Kara Tepe: Brauchen die Flüchtlinge auf Lesbos weniger medizinische Hilfe?

14.02.21
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Von Solidarität International

Erst vor einigen Wochen wurde aufgedeckt, dass neben der Corona-Gefahr, den eiskalten Lebensumständen die Flüchtlinge in Kara Tepe jetzt auch noch einer Bleivergiftung auf dem ehemaligen Militärgelände ausgesetzt sind. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hat sich mit dafür eingesetzt, dass aufgrund dieser zusätzlichen Gefährdung das Camp geräumt werden muss. Jetzt, eine Woche später, entlässt Ärzte ohne Grenzen 30 Mitarbeiter auf Lesbos. Unsere Partner in Kara Tepe „Stand by me Lesvos“ haben uns geschrieben: „Gestern Morgen (6.2.) versammelte sich eine Gruppe ehemaliger Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen, etwa 30 Personen, vor den Büros der Organisation in Chrysomallousa, um gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze zu protestieren. Auf den Plakaten vor dem Gebäude stand: ‚Wir fordern, dass die Entlassungen sofort aufgehoben und keine weiteren Entlassungen‘, ‚Wir fordern stabile und dauerhafte Arbeitsplätze‘ und ‚Diskriminierung ist auch mit Make-up hässlich‘. Die offizielle Begründung der Organisation lautet, dass dies auf die Einschränkung ihres Beschäftigungsbereichs nach dem Brand in Moria und die Ankunft neuer Organisationen zurückzuführen ist."

Soweit aus dem Bericht. „Ich frage mich, wie geht die NGO „Ärzte ohne Grenzen“ mit ihren Mitarbeitern um, dass sie gezwungen sind, für ihre Arbeitsplätze zu demonstrieren? Ist die medizinische Versorgung auf Kara Tepe so gut, dass man auf 30 Mitarbeiter verzichten kann? An Spendengeldern kann es nicht fehlen!“, so Marlies Schumann, Regionalsprecherin von Solidarität International Emscher Lippe. Wie Ärzte ohne Grenzen in ihren Publikationen selbst schreiben, brauchen die Flüchtlinge, die gezwungen werden, in diesen Verhältnissen zu überleben, eine gute medizinische Versorgung und psychologische Betreuung. Wir erwarten, dass Ärzte ohne Grenzen dies auch einlöst, gestützt auf ihre Mitarbeiter und in Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen selbst. Einen wichtigen Beitrag dafür leisten die Flüchtlinge selbst gemeinsam mit den Bewohnern, wenn sie den Kindern Schach beibringen oder auch Kunstunterricht geben im Rahmen der selbstorganisierten Schule. Hierin kommt der Wille und die Hoffnung auf ein Leben in Würde zum Ausdruck.







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