China: Ein geplantes BASF-Chemiewerk für die MDI-Produktion bedroht die Wasserversorgung und Gesundheit von 400 Millionen Menschen flussabwärts.


09.10.09
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Von Reinhold Schramm
 
Der BASF-Konzern plant ein Petro-Chemiewerk im Gebiet des Drei-Schluchten-Damms und sorgt unter Bewohnern und Experten für Bedenken über Umweltsicherheit und Gesundheit.
Die BASF rechnet mit der Zustimmung für das Chemiewerk in Chongqing durch die chinesische Regierung noch vor Ende 2009. In Berichten hieß es, das BASF-Chemiewerk solle im Bezirk Changshou gebaut werden, in einem Industriepark der regierungsunabhängigen Stadt Chongping, der innerhalb einer dicht besiedelten Gegend und einem Flussabschnitt, der über 70.000 Anwohner versorgt, liegt. "Vom Industriepark her kommt bereits übler Geruch. Gesund zu bleiben ist für die Bürger wichtiger als Geld", klagt Meng Mei aus Chongqing.
Das BASF-Projekt wird nach seinem Abschluss eines der weltgrößten Werke für Methylen-Diphenyl-Diisocyanat (MDI) sein. Personen, die empfindlich auf die Chemikalie reagieren, könnten selbst wenn sie nur geringen Mengen ausgesetzt sind, gefährliche Reaktionen zeigen.
Rund 400 Millionen Menschen leben flussabwärts des geplanten BASF-Chemiewerks und beziehen den Großteil ihres Wassers vom Jangtse.
Der (geplante) Bau des Werkes soll bis 2013 abgeschlossen sein. Der kommerzielle MDI-Betrieb soll bis 2014 aufgenommen werden. Das BASF-Chemiewerk soll pro Jahr 400.000 Tonnen MDI produzieren.

"Das Ministerium wird seine Entscheidung sehr sorgfältig treffen, insbesondere weil das Projekt in der Gegend des Drei-Schluchten-Reservoirs geplant ist", sagte Shang Hongbo vom Umweltministerium.

Experten warnen, dass noch nie ein MDI-Chemiewerk so nah an einem Wasserreservoir gebaut worden sei - und die Produktionsprozesse hoch giftig seien.

Die stellvertretende Präsidentin von BASF Polyurethan Asia Pacific, Melanie Maas-Brunner, versicherte, dass ein großes Verantwortungsbewusstsein für Umweltschutz eine Grundvoraussetzung für ein solches Projekt sei. BASF betreibe auch in anderen Ländern große MDI-Chemiewerke, u. a. in Belgien und den USA.

Professor Jiang Wenju, von der Universität Sichuan, meint, kein petrochemisches Programm auf der ganzen Welt sei absolut sicher. "Es besteht ein Widerspruch zwischen wirtschaftlichem Profit und Umweltschutz. Ich kann nicht sagen, wie gefährlich dieses Projekt ist, aber strenge technologische Anforderungen und ausreichende Informationen für die Öffentlichkeit sind definitiv notwendig", meint Professor Jiang Wenju vom Petrochemischen Institut der Universität Sichuan.

Quelle: China Daily / German.china.org.cn am 07.10.2009:
Die BASF plant Chemiewerk im Gebiet des Drei-Schluchten-Damms. 
http://german.china.org.cn/fokus/2009-10/07/content_18664059.htm 

MDI-Gesundheitsgefährdung:
- Bei Geruchswahrnehmung kann Stoff schon in gesundheitsgefährdender Konzentration vorliegen.
- Beschwerden können auch erst nach Stunden oder Tagen auftreten.
- Einatmen oder Verschlucken kann zu Gesundheitsschäden führen.
- Gefahr der Sensibilisierung.
- Gesundheitsschädlich beim Einatmen.
- Kann Allergien hervorrufen.
- Kann die Atemwege, Verdauungswege und Augen reizen: z.B. Brennen, Kratzen.
- Kann zu Bronchitis führen.
- Lungenödem.
- Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut.
- Schädigung der Augenhornhaut.
- Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit oder andere Hirnfunktionsstörungen können auftreten.
- Sensibilisierung durch Einatmen möglich.
Quelle: Schadstoffinformationen - www.enius.de -
Diphenylmethan-4,4" -diisocyanat - MDI.  







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