Notizen über den Krieg

11.06.14
InternationalesInternationales, Debatte, TopNews 

 

von Karl Wild

Prolog - Neuer Blog auf Projekt3

Das lange 1. Mai-Wochenende 2014 in den Krieg

Am 1. Mai, einem Donnerstag, dem “Tag der Arbeit” (offizieller Name) oder dem seit mehr als 120 Jahren weltweit begangenen “Internationa- len Kampftag der Arbeiterbewegung”, war ich beim Mai-Fest in Potsdam der Gewerkschaften und “linken” Organisationen.

Die Stimmung war gedämpft gut und fröhlich, wenn auch, eingeklemmt zwischen neu erbauten Landtagsschloss, überdimensionierter Nikolai-Kirche und Stadtmuseum, darüber räsoniert wurde, dass es jedes Jahr “weniger” an Zuspruch werde und um 14.00 Uhr war denn auch Schluss der Veranstaltung, schließlich hat der Bürger wie die Bürgerin ja Anspruch auf den ungestörten Genuss des Feiertags, der bekanntlich in Deutschland 1933 seinen staatlichen Segen fand.

Doch nicht um einen Bericht zu den global sehr unterschiedlich ausgestalteten 1. Mai-Aktivitäten geht es hier, wenn auch zu erwähnen wäre, dass in Moskau, im Auge des “Bösen”, erstmals seit Impulsion der Sowjetunion eine Riesendemo über den Roten Platz stattfand, mit roten Fahnen, der russischen Nationalflagge rot-blau-weiß und so sinnigen Sprüchen wie “Urlaub auf der Krim”, wo wir beim Thema wären.

Nach der Autonomieerklärung der (ukrainischen Halbinsel Krim) und der Bitte um Aufnahme in die russische Föderation hatte sich der Aufstand gegen das Kiuv-Regime in der Ost-Ukraine von Tag zu Tag ausgeweitet und dieser 1.Mai stand unter der Androhung der provisorischen Regierung in Kiew, militärisch gegen die prorussischen “Seperatisten”, “Kriminellen” und “Terroristen” loszuschlagen, um die unantastbare Einheit des “ukrainischen” Vaterlandes wieder herzustellen.

Freitag, 02. Mai

Um 4.00 Uhr MEZ begann amtlich vermeldet die Militäraktion gegen die “Rebellenhochburg” Slawjansk im Donbas mit Truppen, deren Art und Charakter längere Ausführungen bedürfte. Jedenfalls rückten angeblich 15.000 Mann mit hunderten Panzerwagen, unterstützt von Kampfhubschraubern, gegen die rings um die mittelgroße Stadt errichteten Strassensperren der Aufständigen vor. Bald wurden die ersten vorläufigen Zahlen über “Verluste” vermeldet, aber auch dass der Vormarsch ins Stocken geraten sei. Den etwa 2.000 Verteidigern von Slawjansk gelang es, mit handgestützten Raketen zwei Kampfhubschrauber Mi-24 abzuschießen.

Tagsüber wurde zwar von Scharmützeln berichtet, aber erst nachmittags begannen sich die Ereignisse zu überschlagen. In der Millionenstadt Odessa am Schwarzen Meer kam es zu äußerst heftigen Straßenschlachten mit Tausenden von Teilnehmern zwischen “prorussischen” Gewalttätern und Anhängern der “Maidan”-Revolution. Mittendrin eine anscheinend überforderte Polizeitruppe.
Dann die Steigerung des Horrors: Um 20.00 Uhr MEZ wird der Abfackelung des Gewekschaftshauses in Odessa vermeldet, mit mehr als 30 Toten unter den vor den Krawallen und der Polizei in das Gebäude geflüchteten. Gleichzeitig eskalieren die Kämpfe in der Ostukraine und letzte Meldung des Tages ist die Ausweitung der “Offensive” der Regierungstruppen auf Kramatorsk und deren weiteres Vordringen Richtung Innenstadt von Slawjansk.
Erster Hinweis auf das Vorliegen eines Weltenbrandes: Homs in Syrien erobert; Anschlag auf Busbahnhof in Abudjan, Nigeria; Anschläge im Irak … aber auch, dies: Die Gewalt der Natur macht sich bemerkbar und bei einem durch starke Regenfällte ausgelösten Erdrutsch ausgerechnet im äußersten nordöstlichen Zipfel von Afghanistan sterben nach ersten Schätzungen mehr als 2.000 Menschen! ...

