Aus für Quelle


Bildmontage: HF

20.10.09
WirtschaftWirtschaft, Bayern, TopNews 

 

Schuldenschaffer  zerbricht an eigenen Schulden

Von Axel Mende

Die Bundestagswahl ist vorüber und nun geht es weiter mit der Krise. Noch am 30. Juni dieses Jahres hat  Ministerpräsident Seehofer auf seiner Website http://www.csu.de/seehofer/index.htm (Horst-Seehofer.de) folgende Mitteilung veröffentlicht:

"Die Einigung über Sofortmaßnahmen für Quelle seien ein gerade noch rechtzeitiges Signal. Er begrüßte die Einigung über die Finanzierung der Fortführung des Versandhandels bei Quelle ausdrücklich. "Endlich ist die für das Unternehmen und für die Beschäftigten und ihre Familien schreckliche Hängepartie beendet. Es ist nicht hoch genug einzuschätzen, dass jetzt die betroffenen Arbeitnehmer mit größerer Zuversicht und neuer Hoffnung in die nächsten Monate gehen können."

Die aktuellen Ereignisse sind selbstredend und zeigen, welche Qualitäten Herr Seehofer und sein Team dem bayerischen Bürger und Bürgerinnen bieten können. Da es in Bayern leider keinen Ersatz für diese Versagertruppe gibt, können sie bis zum Ende der Wahlperiode die "gute" Regierungsarbeit ihrer Vorgänger weiter führen.

Dabei war jedem Bürger, der sich mit der Situation des Versandhauses näher beschäftigte, klar, dass es mangels Kunden und wegen einer marktfähigen Konkurrenz ein Existenzproblem für Quelle gibt.

Am 18.Juni, also 12 Tage zuvor, teilte der Kapitalist  Hans-Otto Schrader, Vorstandschef vom OTTO -Versand, bereits mit, dass Quelle nicht überlebensfähig ist.

Mit-Wettbewerber OTTO sieht dagegen keine Zukunftsperspektive mehr für Quelle. "Wir glauben nicht, dass eine Sanierung erfolgreich möglich wäre", sagte Otto-Vorstandschef Hans-Otto Schrader am Donnerstag letzter Woche.

Seehofer investierte die für Quelle bestimmten 50 Millionen Euro in die im September stattgefundene Bundestagswahl, um für seine Partei Stimmen von "zuversichtlichen" Quelle-Mitarbeitern und ihren Angehörigen zu erhalten. Nun sind die "nächsten Monate" vorbei und die Regeln des Marktes gelten wieder.

Angebot und Nachfrage regeln den Markt nicht nur im Kapitalismus. Ohne Erwerbsarbeit kein Einkommen, also keine Kaufkraft. Ohne Kaufkraft keine Nachfrage. Sollte es Herr Seehofer immer noch nicht verstehen, dass die einseitige Förderung der Exportindustrie durch Steuersenkungen, Lohnsenkungen und Lohnsubventionen den Standort Bayern nicht nur gefährdet, sondern zerstört?

An den Exportgewinnen sind die erwerbslosen Menschen in Bayern nicht beteiligt. Die Exportgewinner allerdings kaufen sich noch mehr Staat, in dem sie diesem Kredite gewähren und sich über die Zinsen am Steueraufkommen einen Zuschlag zur Unternehmenssteuerersparnis beschaffen.

Die Versandhäuser in Deutschland sind in dieser Situation darauf angewiesen, dass Privathaushalte sich verschulden, denn Einkommen oder Vermögen zum nicht kreditfinanzierten Einkauf hat kaum noch jemand zur Verfügung. Das dieser Weg der Kapitalbeschaffung für Quelle nun zu Ende geht, ist nur für die Mitarbeiter des Versandhauses bedauerlich.







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