Neuerscheinung: Dagongmei - Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen

09.09.08
InternationalesInternationales, Debatte, Kultur 

 

Mit Chinas rasanter Entwicklung vom maoistischen Armenhaus zum »Fließband der Welt« entstanden neue Arbeitersubjekte, darunter die Dagongmei, wörtlich: arbeitende Schwestern. Millionen junge Frauen migrieren vom Land in die Städte, um dort in den Weltmarktfabriken zu arbeiten. Sie kommen als Teenager und die meisten kehren mit 25, von der Arbeit ausgelaugt, aufs Land zurück. Die Hongkonger Sozialwissenschaftlerinnen Pun Ngai und Li Wanwei haben die Arbeits- und Lebensbedingungen von Dagongmei in der südchinesischen Industriezone Shenzhen seit Ende der neunziger Jahre untersucht und sie in ihrem alltäglichen Überlebenskampf unterstützt.

Die Frauen erzählen von der Benachteiligung der Mädchen in der Familie, der Flucht aus dem Dorf, Gefahren der Wanderung, den Bedingungen in den Betriebswohnheimen und an den Fließbändern, von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Es wird deutlich, welche bitteren Erfahrungen sie machen und wie sehr sie um ihren Raum und ihre Freiheit kämpfen müssen. Gegen arrangierte Ehen, die despotischen Vorgesetzten und die Diskriminierung durch die lokalen Behörden finden sie trotz aller Probleme und Widersprüche Wege des Widerstands.

Ein Buch, das hautnah deutlich werden lässt, auf welchen Schultern die Last des sagenhaften chinesischen Wirtschaftswachstums ruht.

Über vierzig Fotografien von Ren Yan bebildern die Geschichten, ein ausführliches Glossar erläutert die arbeitsrechtlichen und politischen Hintergründe.

Pun Ngai / Li Wanwei
Dagongmei
Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen
ISBN 978-3-935936-73-6
260 Seiten | September 2008 | 18.00 € / 32.90 sF

http://www.assoziation-a.de/neu/Dagongmei.htm







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