Fortsetzung:
http://projekt3kw.wordpress.com/notizen-uber-den-krieg/prolog/

Hauptteil

Dienstag, 04. Juni

Die bereits in den letzten Tage notierte veränderte, da kontrollierte und reglementierte Nachrichtenlage zur Situation im Bürgerkrieg in der Ukraine lässt eine Kommentierung des Eingangs von unbestätigten Meldungen über eine kontinuierliche Ausweitung der Kämpfe mit immer mehr vermeldeten Toten auf beiden Seiten kaum zu. Die angekündigte „Ausradierung“ der „Terroristen“ genannten Aufständischen durch die sehr heterogenen Regierungstruppen – so wurde über den Einsatz von privaten ausländischen Sicherheitsfirmen und von Kontingenten vom „Rechten Sektor“ berichtet, der Einsatz von Kampfhubschraubern und -flugzeugen, der Artilleriebeschuss von Wohngebieten scheint gesichert – geht seinen Gang und die Beschreibung des konkreten Front- und Kampfverlaufs mus späteren Historikern überlassen werden.

Wie sehr ein zuerst so gemäßigt daherkommende Aufstand in nackte totale Gewalt umschlagen kann, zeigt der wieder mehr in den Vordergrund der gelenkten Öffentlichkeit gerückte Bürgerkrieg in Syrien, der nach drei Jahren sich steigernder Auseinandersetzungen die Dimensionen eines Großen Krieges mit unbestimmten Ausgang angenommen hat. Assad festigt derzeit deutlich seine Position und man spricht schon vom Wiederaufbau des zerstörten Landes, während die USA unter Obama ankündigen, ihnen genehme syrische Widerstandskämpfer großzügiger zu unterstützen. Alarmiert sind bereits die „westlichen“ Dienste und gehen von mehreren Tausend Freiwilligen aus Europa und den USA auf Seiten der Djiadisten aus, die, sofern sie nicht in Syrien sich aufopfern, als lebende Zeitbomben in ihre Heimatländer zurückkehren (könnten). In Brüssel hat einer dieser Rückkehrer sein Live-Training des Djihad in Syrien schon zu einem Attentat auf eine jüdische Einrichtung mit vier Toten genutzt. Die von den Golfstaaten finanzierten ausländischen Kämpfer gegen Assad, in dem geheimen Krieg mischen ja nicht nur die USA mit, potenzieren die zukünftige „Terrorgefahr“ in den westlichen Inseln der unbeschränkten „Freiheit“ und „Demokratie“.

Von allen Seiten bedrängt, von Putin im Osten, von den Flüchtlingen im Süden, von immer mehr gewaltbereiten einheimischen „Einzelkämpfern“ für einen absoluten Islam, von den rechten „Populisten“ mit zunehmenden Masseneinfluss, gibt es für die EU kein gesichertes friedliches Hinterland mehr, in dem man, sofern man zur Zweidrittelgesellschaft der Situierten gehört, das „schöne“ Leben genießen kann. Besonders dann nicht, wenn die verdrängte Krise von Euro und Ökonomie zurückkehrt. In dieser einen unseren Welt wird mit Sicherheit jede Ungerechigkeit und jedes Verbrechen zur gegebenen Zeit eingeklagt, da bin ich mir sicher. Die „Empörten“ aller Länder können nur zeitweise stillgestellt werden, denn zugroß und schreiend sind die aufgelaufenen Widersprüche. „Revolution ist machbar, Frau Nachbar“ hieß es schon einmal vor dreißig Jahren nicht nur in Berlin, der ungekrönten Hauptstadt der „Zivilisation“.

PS: Genug pamphletiert, wird Zeit dass ich nach dieser Einleitung zu den gesicherten Fakten zurückkehre!

