China: "Billiger kann die NÖP nicht verwirklicht werden."

03.03.09
InternationalesInternationales, Debatte, News 

 

Früchte und Stilblüten des Revisionismus - und der Weltanschauung des "nolens  volens".

Von Reinhold Schramm

"Eines der wichtigsten Felder des Klassenkampfes ist das der Ideologie." (!)

'Massenmanipulierende' Anmerkungen und Auszüge zu Kurt Gossweilers: "Sicht auf die Entwicklungen in der Volksrepublik China".
Bitte den gesamten 'ungeschminkten' Text in der Zeitschrift "offen-siv", "Zeitschrift für Sozialismus und Frieden", Ausgabe Januar-Februar 2009, Heft 1/09, nachlesen.

Eine falsche 'Wahrnehmung' bei den 'Verführten' über die gesellschaftspolitische Realität - durch die sie manipulierenden bürgerlichen Medien (!): "Die bürgerlichen Medien überschütten uns täglich und stündlich in Bild und Ton mit Nachrichten über die schrecklichen Lebensbedingungen der chinesischen Massen unter dem >Manchester-Kapitalismus< in China und knüpfen daran die Bemerkung, dass China zwar eine >kommunistische Diktatur< sei, aber kein sozialistisches Land, sondern eines, das von der kommunistischen Führung in die schlimmsten Zeiten des Kapitalismus der ursprünglichen Akkumulation zurückgeworfen sei." (offen-siv, 1/09, S. 43)

Der Spielraum des Kapitals wird zur Ausbeutung genutzt: "Daran, dass die in China regierende Kommunistische Partei dem ausländischen Kapital großen Spielraum gewährt hat und noch immer gewährt, der von diesem zu brutaler Ausbeutung der chinesischen Arbeiterinnen und Arbeiter ausgenutzt wird, und dass auch das entstehen einer >eigenen< chinesischen Kapitalistenklasse Raum gegeben wurde, die es dem ausländischen Kapital eifrig gleichtut, ist nicht zu zweifeln." (offen-siv, 1/09, S. 44)

Kurt Gossweiler erklärt "Volkschina" zur "Hauptkraft" und zum "Hauptgegner der imperialistischen Mächte mit den USA an der Spitze" und für ihn kann "kein Zweifel bestehen." - Bitte im Originaltext und  im Gesamtzusammenhang - seiner Ausführungen - nachlesen.
Als "Kronzeuge dafür" zitiert er den Antikommunisten Gorbatschow, aus: "Unsere Zeit", Organ der DKP, vom 8. September 2000.

Als Fakten "im antiimperialistischen Kampf" verweist Kurt Gossweiler auf Nordkorea und den "Rückhalt, den ihnen die VR China gibt" und auf die Haltung der VR China zu den lateinamerikanischen Staaten. Und Gossweiler  behauptet: die VR China stellt für die "Befreiung von imperialistischer Hegemonie" die "Hauptkraft dar." (nachlesen)

Er behauptet von den USA und EU-Imperialisten: "Und umgekehrt: die USA-Imperialisten ebenso wie die EU-Lenker sehen in China den Hauptgegner ihrer expansionistischen und konterrevolutionären Unternehmungen und Vorhaben, und betreiben eifrig, wenn auch wenig erfolgreich, Chinas Einkreisung und Isolierung." -
Anmerkung auch hierzu: Daran dürfte die "Volkswagen AG" und 'Familie Quandt' von "BMW", die  "ThyssenKrupp" und die "Siemens AG" - und auch deren Firmen-'Stiftungen', wie auch die "Bertelsmann AG" und "Bertelsmann Stiftung" (vor Ort), (aktuell) nicht interessiert sein.

Nach den 'Erklärungen' zur Rechtfertigung der unter Deng Xiaoping eingeleiteten "Reformen" führt Kurt Gossweiler unter anderem aus: "Da dies unter den gegebenen Umständen nicht anders möglich ist, als durch das, was Lenin in der Sowjetunion mit der NÖP vorgesehen hatte, wurde dieser Weg durch die Führung der KP Chinas beschlossen und beschritten. Also die Heranziehung in einem bestimmten, begrenzten Maße von ausländischem Kapital zum möglichst raschen Aufbau einer Industrie im eigenen Lande, aber unter Kontrolle des Staates und bei Sicherung des Übergewichtes und des Vorranges des staatlichen Eigentums an den Produktionsmitteln."
Auch eine Anmerkung hierzu: Kurt Gossweiler sollte sich mit den staats-offiziellen Statistiken beschäftigen -  und auch mit den Studien der 'Geschäftspartner', u.a. auch der "Europäischen Handelskammer" in Beijing.

