektiven. Im Gegenteil: Schlechter bezahlte Arbeit, die dem Einzelnen kaum dauerhafte Perspektiven bietet, ist die Re­gel. Gleiche Arbeit wird nicht gleich bezahlt. Hier muss es verbindliche Regelungen geben."

LeiharbeitnehmerInnen erhalten oft nur 50% des jeweiligen Tariflohnes und haben weniger Urlaub. Die Übernahme in feste Arbeitsverhältnisse gelingt gerade einmal 15% der LeiharbeitnehmerInnen.

Der DGB Rheinland-Pfalz führt daher eine Umfrage durch, um z.B. die Arbeits- und Einkommensbedingungen rheinland-pfälzischer LeiharbeitnehmerInnen zu untersu­chen.

Wie die Realität für die rd. 700.000 LeiharbeitnehmerInnen in Deutschland aussieht, und wie man Leiharbeit fair gestalten kann, erläutert die IG-Metall aktuell in ihrem ?Schwarz-Weiß-Buch Leiharbeit?.

Informationen zur IG-Metall Broschüre "Schwarz-Weiß-Buch Leiharbeit" gibt es im Internet unter www.gleichearbeit-gleichesgeld.de .







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