Freitag, 06. Juni

Nur beiläufig taucht am Donnerstag eine kurze Meldung über ein Land auf, welches in unzähligen Etno-Berichten ein Faszinosum der arabischen Welt verkörpert: Es geht um den Jemen, wie Deutschland bis 1989 in einen „kapitalistischen“ Norden und einen „sozialistischen“ Süden gespalten, der seit der Wiedervereinigung in immer zunehmenden Maße in Gewalt versinkt, von Stammeskonflikten bis zu al-Quaida-Terror. Ein kurzer Ausflug in den arabischen „Frühling“, um den ungeliebten Herrscher loszuwerden, was gelang, dieser wurde von der Führungsmacht der arabischen Halbinsel Saudi-Arabien augenommen, brachte dem Land der Königin von Saba kein Glück. Seit April wären durch eine Offensive der Zentralregierung in schweren Kämpfen 500 al-Quaida-Kämpfer getötet worden, dazu bei Stammeskämpfen im Norden in den letzten Tagen eine unbestimmte große Anzahl, man vermeldete in letzter Zeit diverse Drohnen-Angriffe und ganz aktuell, dass im Süden zwölf Soldaten und ein Zivilist bei einem Gegenangriff von al-Quaida ihr Leben veloren. Von Reisen in das einstige mittelalterliche mystische Traumland mit seinen Lehmhochhäusern wird dank einer florienden Entführungsindustrie durch rebellische Stämme vom Auswärtigen Amt schon lange abgeraten!

Etwas weiter nördlich, in Palästina, ist der von den USA initiierte Friedensprozess sanft entschlafen und seit der Bildung der technokratischen Übergangs-Einheits-“Terrorregierung“, so die Sprachregelung Israels, aus Hamas und PLO droht der neben Korea längste internationale Konflikt weiter zu eskalieren, da der Bau von weiteren 1.500 Wohnungen in Jerusalem und der Westbank als Vergeltung für das unbotmäßige Verhalten der Palästinenser beschlossen ist. Nicht nur die „Schandmauer“ schnürt weiter den sich bildenden palästinensischen Staat ein, nicht nur bleibt der Gaza-Streifen isoliert, nicht nur warten Millionen palästinensischer Flüchtlinge auf ihr Rückkehrrecht, nicht nur wohnen bereits 700.000 israelische Siedler auf enteignetem Land in der Westbank, darüber hinaus hält Israel weiter tausende Palästinenser gefangen, ob diese nun Terroristen sind oder Freiheitskämpfer sind, sei dahingestellt. Das Existenzrecht Israel, vom palästinensischen Präsidenten Abbas mehrfach, auch jüngst, anerkannt, wird so (wieder) in Frage gestellt und die Sicherheit jüdischer Menschen, siehe Brüssel, weltweit bedroht. Ich vertrete seit Jahren die These, dass der Endkampf der Schlacht zwischen „Gut“ und „Böse“, zwischen Orient und Okzident, im „clash of civilisation“ um Jerusalem ausgetragen wird. Syrien ist dazu eine Ouvertüre.

Einige tausend Kilometer südwestlich ist seit der Entführung der dreihundert Schulmädchen durch die Boko Haram Nigeria auf der täglichen Vermeldeliste von Massakern. In den letzten 48 Stunden wurden, ein neuer Höhepunkt der Gewaltexzesse, mehrere hundert Dorfbewohner im Norden massakriert, trotz oder wegen der verstärken Versuche der nigerianischen Sicherheitskräfte und ihrer Luftbeobachter aus der Nato, gegen die Boko Haram vorzugehen. Über die anderen „Konfliktherde“ auf dem schwarzen Koningent liegen dagegen keine neuen Meldungen vor, man(n) kann ja dem Publikum nicht zuviel zumuten.

In der europäischen Ost-Ukraine, die nach bemerkenswerter An- und Einsicht der Kiewer Regierung droht, ein neues „Somalia“ zu werden, tobt ein von Tag zu Tag sich steigernder Bürgerkrieg, und da geregelte Nachrichtensperre in unseren Medien herrscht, ohne Berichterstattung vor Ort. Die Aufmerksamkeit heute und seit Tagen ist das Aufeinandertreffen der führenden Staatsmänner plus einer Frau mit dem russischen Präsidenten bei den Feierlichkeiten zum sog. D-Day in der Normandie. Mit dem ungeliebten Gast Putin, dem Paria aus Sicht des Westens, wird in diversen Vier-Augen-Gesprächen Tacheles geredet. Entweder Kapitulation oder Sanktion.

