Aktivitäten der NSA und die Überwachung deutscher Telekommunikation

10.05.14
InternationalesInternationales, Antifaschismus, Kultur 

 

von Reporter ohne Grenzen

Podiumsdiskussion mit dem NSA-Whistleblower William Binney und dem früheren HVA-Offizier Klaus Eichner

am Donnerstag, 15. Mai 2014 um 19.30 Uhr in den Räumen der Bundeszentrale für politische Bildung, Friedrichstraße 50 (4. Stock , Veranstaltungssaal 4.24) 10117 Berlin

Seit fast einem Jahr erhält die Weltöffentlichkeit dank der Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden immer tiefere Einblicke in die Aktivitäten des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA). Mit ihrer flächendeckenden Überwachung forschen die NSA und ihre Partner die elektronische Kommunikation von Millionenen unbescholtener Bürger in aller Welt aus.

Die Überwachung deutscher Telekommunikation durch US-Nachrichtendienste – teils mit der deutschen Regierung, teils gegen sie – stellt auch die Grundpfeiler journalistischer Arbeit wie die Vertraulichkeit von Recherchen und den Informantenschutz in Frage. Aber wie und mit welchen Strukturen überwacht die NSA im Einzelnen die elektronische Kommunikation von Journalisten und einfachen Bürgern in Deutschland? Und welche Auswirkungen hat das auf Leben und Arbeiten hierzulande für Menschen, die auf die Vertraulichkeit des gesprochenen und geschriebenen Worts angewiesen sind?

Die Wau Holland Stiftung und Reporter ohne Grenzen laden zu einem Diskussionsabend über diese Fragen mit diesen ausgewiesenen Experten für das Innenleben der NSA:

William Binney hat 32 Jahre lang für die NSA gearbeitet, unter anderem als technischer Direktor. Er steht im Ruf, einer der besten Codebrecher der Welt zu sein. Ende 2001 kündigte er aus Protest dagegen, dass die NSA seine zur automatisierten Analyse internationaler Kommunikationsströme konzipierten Programme gegen die eigenen Bürger einzusetzen begann. Binney wirft dem Dienst vor, damit bewusst die US-Verfassung verletzt zu haben.

Klaus Eichner war von 1957 bis 1990 Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Zunächst arbeitete er in der Spionageabwehr, ab 1974 in der Aufklärung (Hauptverwaltung A). Als leitender Analytiker war er auf US-Geheimdienste spezialisiert und schrieb nach der Auflösung der Hauptverwaltung zusammen mit Andreas Dobbert das Buch "Headquarters Germany" über die US-Nachrichtendienste in Deutschland. Sein neues Buch "Imperium ohne Rätsel" über die NSA erscheint im Juni dieses Jahres.

Holger Stark ist Spiegel-Redakteur und berichtet seit mehr als zehn Jahren über Themen aus der Welt der Sicherheitspolitik und der Geheimdienste. Er ist maßgeblich an der journalistischen Aufarbeitung der NSA-Enthüllungen Edward Snowdens beteiligt und hat darüber zusammen mit seinem Kollegen Marcel Rosenbach das Buch „Der NSA-Komplex“ geschrieben.

John Goetz ist NDR-Fernsehjournalist im ARD-Hauptstadtstudio und freier Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung. Im Rahmen des Rechercheprojekts „Geheimer Krieg“ hat er umfangreiche Informationen darüber zusammengetragen, wie US-Militär und UN-Geheimdienste Deutschland logistisch und operativ zu einem integralen Bestandteil ihres „Kriegs gegen den Terror“ gemacht haben.

Moderation: Andy Müller-Maguhn, Datenjournalist und Betreiber von buggedplanet.info sowie Vorstandsmitglied der Wau Holland Sitftung

Das Gespräch findet auf Deutsch und Englisch statt.

Reporter ohne Grenzen

Wau Holland Stiftung
Diani Barretto



VON: REPORTER OHNE GRENZEN






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