Die Ausführungen der Revisionisten - unter anderem - zur "Heranziehung ausländischer und Zulassung chinesischer Kapitalisten" und "nolens volens": "So etwas kann natürlich nicht konfliktfrei vor sich gehen. Wenn sich ein sozialistischer Staat seine industrielle Basis zu einem guten Teil von Kapitalisten errichten lassen muss, dann muss er ihnen nolens volens eben die Möglichkeit geben, als Kapitalisten zu produzieren, also zur Mehrwertgewinnung, zur Profitgewinnung, und zwar in einer Höhe, die eher über als unter dem Normalmaß >zu Hause< liegt. Billiger kann die NÖP nicht verwirklicht werden." (offen-siv, 1/09, S. 46 - stets im Zusammenhang nachlesen)

Der Autor Gossweiler kommt zur Feststellung: "Diesen Weg zu gehen gleicht einer Gratwanderung mit großem Absturzrisiko: ..." (Lesen!)


Die 'Offenbarung' von 'Überraschung' und die ideologisch-idealistische 'Relativierung': "Überraschend für mich war allerdings die Feststellung auf dem letzten Parteitag, es ginge jetzt um die Herstellung einer >harmonischen Gesellschaft <"

Kurt Gossweiler auch hierzu: "Was kann das heißen unter Bedingungen, die dem Kapitalismus, und damit - wenn auch nur in begrenzten Ausmaß, - der fortschreitenden Spaltung der Gesellschaft in Ausbeuter und Ausgebeutete von Reichtum auf dem einen, von Armut auf dem anderen Pol der Gesellschaft Raum geben, also Klassenkampf unvermeidlich ist?"(*)  - 

Zum "Ausgleich" - 'Sozialpartnerschaft' -  zwischen 'Lohnarbeit und Kapital':
'Die Hofprediger' des Revisionismus und Bourgeoissozialismus kennen 'die Antwort':

(*) - "Es heißt das offenbar, dass sich die Führung darüber klar ist, dass unter den gegebenen Bedingungen die Gefahr besteht, dass die bestehenden Klassengegensätze zwischen Kapital und Arbeit zu offenen Klassenkämpfen führen, die zu einer Gefährdung der Stabilität der Staats- und Gesellschaftsordnung werden können. Das muss verhindert werden. Und es kann nur dadurch verhindert werden, dass der sozialistische Staat die offene Austragung der Interessengegensätze nicht zulässt, sondern deren Ausgleich in die eigenen Hände nimmt, indem er Sorge dafür trägt, dass der wachsende Reichtum der gesamten Gesellschaft nicht nur die Kapitalistenseite reicher werden lässt, sondern an ihm auch die Werktätigen stetig und fühlbar teilhaben, zugleich aber auch dafür, dass die Bedingungen erhalten bleiben, unter denen die Kapitalisten bereit sind, weiter an der Stärkung eines Staates mitzuwirken, dessen wachsende Macht das internationale Klassenkräfteverhältnis zuungunsten des Kapitalismus verändert. Auch das eine unerhört komplizierte Aufgabe, bei der in bestimmten Situationen die Haltung des Staates ihn eher als Interessenvertreter der Kapitalisten denn als Staat der Arbeiter und Bauern erscheinen lassen kann." (Kurt Gossweiler)

Weitere Ausführungen (zu den religiösen 'Interpretationen' und sozialdemokratischen 'Wunschvorstellungen') nachlesen bei: "offen-siv", 1/09.


Kurt Gossweilers Ausführungen zur Korruption:
"Eine Form des Klassenkampfes, die in einem solchen Riesenland wie China schwer unter Kontrolle zu bringen ist, ist die Korruption der Funktionäre von Partei- und Staatsorganen, von ganz unten bis weit oben, durch >die Reichen<, einheimische und ausländische. Lässt man die Korruption wuchern, dann kann auf diesem Wege aus dem Apparat eines Arbeiter und Bauernstaates ein Apparat der >Reichen< werden. Dadurch kann die Korruption für ein Land wie Volks-China existenzbedrohend werden. Offenbar deshalb geht man gegen sie besonders scharf vor, bis hin zur Todesstrafe." - 


Gossweiler: "Eines der wichtigsten Felder des Klassenkampfes ist das der Ideologie."(**)

Zur ideologischen Versöhnung - die Ausführungen zu Mao Tse-tung und Deng Xiaoping:
"So mancher hatte nach Maos Tod und nachdem Deng Xiaoping zum ersten Mann im Staate aufgerückt war, erwartet, dass Deng nun das gleiche mit Mao veranstalten werde, wie Chruschtschow mit Stalin." - 

"Statt dessen wiederholen alle Parteitage der KP Chinas, dass die Mao Tse-tung-Ideen zu den theoretischen Grundlagen der Partei gehören, und zum Zeugnis dessen blickt Maos Bild wie seit den Tagen des Sieges der Revolution von der Mauer des Kaiserpalastes auf den Platz des Himmlischen Friedens. Die Kritik an der Kulturrevolution wurde nie ausgeweitet zu einer Verdammung Mao Tse-tungs." -

Und zur 'Entideologisierung' der Jugend - die  gesellschaftspolitisch (bürgerlich-antikommunistisch) auch in China  stattfindet:
(**) "Das ist wichtig, vor allem für die Erziehung der Jugend. Denn auf die Jugend Chinas zielen die ideologischen Beeinflussungsversuche der imperialistischen meinungsmacher-Zunft am allermeisten. Auf sie sind die >Verlockungen< der raffinierten Methoden der >Entideologisierung< in erster Linie berechnet."

Anmerkung zu den "Verlockungen" und zur "Entideologisierung" (nicht nur) der Jugend: In der gesellschaftspolitischen Realität findet dies auch seine Fortsetzung mit  dem "Bayerischen Rundfunk" und der "Konrad-Adenauer-Stiftung", der "Hans-Seidel-Stiftung" und "Bosch-Stiftung", der "Siemens-Stiftung" und der "Bertelsmann AG" und "Bertelsmann Stiftung" statt; -  in Zusammenarbeit mit der Staats- und Parteiführung - des Bourgeoissozialismus, der bürgerlichen Liberaldemokraten und Sozialdemokratien - und des theoretischen und praktischen Revisionismus! - Auch an den Bemühungen zur ideologischen und politischen Transformation ist Deutschland, EU-Europa und die USA, in Zusammenarbeit mit der chinesischen Staats- und Parteiführung - im Herrschaftsinteresse der nationalen und internationalen Bourgeoisien - beteiligt!

Zu den "so sorgfältig geplanten Kampagnen" - "Hintermännern" und "diensteifrigen Figuren":
Auch die "Volkswagen AG" und der deutsche "BDI" waren mit den 'Kampagnen' der 'Hintermänner' und 'diensteifrigen Figuren' nicht einverstanden; auch nicht die 'Deutsche Bank' und die 'Allianz' (vor Ort). -
Auch hier gibt es unterschiedliche Interessen bei der internationalen (Konzern-) Bourgeoisie!

Die Ausführungen zu 'Brot und Spiele' - Olympiade - kann man(n) bei "offen-siv" nachlesen.


Die abschließende Zusammenfassung seiner Ausführungen können Revisionisten und die "Krupp-Stiftung" (auch in China) mit ihm teilen:
"Zusammengefasst: Die Fakten besagen für mich: Chinas Kommunistische Partei heißt nicht nur so, sondern sie ist eine echte, das heißt auf den Lehren von Marx, Engels und Lenin aufbauende und diese Lehren entsprechend den Erfahrungen des Klassenkampfes im 20. Jahrhundert auf gegebenen nationalen und internationalen Bedingungen anwendende Partei."

Und der abschließende -verschleiernde-  bürgerliche Sophismus im realen Kapitalinteresse: "Daher ist die Verteidigung der Kommunistischen Partei Chinas und der Volksrepublik China für einen Kommunisten gleichbedeutend mit der Verteidigung der eigenen Sache." - Damit wäre auch "Krupp, Quandt, Bertelsmann-Mohn, Springer  und 'Kaisers' einverstanden!


Quelle: offen-siv, Zeitschrift für Sozialismus und Frieden, Heft: 1-2009, www.offen-siv.com.

Nachtrag: Die Zeitschrift "offen-siv" zitiert den Nachfolger von Hans-Olaf Henkel, Präsident des "Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)", Michael Rogowski:
"Am 9. November 1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Stellung gebracht. Hartz V bis VIII werden demnächst folgen. Es ist ein Klassenkampf, und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum noch wahrzunehmen ist."
(Michael Rogowski am 12.12.2004. Laut "offen-siv" zitiert nach UZ, 28.09.07)


03.03.2009 / Reinhold Schramm 







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