Noch ein paar Worte zum eigentlich wichtigen. DAX und Dow Jones erklimmen neue Höchst- und die Zinsen neue Tiefstmarken. In der besten aller Welten, dem Reich des Geldes, scheinen die sich abzeichnenden Tendenzen einer beginnenden Agonie nicht zu gelten. Noch verschärft man bei uns nur den Asylzugang, um die menschliche „Flut“ aufzuhalten, die die Probleme dieser Welt an unsere Haustüren spült. Weitere Kürzungen bei den Sozialleistungen, speziell für die Arbeits- und Verwertungsunwilligen, sind in der Pipeline. Aber wir sollten nicht zu schwarz sehen, denn die Pfingstfeiertage mit Traumwetter fordern es gerade zu heraus, das Leben zu genießen.

Sonntag, 08. Juni

In die neue Woche geht die Ukraine mit dem dreifachen Versprechen des nun vereidigten Oligarchen und Präsidenten Petro Pomerenko, schnellstmöglich Mitglied der EU werden, die Rückgabe der Krim unter allen Umständen anzustreben und die „Terroristen“ in der Ostukraine entschieden zu bekämpfen. Dies führte zum anerkennenden Kopfnicken bei den anwesenden fünfzig ausländischen Repräsentanten, darunter unseren besonders begeisterten Bundespräsidenten Gauck, und zu Beifallstürmen bei den Abgeordneten, die auch schnellstmöglich neu gewählt werden sollen. Während unsere Medien darüber vor Selbstzufriedenheit strotzen, fordert das in die Defensive gedrängte Russland durch Medwedew und Putin, eine Waffenruhe und sichere Korridore zur Evakuierung der Bevölkerung und der Aufständischen. Die Nachrichtensperre über die Ereignisse in dem „Neuen Russland“ von Luhansk und Donezk lässt nur nachgeordnete kleine Meldungen über einne anhaltende Beschießung der „Hochburgen“ der Aufständischen zu, die zu Wassermangel und Stromausfall bei der teilweise flüchtenden Bevölkerung führen. Opfer der Säuberungsaktion werden nur beiläufig erwähnt, so auch der Abschuss eines Transportflugzeugs.

Wurde hingegen vor Tagen die Situation in Syrien ausführlicher kommentiert, so ist seit gestern die Lage im Irak anscheinend so ernst, dass über ganze Anschlagserien in Bagdad, über die Erstürmung der Universität von Ramadi durch die Djihadisten von der ISIS und über viele Tote bei Kämpfen um das nordirakischen Mossul berichtet werden muss. Schließlich ist es der Krieg der USA, der sich angesichts von Tausenden Toten in den letzten zwölf Monaten im Irak und des Erstarkens der islamistischen Aufständischen blamiert!

Nach langer Zeit wird auch über die seit Jahrzehnten anhaltenden Kämpfe zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen um den Rostoffreichtum des Kongo wieder einmal, wenn auch knapp, berichtet, dass in einer Kirche in der Provinz Süd-Kivu mehr als 30 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, massakriert worden sind. Angeblich handelt es sich um den Racheakt eines Stammes an einem anderen wegen Viehdiebstahls. Übrigens sind im Ost-Kongo seit Jahren Blauhelmsoldaten in nenennswerter Anzahl mit robustem Mandat im Einsatz. Dies verhindert genausowenig wie in Zentraafrika das weitere Morden. Man sollte sich fragen, warum?

Mittwoch, 11. Juni

An diesem frühen Morgen, nach Sichtung der Nachrichtenlage der letzten beiden Tage, ist bezüglich des Bürgerkriegs vor unserer Haustür zu vermelden, dass sich beim Außenministertreffen zwischen dem deutschen Steinmeier, dem Polen Sikorski und dem russischen Außenminister Lawrow in Petersburg, dem ersten persönlichen Gespräch dieser Herren seit „Ausbruch“ der ukrainischen Krise, nur ergeben hat, dass man weiter unterschiedlicher Meinung sei, weiter miteinander reden will und es begrüßt, daß der ukrainische Präsident eine Waffenruhe und die Einrichtung von Fluchtkorridoren für die Zivilbevölkerung plant. Na prima! Da es Dank einer geschickten Strategie und Taktik der von CIA, BND usw. „beratenen“ Kiewer Regierung nicht zum allg. „levée en masse“ in der Ostukraine gekommen ist, sollen die heterogen aufständischen Bewaffneten weiter von ihrer Basis isoliert und zur späteren Vernichtung freigeben werden. Der Kleinkrieg geht anscheinend ebenso weiter wie die Verhandlungen in Berlin über die Bezahlung der russischen Gasrechnung durch Kiew. Business as usual.
Dass wir mitten in einem Großen Krieg befinden, welcher noch nicht Allgemeingut im Bewußtsein unserer ZeitgenossInnen ist, trotz seiner vielfachen Benennung seit 9/11, zeigen die aktuellen Meldungen von den „alten“ Fronten Afghanistan und Irak. An ersterer bomben die Taliban den Präsidentschaftskandidat Abdullah fast in die Luft, sterben sechs Natosoldaten an einem Tag, davon fünf durch eigenen Luftwaffenbeschuss, werden zwei Dutzend schiitische Pilger an der iranischen Grenze massakriert und was Neu und für die Kommentatoren besonders bemerkenswert ist, greifen seit zwei Tagen masiv pakistanische Taliban den internationalen Flughafen der Metropole Karatschi an. Der partielle Abzug der ISAAF/Enduring freedom-Truppen aus Afghanistan und die Übergabe der „Verantwortung“ an die Afghanen ähnelt der US-Politik von 1972 – 75 in Vietnam und wird wohl zum selben Ergebnis führen.
An letzter Front, dem Irak, wo die „Koalition der Willigen“ unter US-Führung bereits ihre Kampftruppen abgezogen hat, ist das Undenkbare, der Sieg der Gotteskrieger, schon eine Eskalations- und Barbarisierungsstufe weiter. Die schwarz beflaggten Dhihadisten von der bis jetzt vor allem aus dem benachbarten Syrien bekannten ISIS, dem „Islamischen Staat im Irak und Syrien“, für die selbst al-Quaida zu brav ist, erobern gerade die zweitgrößte Stadt Mossul. Die Zwei-Millionen-Metropole, sechzig Kilometer von der syrischen Grenze entfernt und wichtiges Erdölrevier, wurde von der fluchtartig sich absetzenden zerschlagenen irakischen Armee geräumt. Hunderttausende sind im absoluten Chaos auf der Flucht in die benachbarten Kurdengebiete und so werden die jahrzehntelangen bekämpften Peschmergas zum letzten Notanker der multiethnischen Bevölkerung Iraks. Als erstes erstürmten die ISIS-Kämpfer in Mossul übrigens das Gefängnis, wie vor Monaten bereits das berüchtigte Abu Graib in Bagdad, und befreiten mal so 1.400 Gefangene oder zum Tod bereite neue zusätzliche Kämpfer. Die Dschihadisten haben seit Jahresbeginn bereits Falludscha in der Nähe der Hauptstadt Bagdad „befreit“ und somit entsteht mit den ISIS-Gebiet in Ost-Syrien bereits im Kleinen das erstrebte große antischiitische Kalifat, der sunnitische Gottesstaat. Der andere Gottesstaat, der Iran, wird so zum neuen Verbündeten des „Westens“. Oder auch nicht. Zumindest nicht auf Dauer!
Auch am weiteren „Brennpunkt“ Nigeria setzt „Boko Haram“ seine Offensive fort ,aber schließen für heute will ich mit einer „unkriegerischen“ Meldung. Das Kriegsgeschwätz lässt „unsere“ Millionäre kalt und so steigerten sie ihr (verwaltetes) Geldvermögen global 2013 um schlappe 14,3% auf den unfassbaren irrealen Betrag von 152 Billionen $ (152.000.000.000.000). Deutsche Millionäre haben daran „nur“ einen Anteil von 7,2%, Spitzenregion ist weiter Nordamerika(+15,6%) vor Asien, wobei in der kommunistischen VR China das Geldvermögen der Reichen um unfassbare 49,2% in einem Jahr anstieg. Diese 152 Billionen teilen sich weltweit nun 16,3 Mio oder 1,1 Prozent aller Haushalte. Die Hausse an den Börsen trotz Deflationstendenzen findet hier so seine Ursache genauso wie die Enteignung der „kleinen“ Sparer. Die gigantische Umverteilung von „Unten“ nach „Oben“ setzt sich bekanntlich bis jetzt 2014 ungebremst fort. Der Tanz ums goldene Kalb führt aber nach der Bibel zur allgemeinen Bestrafung durch den einigen Gott. Na denn.

Siehe:
http://projekt3kw.wordpress.com/notizen-uber-den-krieg/hauptteil


VON: KARL WILD






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz